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„Wir spüren die Hamsterkäufe“
Plose Quelle

„Wir spüren die Hamsterkäufe“

Die Plose Quelle AG hat ihren Firmensitz in Brixen, Südtirol. Wie wirkt sich das strikte italienweite Ausgangsverbot auf das Familienunternehmen aus und ist die Lieferkette nach Deutschland gefährdet? Getränke News sprach mit Vertriebschef Herbert Ploner über die aktuelle Situation.


Getränke News: Wie ist aktuell die Lage bei Ihnen im Werk? Können und dürfen Sie noch abfüllen?

Ploner: In unserer Firma ist Gott sei Dank noch niemand erkrankt. Wir arbeiten aktuell nur noch im Ein-Schicht-Betrieb mit der Hälfte unserer Belegschaft. Die andere Hälfte unserer Mitarbeiter ist zuhause. Es ist jedoch niemand in Kurzarbeit. Viele bauen gerade ihren Urlaub ab, einige sind im Homeoffice.

In der Produktion, der Logistik und der Verwaltung haben wir verschiedene Teams gebildet, die zu unterschiedlichen Zeiten im Betrieb sind, sich also nicht begegnen. So wollen wir sicherstellen, dass der Arbeitsablauf gewährleistet werden kann.

Getränke News: Es gibt also keine Lieferengpässe?

Ploner: Wir haben im letzten Jahr für 2020 gut geplant und können zurzeit noch alle unsere Kunden mit Ware versorgen, trotz einiger Engpässe beim Leergut. Die Nachfrage nach unseren Wässern ist nach wie vor hoch. Wir spüren Hamsterkäufe in Italien und in Deutschland. Der Naturkosthandel und die Getränkeabholmärkte haben 40 bis 50 Prozent mehr bestellt.

Getränke News: Füllen Sie noch in alle Gebinde ab?

Ploner: Nein, wir füllen aktuell nur noch in die 1-Liter-Glasflaschen ab, da es durch die Gastronomieschließungen keinerlei Nachfrage nach unseren Gastronomiegebinden gibt. Gut 50 Prozent unseres Umsatzes macht das Gastronomiegeschäft aus. Das ist gerade auf Null heruntergefahren. Auch den fehlenden Tourismus in Italien spüren wir sehr stark. Wir liefern nämlich nicht nur in die Skigebiete, sondern auch ans Mittelmeer. Und genau dort hätte jetzt die Saison begonnen.

Getränke News: Wie geht es Ihren Geschäftspartnern aus Deutschland? 

Ploner: Wir haben Geschäftspartner aus Deutschland, die über 80 Prozent ihres Umsatzes mit der Gastronomie erwirtschaften. Wenn die Krise noch länger anhält, könnten einige Betriebe kurzfristig Probleme im Finanzfluss bekommen.

Getränke News: Warum wird Ihr Wasser überhaupt in Deutschland vertrieben? Wir haben doch hierzulande jede Menge hervorragendes Mineralwasser.  

Ploner: Unser Mineralwasser entspringt aus einer Arteserquelle in den Südtiroler Dolomiten auf 1.870 Metern Höhe aus eigener Kraft. Es sind also keine Bohrungen oder Ähnliches nötig, um das Wasser zutage zu fördern. Das Gestein des Plose Bergs verleiht dem Mineralwasser ganz besondere Eigenschaften, die die deutschen Wässer nicht haben. Es ist nur sehr leicht mineralisiert, hat einen sehr niedrigen Trockenrückstand von nur 22 mg/l, einen zellgängigen pH-Wert von 6,6 und ist für natriumarme Ernährung geeignet. Viele Heilpraktiker und Homöopathen empfehlen daher unser Wasser.

Getränke News: Sie kommunizieren, dass Plose seit 1957 plastikfrei ist. Was steckt dahinter?

Ploner: Seit 1957 ist unser Familienbetrieb auf dem Markt und hat seitdem ausschließlich in Glasflaschen abgefüllt. Glas ist für uns die beste Verpackung für unser Naturprodukt und schützt es am besten. Tatsache ist: Glas gibt keinerlei Inhaltsstoffe an das verpackte Gut ab und erhält somit bestmöglich die Reinheit des Mineralwassers. In Deutschland sind wir hauptsächlich in der 6 x 1-Liter- und in der 12 x 1-Liter-Mehrwegkiste vertreten.

Getränke News: In Deutschland gibt es Ihr Wasser nicht in den Supermärkten. Gibt es von dort noch keine Nachfrage?

Ploner: Wir beliefern aus strategiepolitischer Überlegung keine Supermärkte und Discounter, auch wenn es Anfragen von dort gibt. In diesen Vertriebskanälen steht der Preis im Fokus und die Konkurrenz ist so stark, dass wir nicht mithalten könnten. Das Marketingbudget der meisten Wettbewerber, die in den Supermärkten verkauft werden, liegt oftmals über unserem Jahresumsatz.

In Deutschland wird unser Wasser seit beinahe 25 Jahren ausschließlich im Naturkosthandel, in Getränkefachmärkten und der Gastronomie verkauft. Diese „Exklusivität“ schätzen unsere Partner sehr. Viele unserer Kunden sind wie wir Familienbetriebe und wir kennen uns seit Jahren. Es ist ein gewachsenes und gutes Geschäftsverhältnis mit viel Vertrauen.

Getränke News: Wo sehen Sie für Ihr Unternehmen in Deutschland noch Wachstumspotenzial?

Ploner: Wir verzeichnen in Deutschland und Italien seit Jahren konstante Zuwächse. Unsere Mitarbeiterzahl hat sich in den letzten 15 Jahren verdoppelt. Wir wachsen gesund, so dass wir die steigende Nachfrage gut bedienen können. In der Mitte und im Norden von Deutschland hat unser Vertriebsgebiet jedoch noch sehr viele weiße Flecken. Potenzial sehen wir weiterhin in der Gastronomie und im Biosegment. In diesem Frühjahr werden wir auch in Deutschland einen Eistee in Bioqualität einführen. Selbstverständlich in Glas-Mehrweg.


Zum Unternehmen:

Die Plose Quelle AG hat ihren Sitz in Brixen, Südtirol. Das Familienunternehmen füllt seit über 60 Jahren natürliches Mineralwasser aus dem alpinen Hochgebirge ab und vertreibt es seit gut 25 Jahren auch nach Deutschland. 30 Mitarbeiter erwirtschaften einen Jahresumsatz von 15 Millionen Euro.

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Plose Quelle

„Wir spüren die Hamsterkäufe“

Die Plose Quelle AG hat ihren Firmensitz in Brixen, Südtirol. Wie wirkt sich das strikte italienweite Ausgangsverbot auf das Familienunternehmen aus und ist die Lieferkette nach Deutschland gefährdet? Getränke News sprach mit Vertriebschef Herbert Ploner über die aktuelle Situation.


Getränke News: Wie ist aktuell die Lage bei Ihnen im Werk? Können und dürfen Sie noch abfüllen?

Ploner: In unserer Firma ist Gott sei Dank noch niemand erkrankt. Wir arbeiten aktuell nur noch im Ein-Schicht-Betrieb mit der Hälfte unserer Belegschaft. Die andere Hälfte unserer Mitarbeiter ist zuhause. Es ist jedoch niemand in Kurzarbeit. Viele bauen gerade ihren Urlaub ab, einige sind im Homeoffice.

In der Produktion, der Logistik und der Verwaltung haben wir verschiedene Teams gebildet, die zu unterschiedlichen Zeiten im Betrieb sind, sich also nicht begegnen. So wollen wir sicherstellen, dass der Arbeitsablauf gewährleistet werden kann.

Getränke News: Es gibt also keine Lieferengpässe?

Ploner: Wir haben im letzten Jahr für 2020 gut geplant und können zurzeit noch alle unsere Kunden mit Ware versorgen, trotz einiger Engpässe beim Leergut. Die Nachfrage nach unseren Wässern ist nach wie vor hoch. Wir spüren Hamsterkäufe in Italien und in Deutschland. Der Naturkosthandel und die Getränkeabholmärkte haben 40 bis 50 Prozent mehr bestellt.

Getränke News: Füllen Sie noch in alle Gebinde ab?

Ploner: Nein, wir füllen aktuell nur noch in die 1-Liter-Glasflaschen ab, da es durch die Gastronomieschließungen keinerlei Nachfrage nach unseren Gastronomiegebinden gibt. Gut 50 Prozent unseres Umsatzes macht das Gastronomiegeschäft aus. Das ist gerade auf Null heruntergefahren. Auch den fehlenden Tourismus in Italien spüren wir sehr stark. Wir liefern nämlich nicht nur in die Skigebiete, sondern auch ans Mittelmeer. Und genau dort hätte jetzt die Saison begonnen.

Getränke News: Wie geht es Ihren Geschäftspartnern aus Deutschland? 

Ploner: Wir haben Geschäftspartner aus Deutschland, die über 80 Prozent ihres Umsatzes mit der Gastronomie erwirtschaften. Wenn die Krise noch länger anhält, könnten einige Betriebe kurzfristig Probleme im Finanzfluss bekommen.

Getränke News: Warum wird Ihr Wasser überhaupt in Deutschland vertrieben? Wir haben doch hierzulande jede Menge hervorragendes Mineralwasser.  

Ploner: Unser Mineralwasser entspringt aus einer Arteserquelle in den Südtiroler Dolomiten auf 1.870 Metern Höhe aus eigener Kraft. Es sind also keine Bohrungen oder Ähnliches nötig, um das Wasser zutage zu fördern. Das Gestein des Plose Bergs verleiht dem Mineralwasser ganz besondere Eigenschaften, die die deutschen Wässer nicht haben. Es ist nur sehr leicht mineralisiert, hat einen sehr niedrigen Trockenrückstand von nur 22 mg/l, einen zellgängigen pH-Wert von 6,6 und ist für natriumarme Ernährung geeignet. Viele Heilpraktiker und Homöopathen empfehlen daher unser Wasser.

Getränke News: Sie kommunizieren, dass Plose seit 1957 plastikfrei ist. Was steckt dahinter?

Ploner: Seit 1957 ist unser Familienbetrieb auf dem Markt und hat seitdem ausschließlich in Glasflaschen abgefüllt. Glas ist für uns die beste Verpackung für unser Naturprodukt und schützt es am besten. Tatsache ist: Glas gibt keinerlei Inhaltsstoffe an das verpackte Gut ab und erhält somit bestmöglich die Reinheit des Mineralwassers. In Deutschland sind wir hauptsächlich in der 6 x 1-Liter- und in der 12 x 1-Liter-Mehrwegkiste vertreten.

Getränke News: In Deutschland gibt es Ihr Wasser nicht in den Supermärkten. Gibt es von dort noch keine Nachfrage?

Ploner: Wir beliefern aus strategiepolitischer Überlegung keine Supermärkte und Discounter, auch wenn es Anfragen von dort gibt. In diesen Vertriebskanälen steht der Preis im Fokus und die Konkurrenz ist so stark, dass wir nicht mithalten könnten. Das Marketingbudget der meisten Wettbewerber, die in den Supermärkten verkauft werden, liegt oftmals über unserem Jahresumsatz.

In Deutschland wird unser Wasser seit beinahe 25 Jahren ausschließlich im Naturkosthandel, in Getränkefachmärkten und der Gastronomie verkauft. Diese „Exklusivität“ schätzen unsere Partner sehr. Viele unserer Kunden sind wie wir Familienbetriebe und wir kennen uns seit Jahren. Es ist ein gewachsenes und gutes Geschäftsverhältnis mit viel Vertrauen.

Getränke News: Wo sehen Sie für Ihr Unternehmen in Deutschland noch Wachstumspotenzial?

Ploner: Wir verzeichnen in Deutschland und Italien seit Jahren konstante Zuwächse. Unsere Mitarbeiterzahl hat sich in den letzten 15 Jahren verdoppelt. Wir wachsen gesund, so dass wir die steigende Nachfrage gut bedienen können. In der Mitte und im Norden von Deutschland hat unser Vertriebsgebiet jedoch noch sehr viele weiße Flecken. Potenzial sehen wir weiterhin in der Gastronomie und im Biosegment. In diesem Frühjahr werden wir auch in Deutschland einen Eistee in Bioqualität einführen. Selbstverständlich in Glas-Mehrweg.


Zum Unternehmen:

Die Plose Quelle AG hat ihren Sitz in Brixen, Südtirol. Das Familienunternehmen füllt seit über 60 Jahren natürliches Mineralwasser aus dem alpinen Hochgebirge ab und vertreibt es seit gut 25 Jahren auch nach Deutschland. 30 Mitarbeiter erwirtschaften einen Jahresumsatz von 15 Millionen Euro.

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