Das Braunschweiger Hofbrauhaus Wolters hat beim Amtsgericht Braunschweig einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt. Der Geschäftsbetrieb der Traditionsbrauerei soll nach Unternehmensangaben uneingeschränkt fortgeführt werden. Die Löhne und Gehälter der Belegschaft seien gesichert, die Mitarbeiter wurden in einer Versammlung über das Verfahren informiert.
Wolters begründet den Schritt mit anhaltender Absatzschwäche und deutlich gestiegenen Kosten. Die Brauerei verweist dabei auf die schwierige Lage der deutschen Brauwirtschaft: Seit der Corona-Pandemie hätten höhere Energie-, Produktions- und Logistikkosten die Ertragslage belastet. Hinzu kämen schwankende Exportmärkte und eine weiterhin zurückhaltende Nachfrage. Bei Wolters hat sich diese Entwicklung offenbar deutlich niedergeschlagen. Nach Branchenschätzungen dürfte der Jahresausstoß zuletzt unter 400.000 Hektoliter gerutscht sein. 1995 lag Wolters noch bei 570.000 Hektolitern.
Für den Braustandort Braunschweig ist es der nächste Einschnitt innerhalb kurzer Zeit. Erst Ende 2025 hatte Oettinger die Bierproduktion in Braunschweig eingestellt. Nun steht mit Wolters ein weiterer traditionsreicher Brauereibetrieb der Stadt vor einer grundlegenden Neuaufstellung.
Die Brauerei Wolters ist seit 2021 eine 100-prozentige Tochter der Volksbank Brawo eG. Die Genossenschaftsbank mit Sitz in Wolfsburg und starker Präsenz in Braunschweig hatte nach der Übernahme zunächst mehrere Millionen Euro in den Brauereistandort investiert, unter anderem in eine neue Abfüllanlage und eine Entalkoholisierungsanlage. Doch auch die Bank befindet sich aktuell in einer Phase der Neuausrichtung. Nach der Freistellung des früheren Vorstandsvorsitzenden Jürgen Brinkmann bestellte der Aufsichtsrat zuletzt den Restrukturierungsexperten Heiner Arnoldi in den Vorstand. Er soll die Sanierung der Volksbank vorantreiben.
Das Eigenverwaltungsverfahren soll der Brauerei Wolters Spielraum für eine strategische Sanierung geben. Künftig will sich das Unternehmen stärker auf den regionalen Markt konzentrieren. Zudem soll das alkoholfreie Sortiment ausgebaut werden. Damit soll Wolters breiter aufgestellt werden als bislang im klassischen Biergeschäft.
Begleitet wird die Geschäftsführung von Eckert Rechtsanwälte und der Eckert Assurance GmbH. Beide übernehmen die Rolle der Generalhandlungsbevollmächtigten. Zum vorläufigen Sachwalter wurde Rechtsanwalt Torsten Gutmann von Pluta bestellt.

























































































