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Messe wird zum "Computerspiel"
Pro Fachhandel

Messe wird zum „Computerspiel“

Die Leitmesse des Getränke- und Conveniencefachgroßhandels „Pro Fachhandel“ findet in diesem Jahr virtuell statt. Dafür hat der Veranstalter, die Nürnberger Verbundgruppe GES, in kurzer Frist ein hochmodernes Konzept entwickelt, das so noch nie zum Einsatz gekommen ist. Als Kooperationspartner wurde die auf Virtual- und Augmented-Reality spezialisierte Agentur Aldinger+Wolf, Stuttgart, ins Boot geholt.

Nach umfangreicher Abwägung sei man zu dem Schluss gekommen, die physische Messe abzusagen, erklärt GES-Vorstand Alexander Berger auf Nachfrage von Getränke News. „Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen“, aber am Ende hätten vor allem zwei Gründe den Ausschlag gegeben: Zum einen sei die schon traditionelle Abendveranstaltung immer ein Highlight, diese müsse aber wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr definitiv ausfallen. „Alles andere wäre unverantwortlich“, unterstreicht Berger.

Vorschriften für reale Messe zu streng

Außerdem seien die Hygienevorschriften derzeit so streng, dass man von einem „ausgelassenen Messegeschäft“ nicht reden könne. Unter anderem gelte Maskenpflicht, und die Besucherzahl an den Ständen sei deutlich begrenzt. Zahlreiche Gespräche mit Fachhändlern ergaben dem GES-Vorstand zufolge, dass unter den aktuellen Bedingungen viele nicht anreisen würden. „Demgegenüber gehen wir davon aus, dass wir mit der diesjährigen Messe unter den gegebenen Umständen die Besucherzahlen deutlich erhöhen können“, so Berger.


„Mit der virtuellen Messe ist die GES ihrer Zeit voraus“: GES-Vorstand Alexander Berger (Foto: GES)

Inzwischen zeigt sich das GES-Management bei allem Bedauern aber begeistert mit der in wochenlanger Arbeit entstandenen innovativen Lösung. „Mit der virtuellen Messe ist die GES wieder mal einen Schritt der Zeit voraus“, freut sich Berger. Der IT-Partner sei seit 20 Jahren im Virtual-Reality-Geschäft unterwegs, die inzwischen fast fertig entwickelte digitale Alternative sei in Echtzeit-3D programmiert und „damit absolut State of the Art“. 

„Man kann sich das ein bisschen vorstellen wie ein Computerspiel, in diesem Fall kommunikativ und gewaltfrei“, erklärt Alexander Berger: Die Besucher bewegen sich, einfach gesteuert von ihrer Computermaus, über die Messe, während realistisch gestaltete Stände zum Besuch einladen. An den Ständen können über Aktionsbuttons verschiedene Funktionen gewählt werden. 

Sogar Tastings sind möglich

Beispielsweise kann man Informationen, Fotos oder Videos über Produkte und Innovationen downloaden, Chatrooms besuchen oder an Meetings mit seinem Lieferanten teilnehmen. Wie gewohnt können die Besucher an den Ständen auf attraktive Messekonditionen und Aktionspreise zugreifen. Wie bei einer „echten“ Messe sei es sinnvoll, für Gespräche mit Geschäftspartnern zuvor Termine zu vereinbaren, betont Berger. Zudem laden die Aussteller während der einwöchigen Laufzeit zu exklusiven Tastings ein. Die Teilnehmer erhalten nach verbindlicher Anmeldung im Vorfeld die Geschmacksmuster zugesandt. Technisch ist zur Teilnahme keine besondere Ausstattung notwendig. Da die Plattform über den Webbrowser läuft, muss keine Software auf den Endgeräten extra installiert werden. 

Gerade im Bereich von Getränken und Genussmitteln darf indessen bei aller Digitalisierung das echte Produkterlebnis nicht fehlen, das weiß man auch bei der GES. Im Eintrittspreis enthalten ist deshalb eine „Goodie-Box“ mit von den Ausstellern festgelegten Produkten, die die Genossenschaft im Vorfeld an Teilnehmer verschickt, damit diese die Neuheiten auch probieren können.

Doch wie kann man sich einen virtuellen Messestand überhaupt vorstellen? Eigentlich ist es gar nicht so anders als bei einem realen Aufbau: Man findet Produktdarstellungen, Firmenlogo, Markenschriftzüge, Broschüren, Präsentationsfilme – ganz individuell für die verschiedenen Lieferanten. Sie können zwischen acht verschiedenen Entwürfen (Templates) wählen, die ohne spezielle Vorkenntnisse nach den eigenen Wünschen in Optik und Inhalt konfiguriert werden. Wer eine noch individuellere Lösung bevorzugt, für den kann auch ein ganz eigener Stand nach bereits vorliegenden Fotos oder Planungsdaten erstellt werden.

Interesse der Aussteller sehr groß

Die erste Resonanz aus der Industrie ist laut Alexander Berger sehr positiv. „Wir sind seit gut zwei Wochen in Gesprächen und bisher sind alle hellauf begeistert“, freut sich der GES-Vorstand. Nicht nur aus der Spirituosenbranche, aus der in den vergangenen Jahren die meisten Aussteller kamen, sei das Interesse groß. „Wir sehen eine Riesen-Chance, auch Brauereien und Brunnen für das Konzept zu gewinnen“, meint Berger. 

Bei aller Begeisterung ist es dem GES-Vorstand wichtig zu betonen, dass man auch in Nürnberg sobald wie möglich zur Normalität einer analogen Messe zurückkehren möchte. „Wir haben für die Corona-Situation eine sehr innovative Lösung gefunden, das ist aber kein Ersatz für die echte Pro Fachhandel“, unterstreicht er. Am Ende wolle doch jeder wieder „Genusswelten und die Menschen real erleben“. Jetzt warte man aber erst einmal ab, wie die digitalisierte Version bei Ausstellern und Besuchern ankomme. „Es wird sehr spannend für die Branche“, so Berger abschließend.


Die Pro Fachhandel 2020 im Überblick

  • Termin: 21. bis 25. September
  • Eintritt: 29,- Euro für den gesamten Messezeitraum, inklusive „Goodie-Box“ mit Verkostungsmustern
  • Voraussetzung: auf allen Endgeräten möglich, möglichst mit Kamera; keine Extra-Software erforderlich
  • Kosten für Aussteller: Messestand nach Template ca. 2.500 Euro, weitere Aufwendungen (z.B. für Goodie-Box) können hinzukommen
  • IT-Partner: Aldinger + Wolf, Stuttgart
  • Infos auch unter www.profachhandel.de
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Messe wird zum "Computerspiel"
Pro Fachhandel

Messe wird zum „Computerspiel“

Die Leitmesse des Getränke- und Conveniencefachgroßhandels „Pro Fachhandel“ findet in diesem Jahr virtuell statt. Dafür hat der Veranstalter, die Nürnberger Verbundgruppe GES, in kurzer Frist ein hochmodernes Konzept entwickelt, das so noch nie zum Einsatz gekommen ist. Als Kooperationspartner wurde die auf Virtual- und Augmented-Reality spezialisierte Agentur Aldinger+Wolf, Stuttgart, ins Boot geholt.

Nach umfangreicher Abwägung sei man zu dem Schluss gekommen, die physische Messe abzusagen, erklärt GES-Vorstand Alexander Berger auf Nachfrage von Getränke News. „Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen“, aber am Ende hätten vor allem zwei Gründe den Ausschlag gegeben: Zum einen sei die schon traditionelle Abendveranstaltung immer ein Highlight, diese müsse aber wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr definitiv ausfallen. „Alles andere wäre unverantwortlich“, unterstreicht Berger.

Vorschriften für reale Messe zu streng

Außerdem seien die Hygienevorschriften derzeit so streng, dass man von einem „ausgelassenen Messegeschäft“ nicht reden könne. Unter anderem gelte Maskenpflicht, und die Besucherzahl an den Ständen sei deutlich begrenzt. Zahlreiche Gespräche mit Fachhändlern ergaben dem GES-Vorstand zufolge, dass unter den aktuellen Bedingungen viele nicht anreisen würden. „Demgegenüber gehen wir davon aus, dass wir mit der diesjährigen Messe unter den gegebenen Umständen die Besucherzahlen deutlich erhöhen können“, so Berger.


„Mit der virtuellen Messe ist die GES ihrer Zeit voraus“: GES-Vorstand Alexander Berger (Foto: GES)

Inzwischen zeigt sich das GES-Management bei allem Bedauern aber begeistert mit der in wochenlanger Arbeit entstandenen innovativen Lösung. „Mit der virtuellen Messe ist die GES wieder mal einen Schritt der Zeit voraus“, freut sich Berger. Der IT-Partner sei seit 20 Jahren im Virtual-Reality-Geschäft unterwegs, die inzwischen fast fertig entwickelte digitale Alternative sei in Echtzeit-3D programmiert und „damit absolut State of the Art“. 

„Man kann sich das ein bisschen vorstellen wie ein Computerspiel, in diesem Fall kommunikativ und gewaltfrei“, erklärt Alexander Berger: Die Besucher bewegen sich, einfach gesteuert von ihrer Computermaus, über die Messe, während realistisch gestaltete Stände zum Besuch einladen. An den Ständen können über Aktionsbuttons verschiedene Funktionen gewählt werden. 

Sogar Tastings sind möglich

Beispielsweise kann man Informationen, Fotos oder Videos über Produkte und Innovationen downloaden, Chatrooms besuchen oder an Meetings mit seinem Lieferanten teilnehmen. Wie gewohnt können die Besucher an den Ständen auf attraktive Messekonditionen und Aktionspreise zugreifen. Wie bei einer „echten“ Messe sei es sinnvoll, für Gespräche mit Geschäftspartnern zuvor Termine zu vereinbaren, betont Berger. Zudem laden die Aussteller während der einwöchigen Laufzeit zu exklusiven Tastings ein. Die Teilnehmer erhalten nach verbindlicher Anmeldung im Vorfeld die Geschmacksmuster zugesandt. Technisch ist zur Teilnahme keine besondere Ausstattung notwendig. Da die Plattform über den Webbrowser läuft, muss keine Software auf den Endgeräten extra installiert werden. 

Gerade im Bereich von Getränken und Genussmitteln darf indessen bei aller Digitalisierung das echte Produkterlebnis nicht fehlen, das weiß man auch bei der GES. Im Eintrittspreis enthalten ist deshalb eine „Goodie-Box“ mit von den Ausstellern festgelegten Produkten, die die Genossenschaft im Vorfeld an Teilnehmer verschickt, damit diese die Neuheiten auch probieren können.

Doch wie kann man sich einen virtuellen Messestand überhaupt vorstellen? Eigentlich ist es gar nicht so anders als bei einem realen Aufbau: Man findet Produktdarstellungen, Firmenlogo, Markenschriftzüge, Broschüren, Präsentationsfilme – ganz individuell für die verschiedenen Lieferanten. Sie können zwischen acht verschiedenen Entwürfen (Templates) wählen, die ohne spezielle Vorkenntnisse nach den eigenen Wünschen in Optik und Inhalt konfiguriert werden. Wer eine noch individuellere Lösung bevorzugt, für den kann auch ein ganz eigener Stand nach bereits vorliegenden Fotos oder Planungsdaten erstellt werden.

Interesse der Aussteller sehr groß

Die erste Resonanz aus der Industrie ist laut Alexander Berger sehr positiv. „Wir sind seit gut zwei Wochen in Gesprächen und bisher sind alle hellauf begeistert“, freut sich der GES-Vorstand. Nicht nur aus der Spirituosenbranche, aus der in den vergangenen Jahren die meisten Aussteller kamen, sei das Interesse groß. „Wir sehen eine Riesen-Chance, auch Brauereien und Brunnen für das Konzept zu gewinnen“, meint Berger. 

Bei aller Begeisterung ist es dem GES-Vorstand wichtig zu betonen, dass man auch in Nürnberg sobald wie möglich zur Normalität einer analogen Messe zurückkehren möchte. „Wir haben für die Corona-Situation eine sehr innovative Lösung gefunden, das ist aber kein Ersatz für die echte Pro Fachhandel“, unterstreicht er. Am Ende wolle doch jeder wieder „Genusswelten und die Menschen real erleben“. Jetzt warte man aber erst einmal ab, wie die digitalisierte Version bei Ausstellern und Besuchern ankomme. „Es wird sehr spannend für die Branche“, so Berger abschließend.


Die Pro Fachhandel 2020 im Überblick

  • Termin: 21. bis 25. September
  • Eintritt: 29,- Euro für den gesamten Messezeitraum, inklusive „Goodie-Box“ mit Verkostungsmustern
  • Voraussetzung: auf allen Endgeräten möglich, möglichst mit Kamera; keine Extra-Software erforderlich
  • Kosten für Aussteller: Messestand nach Template ca. 2.500 Euro, weitere Aufwendungen (z.B. für Goodie-Box) können hinzukommen
  • IT-Partner: Aldinger + Wolf, Stuttgart
  • Infos auch unter www.profachhandel.de
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