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"Unser Weg war nicht gerade lehrbuchartig"
Bimmerle

„Unser Weg war nicht gerade lehrbuchartig“

Der marktführende Obstbrenner Bimmerle macht sich mit bedeutenden Veränderungen für die Zukunft fit: Um seinen Kunden auch andere Sorten liefern zu können, baute das Traditionsunternehmen 2015 eine neue Destillerie, wo heute auch Gin und Rum gebrannt werden. Seit einem Jahr bringt eine eigens gegründete Vertriebsfirma die Produkte auch in die Gastronomie. Getränke News sprach mit Geschäftsführer Nicolai Benz über seinen Aufbruch zu neuen Ufern.


Getränke News: Bimmerle ist seit Jahrzehnten vor allem bekannt als führender Lieferant von Obstbränden im Preiseinstieg. Welche Idee steht hinter der Entscheidung, in weitere Segmente einzusteigen?

Benz: Mit unseren Obstbränden haben wir vor 30 Jahren den Sprung in den Handel geschafft und sind eben damit groß geworden. Heute äußern unsere Kunden aber auch andere Wünsche. Irgendwann war daher klar: Wenn wir weiter ein starker Lieferant sein wollen, müssen wir unser Sortiment ausbauen.

Durch unser umfangreiches Eigenmarkengeschäft hatten wir bereits Erfahrungen in der Herstellung fast aller bedeutenden Spirituosenkategorien. Dies führte schließlich zu der Entscheidung, eine neue Brennerei zu bauen, was wir dann 2015 umgesetzt haben. Diese Entwicklung hat uns inzwischen die Tür geöffnet für viel, viel mehr.

Getränke News: Was war dann das erste Projekt?

Benz: Es war gerade die Zeit, in der der Gin-Hype so richtig losging. Da wir – anders als viele, die jetzt neue Marken herausbringen – unsere eigene Brennerei haben, lag es nahe, dass wir da einsteigen. Zumal wir mit unserer Lage im Schwarzwald eine überzeugende regionale Herkunft haben, was ja auch immer mehr Konsumenten wichtig ist.

"Unser Weg war nicht gerade lehrbuchartig" 3
Mit dem Bau der neuen Brennerei im Jahr 2015 eröffnete Bimmerle sich ganz neue Chancen am Markt. (Foto: Bimmerle)

2016 haben wir dann mit „Needle Gin“ unser erstes Produkt präsentiert. Mit dem Namen spielen wir auf die Fichtennadeln als besondere Zutat an. Die Kunden im Handel haben schnell angebissen, und inzwischen stehen wir damit laut Nielsen auf Platz 6 der meistverkauften Ginmarken im LEH. 2019 kam dann Wood Stork Rum dazu.

Getränke News: In welchem Preissegment positionieren Sie die neuen Marken, welchen qualitativen Anspruch stellen Sie daran?

Benz: Der Needle Gin liegt bei einer unverbindlichen Preisempfehlung von 11,99 Euro für die 0,5-Liter-Flasche; das ist schon die Liga, in der die großen internationalen Premiummarken spielen. Wir bieten mit Needle schließlich auch echte Handwerkskunst an.

Getränke News: Vor knapp einem Jahr haben Sie angekündigt, dass Sie Ihr Geschäft über den LEH hinaus ausweiten und in die Gastronomie vorstoßen möchten. Ein mutiger Schritt …

Benz: Es ist ein hart umkämpfter Markt, der nicht mit dem LEH-Geschäft vergleichbar ist. Daher war schnell klar, dass wir das mit der bestehenden Unternehmensstruktur nicht umsetzen können. Die Lösung war, eine eigene Vertriebsfirma zu gründen, die „Black Pan Drinks“ mit dem Vertriebsprofi Axel Schneider an der Spitze. Er bringt jahrelange Erfahrungen im Gastronomiegeschäft mit und leitet Black Pan zusammen mit mir.

Getränke News: Mit Marken, die es schon im LEH gibt, in die Gastronomie – das ist ein eher ungewöhnlicher Weg …

Benz: Stimmt. Unser Weg war nicht gerade lehrbuchartig. Fachhandel und Gastronomie nehmen nicht gerne Spirituosen ins Sortiment, die man bereits im LEH oder gar im Discount findet. Deshalb haben wir uns bald entschieden, für Needle Gin ein Upgrade zu entwickeln: das Needle Gin Masterpiece, das mit noch hochwertigerer Qualität und damit auch einem höheren Preis in der Gastronomie Einzug finden soll. Dafür haben wir die Rezeptur intensiviert, setzen höhere Mengen der Botanicals ein. Außerdem hat er einen Alkoholgehalt von 45 Volumenprozent. Für Wood Stork Rum entwickeln wir gerade eine gehobene Sorte. Dafür sprechen wir auch mit Barkeepern, um zu erfahren, was sie gerne hätten. Das Upgrade sollte etwa in sechs bis acht Wochen verfügbar sein.

"Unser Weg war nicht gerade lehrbuchartig" 2
Die neue – nachhaltig arbeitende – Destillieranlage wird mit Kirschkernen „befeuert“. (Foto: Bimmerle)

Getränke News: Eigentlich ist ja die Corona-Krise nicht gerade eine gute Zeit für Ihre Pläne …

Benz: Unsere Planungen gehen trotzdem weiter. Wir versuchen, das ins Positive zu wenden und nutzen die Zeit, in der wir nicht viel zum Verkaufen kommen, um an unserem Portfolio zu feilen. Aktuell arbeiten wir zum Beispiel an einem Obstbrand. Der darf mit Blick auf unsere Tradition natürlich auch nicht fehlen.

Getränke News: Im Portfolio von Black Pan Drinks sind inzwischen auch einige internationale Spirituosen angesiedelt. Wie kam es dazu?

Benz: Mit unseren regionalen Produkten aus dem Schwarzwald sind wir sehr authentisch und glaubwürdig. Doch in der Gastronomie dürfen auch Importspirituosen nicht fehlen. Hierfür suchen wir Partner in den entsprechenden Ländern, um ebenso authentische Marken ganz neu nach Deutschland zu holen. Wir sehen durchaus gute Chancen für bislang noch weniger bekannte Labels. Schließlich wollen sich viele Gastronomen abseits des Mainstreams positionieren.

Getränke News: Seit Neuestem spielen Sie auch in dem Trendsegment der Hard Seltzer mit … 

Benz: Unter der Marke Buzz haben wir ein von uns selber produziertes Hard Seltzer eingeführt. Die Idee hatten wir schon vor über einem Jahr – seit wir gesehen haben, dass die Kategorie in den USA beispiellos funktioniert. Ob es am Ende wirklich auch hier bei uns ein Trend wird, kann man noch nicht wissen. Die Kategorie ist aber so attraktiv, dass wir es unbedingt versuchen wollen. Als To-go-Getränk aus der Dose ist Buzz natürlich vor allem ein Produkt für den Handel.

Getränke News: Warum sind Hard Seltzers für Sie attraktiv?

Benz: Sie bedienen bestens die anhaltende Nachfrage nach leichteren Getränken mit wenig Kalorien und geringem Alkoholgehalt. Buzz ist ein sehr erfrischendes Genussprodukt. Wir glauben, dass wir damit vor allem gesundheitsbewusste Konsumenten überzeugen können.

"Unser Weg war nicht gerade lehrbuchartig" 4
Tanks für die Mazeration, Fermentation und Lagerung (Foto: Bimmerle)

Getränke News: Branchenexperten fürchten, dass die Kategorie unter die Alkopopsteuer fallen könnte …

Benz: Natürlich haben wir eine Auskunft vom Zoll eingeholt: Als weinbasiertes Getränk fällt Buzz demnach aktuell nicht unter die Sondersteuer. Darauf verlassen wir uns. Es ist schon sehr schade, dass durch die ganze Steuer-Diskussion überhaupt nicht über das Produkt selber gesprochen wird, dabei birgt die Gattung Hard Seltzer in Deutschland enorme Potenziale.

Getränke News: Bei allen Neuerungen sind ja die Obstbrände weiterhin für Sie ein ganz starkes Kerngeschäft. Leider gehört die Kategorie seit Jahren zu den Verlierern. Wie stellen Sie sich darauf ein?

Benz: Die Kurve ging in den letzten zehn Jahren tatsächlich leicht abwärts. Dabei passt der Obstbrand eigentlich bestens zur Nachfrage nach natürlichen Produkten mit regionaler Herkunft. 100 Prozent Frucht, keine Aromen, kein Zuckerzusatz – und das aus dem Schwarzwald. Das sind doch gute Argumente. Die wollen wir noch stärker nutzen. Dabei müssen wir zudem gegen die Überalterung der Konsumenten kämpfen und Obstbrand auch den Jüngeren schmackhaft machen.

Interessanterweise erfährt die Gattung aber gerade jetzt einen Aufschwung. Das hat auch uns erstaunt. In der Corona-Krise konnten zwar viele Spirituosen im Lebensmittelhandel wachsen; die Obstbrände legten aber prozentual deutlich stärker zu als andere Sorten. Laut dem EAG Report fürs erste Halbjahr liegt der Obstbrand auf Platz 10 der Top 25 wachsenden Teilmärkte. Das ist eine Entwicklung, die uns aufatmen lässt.


Unser Gesprächspartner:

Nicolai Benz ist seit 2017 Vertriebsgeschäftsführer der Bimmerle KG. Er trat – nach kaufmännischer Ausbildung und BWL-Studium – im Februar 2015 zunächst als Vertriebsleiter in das Unternehmen ein. In der Geschäftsführung stehen ihm sein Vater Werner Benz (Produktion und Einkauf) und Michael Dresel (kaufmännische Leitung) zur Seite. 

Zusammen mit Branchenprofi Axel Schneider ist er zudem Geschäftsführer der im Oktober 2019 gegründeten Vertriebsfirma Black Pan Drinks, die einen Teil des Sortiments in die Gastronomie bringen soll. 

Über das Unternehmen:

Die Obstbrennerei Bimmerle wurde 1966 von Günter Bimmerle in Renchen/Schwarzwald gegründet und befindet sich heute in zweiter Generation in Familienhand. Vor drei Jahrzehnten belieferte das Unternehmen erstmals den deutschen LEH und ist heute mit der Marke „Lörch“ Marktführer in der Kategorie der Obstbrände.

Seit über zehn Jahren stellt Bimmerle zudem Eigenmarken für den Handel her und beliefert heute als ein maßgeblicher Marktteilnehmer fast alle deutschen LEH-Ketten (Vollsortimenter und Discounter) mit allen wichtigen Spirituosenkategorien.

Im Oktober 2019 gründete Bimmerle die Vertriebsgesellschaft Black Pan Drinks, um seine neuen Produkte wie Needle Gin und Wood Stork Rum sowie Spirituosenmarken internationaler Partner in die deutsche Gastronomie zu bringen.

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"Unser Weg war nicht gerade lehrbuchartig"
Bimmerle

„Unser Weg war nicht gerade lehrbuchartig“

Der marktführende Obstbrenner Bimmerle macht sich mit bedeutenden Veränderungen für die Zukunft fit: Um seinen Kunden auch andere Sorten liefern zu können, baute das Traditionsunternehmen 2015 eine neue Destillerie, wo heute auch Gin und Rum gebrannt werden. Seit einem Jahr bringt eine eigens gegründete Vertriebsfirma die Produkte auch in die Gastronomie. Getränke News sprach mit Geschäftsführer Nicolai Benz über seinen Aufbruch zu neuen Ufern.


Getränke News: Bimmerle ist seit Jahrzehnten vor allem bekannt als führender Lieferant von Obstbränden im Preiseinstieg. Welche Idee steht hinter der Entscheidung, in weitere Segmente einzusteigen?

Benz: Mit unseren Obstbränden haben wir vor 30 Jahren den Sprung in den Handel geschafft und sind eben damit groß geworden. Heute äußern unsere Kunden aber auch andere Wünsche. Irgendwann war daher klar: Wenn wir weiter ein starker Lieferant sein wollen, müssen wir unser Sortiment ausbauen.

Durch unser umfangreiches Eigenmarkengeschäft hatten wir bereits Erfahrungen in der Herstellung fast aller bedeutenden Spirituosenkategorien. Dies führte schließlich zu der Entscheidung, eine neue Brennerei zu bauen, was wir dann 2015 umgesetzt haben. Diese Entwicklung hat uns inzwischen die Tür geöffnet für viel, viel mehr.

Getränke News: Was war dann das erste Projekt?

Benz: Es war gerade die Zeit, in der der Gin-Hype so richtig losging. Da wir – anders als viele, die jetzt neue Marken herausbringen – unsere eigene Brennerei haben, lag es nahe, dass wir da einsteigen. Zumal wir mit unserer Lage im Schwarzwald eine überzeugende regionale Herkunft haben, was ja auch immer mehr Konsumenten wichtig ist.

"Unser Weg war nicht gerade lehrbuchartig" 3
Mit dem Bau der neuen Brennerei im Jahr 2015 eröffnete Bimmerle sich ganz neue Chancen am Markt. (Foto: Bimmerle)

2016 haben wir dann mit „Needle Gin“ unser erstes Produkt präsentiert. Mit dem Namen spielen wir auf die Fichtennadeln als besondere Zutat an. Die Kunden im Handel haben schnell angebissen, und inzwischen stehen wir damit laut Nielsen auf Platz 6 der meistverkauften Ginmarken im LEH. 2019 kam dann Wood Stork Rum dazu.

Getränke News: In welchem Preissegment positionieren Sie die neuen Marken, welchen qualitativen Anspruch stellen Sie daran?

Benz: Der Needle Gin liegt bei einer unverbindlichen Preisempfehlung von 11,99 Euro für die 0,5-Liter-Flasche; das ist schon die Liga, in der die großen internationalen Premiummarken spielen. Wir bieten mit Needle schließlich auch echte Handwerkskunst an.

Getränke News: Vor knapp einem Jahr haben Sie angekündigt, dass Sie Ihr Geschäft über den LEH hinaus ausweiten und in die Gastronomie vorstoßen möchten. Ein mutiger Schritt …

Benz: Es ist ein hart umkämpfter Markt, der nicht mit dem LEH-Geschäft vergleichbar ist. Daher war schnell klar, dass wir das mit der bestehenden Unternehmensstruktur nicht umsetzen können. Die Lösung war, eine eigene Vertriebsfirma zu gründen, die „Black Pan Drinks“ mit dem Vertriebsprofi Axel Schneider an der Spitze. Er bringt jahrelange Erfahrungen im Gastronomiegeschäft mit und leitet Black Pan zusammen mit mir.

Getränke News: Mit Marken, die es schon im LEH gibt, in die Gastronomie – das ist ein eher ungewöhnlicher Weg …

Benz: Stimmt. Unser Weg war nicht gerade lehrbuchartig. Fachhandel und Gastronomie nehmen nicht gerne Spirituosen ins Sortiment, die man bereits im LEH oder gar im Discount findet. Deshalb haben wir uns bald entschieden, für Needle Gin ein Upgrade zu entwickeln: das Needle Gin Masterpiece, das mit noch hochwertigerer Qualität und damit auch einem höheren Preis in der Gastronomie Einzug finden soll. Dafür haben wir die Rezeptur intensiviert, setzen höhere Mengen der Botanicals ein. Außerdem hat er einen Alkoholgehalt von 45 Volumenprozent. Für Wood Stork Rum entwickeln wir gerade eine gehobene Sorte. Dafür sprechen wir auch mit Barkeepern, um zu erfahren, was sie gerne hätten. Das Upgrade sollte etwa in sechs bis acht Wochen verfügbar sein.

"Unser Weg war nicht gerade lehrbuchartig" 2
Die neue – nachhaltig arbeitende – Destillieranlage wird mit Kirschkernen „befeuert“. (Foto: Bimmerle)

Getränke News: Eigentlich ist ja die Corona-Krise nicht gerade eine gute Zeit für Ihre Pläne …

Benz: Unsere Planungen gehen trotzdem weiter. Wir versuchen, das ins Positive zu wenden und nutzen die Zeit, in der wir nicht viel zum Verkaufen kommen, um an unserem Portfolio zu feilen. Aktuell arbeiten wir zum Beispiel an einem Obstbrand. Der darf mit Blick auf unsere Tradition natürlich auch nicht fehlen.

Getränke News: Im Portfolio von Black Pan Drinks sind inzwischen auch einige internationale Spirituosen angesiedelt. Wie kam es dazu?

Benz: Mit unseren regionalen Produkten aus dem Schwarzwald sind wir sehr authentisch und glaubwürdig. Doch in der Gastronomie dürfen auch Importspirituosen nicht fehlen. Hierfür suchen wir Partner in den entsprechenden Ländern, um ebenso authentische Marken ganz neu nach Deutschland zu holen. Wir sehen durchaus gute Chancen für bislang noch weniger bekannte Labels. Schließlich wollen sich viele Gastronomen abseits des Mainstreams positionieren.

Getränke News: Seit Neuestem spielen Sie auch in dem Trendsegment der Hard Seltzer mit … 

Benz: Unter der Marke Buzz haben wir ein von uns selber produziertes Hard Seltzer eingeführt. Die Idee hatten wir schon vor über einem Jahr – seit wir gesehen haben, dass die Kategorie in den USA beispiellos funktioniert. Ob es am Ende wirklich auch hier bei uns ein Trend wird, kann man noch nicht wissen. Die Kategorie ist aber so attraktiv, dass wir es unbedingt versuchen wollen. Als To-go-Getränk aus der Dose ist Buzz natürlich vor allem ein Produkt für den Handel.

Getränke News: Warum sind Hard Seltzers für Sie attraktiv?

Benz: Sie bedienen bestens die anhaltende Nachfrage nach leichteren Getränken mit wenig Kalorien und geringem Alkoholgehalt. Buzz ist ein sehr erfrischendes Genussprodukt. Wir glauben, dass wir damit vor allem gesundheitsbewusste Konsumenten überzeugen können.

"Unser Weg war nicht gerade lehrbuchartig" 4
Tanks für die Mazeration, Fermentation und Lagerung (Foto: Bimmerle)

Getränke News: Branchenexperten fürchten, dass die Kategorie unter die Alkopopsteuer fallen könnte …

Benz: Natürlich haben wir eine Auskunft vom Zoll eingeholt: Als weinbasiertes Getränk fällt Buzz demnach aktuell nicht unter die Sondersteuer. Darauf verlassen wir uns. Es ist schon sehr schade, dass durch die ganze Steuer-Diskussion überhaupt nicht über das Produkt selber gesprochen wird, dabei birgt die Gattung Hard Seltzer in Deutschland enorme Potenziale.

Getränke News: Bei allen Neuerungen sind ja die Obstbrände weiterhin für Sie ein ganz starkes Kerngeschäft. Leider gehört die Kategorie seit Jahren zu den Verlierern. Wie stellen Sie sich darauf ein?

Benz: Die Kurve ging in den letzten zehn Jahren tatsächlich leicht abwärts. Dabei passt der Obstbrand eigentlich bestens zur Nachfrage nach natürlichen Produkten mit regionaler Herkunft. 100 Prozent Frucht, keine Aromen, kein Zuckerzusatz – und das aus dem Schwarzwald. Das sind doch gute Argumente. Die wollen wir noch stärker nutzen. Dabei müssen wir zudem gegen die Überalterung der Konsumenten kämpfen und Obstbrand auch den Jüngeren schmackhaft machen.

Interessanterweise erfährt die Gattung aber gerade jetzt einen Aufschwung. Das hat auch uns erstaunt. In der Corona-Krise konnten zwar viele Spirituosen im Lebensmittelhandel wachsen; die Obstbrände legten aber prozentual deutlich stärker zu als andere Sorten. Laut dem EAG Report fürs erste Halbjahr liegt der Obstbrand auf Platz 10 der Top 25 wachsenden Teilmärkte. Das ist eine Entwicklung, die uns aufatmen lässt.


Unser Gesprächspartner:

Nicolai Benz ist seit 2017 Vertriebsgeschäftsführer der Bimmerle KG. Er trat – nach kaufmännischer Ausbildung und BWL-Studium – im Februar 2015 zunächst als Vertriebsleiter in das Unternehmen ein. In der Geschäftsführung stehen ihm sein Vater Werner Benz (Produktion und Einkauf) und Michael Dresel (kaufmännische Leitung) zur Seite. 

Zusammen mit Branchenprofi Axel Schneider ist er zudem Geschäftsführer der im Oktober 2019 gegründeten Vertriebsfirma Black Pan Drinks, die einen Teil des Sortiments in die Gastronomie bringen soll. 

Über das Unternehmen:

Die Obstbrennerei Bimmerle wurde 1966 von Günter Bimmerle in Renchen/Schwarzwald gegründet und befindet sich heute in zweiter Generation in Familienhand. Vor drei Jahrzehnten belieferte das Unternehmen erstmals den deutschen LEH und ist heute mit der Marke „Lörch“ Marktführer in der Kategorie der Obstbrände.

Seit über zehn Jahren stellt Bimmerle zudem Eigenmarken für den Handel her und beliefert heute als ein maßgeblicher Marktteilnehmer fast alle deutschen LEH-Ketten (Vollsortimenter und Discounter) mit allen wichtigen Spirituosenkategorien.

Im Oktober 2019 gründete Bimmerle die Vertriebsgesellschaft Black Pan Drinks, um seine neuen Produkte wie Needle Gin und Wood Stork Rum sowie Spirituosenmarken internationaler Partner in die deutsche Gastronomie zu bringen.

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