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Oetker bestätigt Kauf von "Flaschenpost"
Online-Handel

Oetker bestätigt Kauf von „Flaschenpost“

Der Bielefelder Oetker-Konzern plant nach eigenen Angaben die Übernahme des Online-Getränkelieferdienstes „Flaschenpost“. Entsprechende Verträge seien am 30. Oktober unterzeichnet worden. Durch die geplante Akquisition will die Dr. August Oetker KG das Angebot ihres zur Radeberger Gruppe gehörenden Berliner Online-Getränkelieferdienstes Durstexpress ergänzen, heißt es in einer heute veröffentlichten Stellungnahme.

Während Durstexpress seine Aktivitäten vorrangig aus Berlin und den östlichen Bundesländern entwickelte, sei Flaschenpost aus Nordrhein-Westfalen heraus aktiv. Geleitet werde das erweiterte Unternehmen von einem Vorstand, der sich aus Mitgliedern des Flaschenpost-Vorstands sowie der Geschäftsführung von Durstexpress zusammensetzt. Der Vorstand berichte an einen Aufsichtsrat, der sich in den kommenden Wochen formieren werde. 

Der Online-Getränkelieferdienst soll zukünftig aus zwei zentralen Verwaltungen in Berlin und Münster gelenkt und weiterentwickelt werden. Über den Kaufpreis haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart. Medienberichten zufolge soll er bei einer Milliarde Euro liegen. Experten gehen allerdings von einem deutlich niedrigeren Kaufpreis aus (einen Bericht dazu lesen Sie hier). Die Transaktion steht unter Vorbehalt der Genehmigung durch die Kartellbehörden.

Neuer Vertriebskanal für Oetker

Das 2016 gegründete Start-up Flaschenpost gilt als Erfolgsmodell, obwohl das Unternehmen laut dem Nachrichtenportal „t3n“ einen negativen monatlichen Cash-Flow von 2,5 Millionen Euro ausweist. Der Umsatz habe sich jedoch von 2018 auf 2019 und von 2019 auf 2020 jeweils verdreifacht. Allein im Oktober dieses Jahres habe der Lieferdienst rund 27 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet. Das Unternehmen komme so auf einen aktuellen Jahresumsatz von 320 Millionen Euro und das Wachstumspotenzial ist laut Experten nach wie vor groß.

Inzwischen hat Flaschenpost nämlich damit begonnen, Obst, Gemüse, Konserven, Hygieneartikel, Bürobedarf und vieles mehr ins Sortiment aufzunehmen. Zudem ist es dem Lieferdienst gelungen, Bier- und Wasser-Eigenmarken zu etablieren. So sollen inzwischen rund 15 Prozent des Gesamtumsatzes von den eigenen Biermarken erzielt werden. Für den Oetker-Konzern könnte sich damit nach Branchenkennern ein neuer Vertriebskanal für die eigenen Produkte öffnen. 

Tatsache ist: Flaschenpost ist wie viele E-Commerce Firmen auch ein Corona-Profiteur. Dies belegen eindrucksvoll die Umsatzzuwächse der letzten Monate. Der neuerliche „Lockdown Light“ dürfte also den Verkauf an Oetker beschleunigt haben. Bereits 2017 hatte der Bielefelder Konzern versucht, das innovative Konzept zu übernehmen. Die Übernahmeverhandlungen waren damals gescheitert. Mit Durstexpress hatte Oetker seinen eigenen Lieferdienst aufgebaut, der Flaschenpost in mehreren Städten Konkurrenz machte, darunter München, Hamburg und Frankfurt am Main.


Aktualisierung vom 2. November, 14:40 Uhr

Zur Oetker-Übernahme von Flaschenpost hat sich inzwischen auch die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zu Wort gemeldet. „Für die Beschäftigten können die Arbeitsbedingungen nur besser werden. Wenn der möglicherweise milliardenschwere Deal abgeschlossen ist, fordern wir den Oetker-Konzern auf, mit der NGG einen Tarifvertrag für die Beschäftigten von Flaschenpost abzuschließen“, so Freddy Adjan, stellvertretender Vorsitzender der NGG.

Die derzeitigen Eigentümer von Flaschenpost seien bisher dadurch aufgefallen, die Betriebskosten auf dem Rücken der Beschäftigten zu minimieren. Die prekären Arbeitsbedingungen – beispielsweise waren die Lieferwagen im Hochsommer ohne Klimaanlagen unterwegs – und die schlechte Bezahlung wurden immer wieder öffentlich angeprangert. „Vor allem hat das Unternehmen alles darangesetzt, die Gründung von Betriebsräten zu verhindern“, sagt Adjan. Für die Beschäftigten von Flaschenpost könne es nur besser werden. Immerhin gehöre es bei Oetker zum guten Ton, die Arbeitsbedingungen mit der NGG zu regeln, erklärt der NGG-Vize. So seien alle Betriebe der Radeberger Gruppe, von den Brauereien bis zu den Produzenten von Erfrischungsgetränken, tarifgebunden.


Über Flaschenpost

Flaschenpost wurde 2016 von Dieter Büchel gemeinsam mit Dr. Stephen Weich, Niklas Plath und Christopher Huesmann im westfälischen Münster gegründet. Büchel ging mit seiner Idee des Getränkelieferdienstes jedoch bereits 2014 an den Start. Mit Erfolg: Das Start-up erhielt derart viele Aufträge, dass es mit der Auslieferung nicht mehr nachkam und damit die Kunden verärgerte. Büchel zog die Reißleine und analysierte die Fehler.

2016 dann der zweite Versuch mit Flaschenpost. Das Unternehmen wurde schnell über die Stadtgrenzen Münsters hinaus bekannt. Um weiter zu expandieren, zogen die Gründer immer mehr Investoren an Land. Frisches Kapital erhielt das Unternehmen zuletzt aus New York. 50 Millionen Euro investierte VC Tiger Global im März 2019 in den Lieferdienst, um das Wachstum voranzutreiben. Heute beliefert Flaschenpost von 23 Lagerstandorten aus mit rund 1.300 Fahrzeugen und 7.000 Mitarbeitern rund 150 Städte in Deutschland. Der Jahresumsatz soll bei über 200 Millionen Euro liegen.

In der Vergangenheit sorgte Flaschenpost auch vermehrt für negative Schlagzeilen. So berichtete „Der Spiegel“ bereits im März 2019 in einem Artikel mit der Überschrift „Wie seriös ist das Getränke-Start-up Flaschenpost?“ über unzufriedene Mitarbeiter und unseriöse Zustände. Anfang Februar 2020 wurde ein Brandanschlag auf die Dortmunder Filiale des Unternehmens verübt. Ebenfalls im Februar dieses Jahres stellte die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) Strafanzeige gegen die Flaschenpost-Geschäftsführer. Skrupellos und brutal habe der Lieferdienst die Beschäftigten in seiner Düsseldorfer Filiale an der Wahl eines Betriebsrates zu hindern versucht, so die NGG. 


Über die Radeberger Gruppe

Die Radeberger Gruppe ist Deutschlands größte private Brauereigruppe und Teil des Familienunternehmens Dr. August Oetker KG in Bielefeld. Mit ihrem Getränkeportfolio internationaler, nationaler und regionaler Biermarken und alkoholfreier Getränke, ihren Getränkefachgroßhändlern, einem Streckenlogistiker, einem Getränke-Einzelhändler sowie einem Express-Lieferdienst und verschiedenen Beteiligungen und starken Schulterschlüssen mit Marktbegleitern ist sie in allen Bereichen des Getränkemarktes vertreten. 

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Oetker bestätigt Kauf von "Flaschenpost"
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Oetker bestätigt Kauf von „Flaschenpost“

Der Bielefelder Oetker-Konzern plant nach eigenen Angaben die Übernahme des Online-Getränkelieferdienstes „Flaschenpost“. Entsprechende Verträge seien am 30. Oktober unterzeichnet worden. Durch die geplante Akquisition will die Dr. August Oetker KG das Angebot ihres zur Radeberger Gruppe gehörenden Berliner Online-Getränkelieferdienstes Durstexpress ergänzen, heißt es in einer heute veröffentlichten Stellungnahme.

Während Durstexpress seine Aktivitäten vorrangig aus Berlin und den östlichen Bundesländern entwickelte, sei Flaschenpost aus Nordrhein-Westfalen heraus aktiv. Geleitet werde das erweiterte Unternehmen von einem Vorstand, der sich aus Mitgliedern des Flaschenpost-Vorstands sowie der Geschäftsführung von Durstexpress zusammensetzt. Der Vorstand berichte an einen Aufsichtsrat, der sich in den kommenden Wochen formieren werde. 

Der Online-Getränkelieferdienst soll zukünftig aus zwei zentralen Verwaltungen in Berlin und Münster gelenkt und weiterentwickelt werden. Über den Kaufpreis haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart. Medienberichten zufolge soll er bei einer Milliarde Euro liegen. Experten gehen allerdings von einem deutlich niedrigeren Kaufpreis aus (einen Bericht dazu lesen Sie hier). Die Transaktion steht unter Vorbehalt der Genehmigung durch die Kartellbehörden.

Neuer Vertriebskanal für Oetker

Das 2016 gegründete Start-up Flaschenpost gilt als Erfolgsmodell, obwohl das Unternehmen laut dem Nachrichtenportal „t3n“ einen negativen monatlichen Cash-Flow von 2,5 Millionen Euro ausweist. Der Umsatz habe sich jedoch von 2018 auf 2019 und von 2019 auf 2020 jeweils verdreifacht. Allein im Oktober dieses Jahres habe der Lieferdienst rund 27 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet. Das Unternehmen komme so auf einen aktuellen Jahresumsatz von 320 Millionen Euro und das Wachstumspotenzial ist laut Experten nach wie vor groß.

Inzwischen hat Flaschenpost nämlich damit begonnen, Obst, Gemüse, Konserven, Hygieneartikel, Bürobedarf und vieles mehr ins Sortiment aufzunehmen. Zudem ist es dem Lieferdienst gelungen, Bier- und Wasser-Eigenmarken zu etablieren. So sollen inzwischen rund 15 Prozent des Gesamtumsatzes von den eigenen Biermarken erzielt werden. Für den Oetker-Konzern könnte sich damit nach Branchenkennern ein neuer Vertriebskanal für die eigenen Produkte öffnen. 

Tatsache ist: Flaschenpost ist wie viele E-Commerce Firmen auch ein Corona-Profiteur. Dies belegen eindrucksvoll die Umsatzzuwächse der letzten Monate. Der neuerliche „Lockdown Light“ dürfte also den Verkauf an Oetker beschleunigt haben. Bereits 2017 hatte der Bielefelder Konzern versucht, das innovative Konzept zu übernehmen. Die Übernahmeverhandlungen waren damals gescheitert. Mit Durstexpress hatte Oetker seinen eigenen Lieferdienst aufgebaut, der Flaschenpost in mehreren Städten Konkurrenz machte, darunter München, Hamburg und Frankfurt am Main.


Aktualisierung vom 2. November, 14:40 Uhr

Zur Oetker-Übernahme von Flaschenpost hat sich inzwischen auch die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zu Wort gemeldet. „Für die Beschäftigten können die Arbeitsbedingungen nur besser werden. Wenn der möglicherweise milliardenschwere Deal abgeschlossen ist, fordern wir den Oetker-Konzern auf, mit der NGG einen Tarifvertrag für die Beschäftigten von Flaschenpost abzuschließen“, so Freddy Adjan, stellvertretender Vorsitzender der NGG.

Die derzeitigen Eigentümer von Flaschenpost seien bisher dadurch aufgefallen, die Betriebskosten auf dem Rücken der Beschäftigten zu minimieren. Die prekären Arbeitsbedingungen – beispielsweise waren die Lieferwagen im Hochsommer ohne Klimaanlagen unterwegs – und die schlechte Bezahlung wurden immer wieder öffentlich angeprangert. „Vor allem hat das Unternehmen alles darangesetzt, die Gründung von Betriebsräten zu verhindern“, sagt Adjan. Für die Beschäftigten von Flaschenpost könne es nur besser werden. Immerhin gehöre es bei Oetker zum guten Ton, die Arbeitsbedingungen mit der NGG zu regeln, erklärt der NGG-Vize. So seien alle Betriebe der Radeberger Gruppe, von den Brauereien bis zu den Produzenten von Erfrischungsgetränken, tarifgebunden.


Über Flaschenpost

Flaschenpost wurde 2016 von Dieter Büchel gemeinsam mit Dr. Stephen Weich, Niklas Plath und Christopher Huesmann im westfälischen Münster gegründet. Büchel ging mit seiner Idee des Getränkelieferdienstes jedoch bereits 2014 an den Start. Mit Erfolg: Das Start-up erhielt derart viele Aufträge, dass es mit der Auslieferung nicht mehr nachkam und damit die Kunden verärgerte. Büchel zog die Reißleine und analysierte die Fehler.

2016 dann der zweite Versuch mit Flaschenpost. Das Unternehmen wurde schnell über die Stadtgrenzen Münsters hinaus bekannt. Um weiter zu expandieren, zogen die Gründer immer mehr Investoren an Land. Frisches Kapital erhielt das Unternehmen zuletzt aus New York. 50 Millionen Euro investierte VC Tiger Global im März 2019 in den Lieferdienst, um das Wachstum voranzutreiben. Heute beliefert Flaschenpost von 23 Lagerstandorten aus mit rund 1.300 Fahrzeugen und 7.000 Mitarbeitern rund 150 Städte in Deutschland. Der Jahresumsatz soll bei über 200 Millionen Euro liegen.

In der Vergangenheit sorgte Flaschenpost auch vermehrt für negative Schlagzeilen. So berichtete „Der Spiegel“ bereits im März 2019 in einem Artikel mit der Überschrift „Wie seriös ist das Getränke-Start-up Flaschenpost?“ über unzufriedene Mitarbeiter und unseriöse Zustände. Anfang Februar 2020 wurde ein Brandanschlag auf die Dortmunder Filiale des Unternehmens verübt. Ebenfalls im Februar dieses Jahres stellte die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) Strafanzeige gegen die Flaschenpost-Geschäftsführer. Skrupellos und brutal habe der Lieferdienst die Beschäftigten in seiner Düsseldorfer Filiale an der Wahl eines Betriebsrates zu hindern versucht, so die NGG. 


Über die Radeberger Gruppe

Die Radeberger Gruppe ist Deutschlands größte private Brauereigruppe und Teil des Familienunternehmens Dr. August Oetker KG in Bielefeld. Mit ihrem Getränkeportfolio internationaler, nationaler und regionaler Biermarken und alkoholfreier Getränke, ihren Getränkefachgroßhändlern, einem Streckenlogistiker, einem Getränke-Einzelhändler sowie einem Express-Lieferdienst und verschiedenen Beteiligungen und starken Schulterschlüssen mit Marktbegleitern ist sie in allen Bereichen des Getränkemarktes vertreten. 

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