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"Wir wollen ein klares Signal senden"
Veltins

„Wir wollen ein klares Signal senden“

Das Gastronomiegeschäft im Getränkefachgroßhandel (GFGH) ist in den zurückliegenden zwei Wochen nahezu vollständig zum Erliegen gekommen. Vor allem die anhaltend hohe Warenbevorratung bei gleichzeitig ausbleibendem Liefergeschäft drückt beim GFGH und schafft Liquiditätsengpässe. Nachdem die Brauerei Veltins eine großflächige Rückzahlung beschlossen hat (wir berichteten), sprach Getränke News mit dem Generalbevollmächtigten Michael Huber.


Getränke News: Als erste Brauerei haben Sie Ihren Getränkefachgroßhändlern flächendeckend eine Rückzahlung von 60 Prozent des Warenwertes der letzten Fassbierabholung zugesagt. Was hat Sie zu dieser Millionen-Zahlung bewogen?

Huber: Veltins will keinen Eiertanz – wir wollen ein klares Signal Richtung Getränkefachgroßhandel geben. Vor allem soll unsere Maßnahme sofortige Wirkung zeigen und stützend wirken. Es steht doch außer Zweifel, dass wir Hersteller, Getränkefachgroßhandel und Gastronomie eine Ausnahmesituation durchleben. Der Lockdown war nichts anders als eine Vollbremsung – und zwar auf Null.

Getränke News: Eine Alternative wäre die Warenrücknahme gewesen. Warum haben Sie sich anders entschieden? 

Huber: Warenrücknahme war uns nicht genug. Wir wissen um die Probleme der mittelständischen Betriebe, denen in diesen Wochen des Stillstandes schlicht und einfach Liquidität fehlt. Außerdem sollen unsere Partner uneingeschränkt über die Ware verfügen, die sie ja in absehbarer Zeit ohnehin wieder benötigen. Wir gehen davon aus, mit dieser wirklich unternehmerisch motivierten Regelung gerade in diesen schwierigen Wochen einen Beweis für unsere weitreichende Partnerschaft erbracht zu haben.

Getränke News: Die Veltins-Nachricht hat sich in den letzten Tagen im GFGH wie ein Lauffeuer verbreitet. Gibt es schon erste Reaktion aus dem Getränkefachgroßhandel?

Huber: Die Resonanz war durchweg erfreulich, weil man uns Herz und Verstand bescheinigt. Die Rückzahlung, die zeitnah die Geschäftskonten auffrischt, hilft damit sofort – und zwar ohne Wenn und Aber! Das ist es, was wir wollen: Klare Kante!

Getränke News: Noch ist nicht vorhersehbar, wie sich das GFGH-Geschäft in Richtung Gastronomie in den nächsten Wochen entwickelt. Wie ist Ihre Einschätzung?

Huber: Für alle Marktbeteiligten heißt es erst einmal, mit der schwierigen Lage umzugehen, um nach der Krise wieder mit partnerschaftlicher Kraft durchzustarten. Die Politik ist bei der Abwägung aller Fakten und Vorhersagen wahrlich nicht zu beneiden. Wir brauchen alltagstaugliche, wägbare Prognosen, die Menschen und Wirtschaft auch kurzfristig gleichermaßen schützen. Nach Angst und Hysterie müssen alle Seiten Augenmaß walten lassen.

Getränke News: Schon im Frühsommer sollte nach allem, was wir wissen, das Gastronomiegeschäft wieder angelaufen sein. Was bedeutet das für die Verkaufsintensität?

Huber: Es wird ein schwieriges Jahr bleiben. Doch der Verbraucher hat dann Wochen der erzwungenen Enthaltsamkeit hinter sich gebracht – er möchte den Sommer wieder unbeschwerter genießen können als den Frühling. Auch wenn wir im Eventgeschäft mit Einschränkungen den Sommer hindurch leben müssen, bin ich zuversichtlich, dass sich die gastronomischen Aktivitäten Schritt für Schritt wieder entspannen.

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