Sinkende Bierabsätze und steigende Kosten schlagen sich zunehmend in der Zahl der Brauereien nieder. Wie das Statistische Bundesamt heute mitteilt, ist ihre Zahl 2025 um 53 auf 1.415 gesunken. Gegenüber dem Rekordjahr 2019 gibt es damit 137 Brauereien weniger.
Im Jahr 2019 hatte die Zahl der Betriebe mit 1.552 den höchsten Stand der vergangenen drei Jahrzehnte erreicht. Seither ist sie um 8,8 Prozent zurückgegangen. Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung in Bayern und Nordrhein-Westfalen. In Bayern sank die Zahl der Brauereien seit 2019 von 648 auf 588. Nordrhein-Westfalen verlor im selben Zeitraum 31 Betriebe und kam zuletzt noch auf 131. Bayern blieb das Bundesland mit den meisten Braustätten. Es folgten Baden-Württemberg mit 190 und Nordrhein-Westfalen mit 131 Brauereien.
Geprägt wird die Branche weiterhin von kleinen Betrieben. Mehr als die Hälfte der Brauereien, insgesamt 821, erzeugte jährlich höchstens 1.000 Hektoliter Bier. Zur größten Größenklasse mit einer Produktion von mindestens zwei Millionen Hektolitern gehörten acht Brauereien.
Absatzminus verschärft Strukturwandel
Tatsache ist: Der Bierabsatz geht bereits seit Jahren zurück. Besonders stark fiel das Minus 2025 aus: Brauereien und Bierlager verkauften rund 78 Millionen Hektoliter Bier. Das waren 6,0 Prozent weniger als im Vorjahr und 15,7 Prozent weniger als 2019. Auch im laufenden Jahr hat sich die Marktlage nicht entspannt. In den ersten sechs Monaten 2026 sank der Bierabsatz nach Angaben von Veltins unter Berufung auf das Statistische Bundesamt um 855.000 Hektoliter oder 2,2 Prozent.
Dr. Volker Kuhl, Sprecher der Geschäftsführung der Brauerei Veltins, rechnet deshalb mit weiteren Betriebsschließungen. Viele Brauereien gerieten durch steigende Kosten und sinkende Nachfrage wirtschaftlich unter Druck. Kostenintensive Überkapazitäten verschärften die Lage zusätzlich.
„So bedauerlich der absehbare Verlust von Traditionsbetrieben ist, die Betriebsaufgaben werden sich häufen, weil dem Bierbrauen in vielen technisch längst überholten Braustätten die Wirtschaftlichkeit verloren geht“, sagt Kuhl. Immer mehr Sanierungsfälle mündeten nach Einschätzung von Veltins inzwischen in Insolvenzen. „Das rasante Aufkommen von Schieflagen zeigt, dass vielerorts das Eigenkapital aufgezehrt ist. Es werden auf Dauer nur die wirtschaftlich gut aufgestellten und investitionsfreudigen Brauereien eine langfristige Marktchance haben“, so Kuhl.























































































