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Oettinger macht Standort Gotha dicht
Brauwirtschaft

Oettinger macht Standort Gotha dicht

Die Oettinger Brauereigruppe schließt zum Jahresende teilweise den Thüringer Standort Gotha, teilt das Unternehmen heute mit. Die Brauerei reagiere damit auf die rückläufigen Bierabsätze in den vergangenen Jahren und wolle sich mit einer veränderten Unternehmensstruktur für die Zukunft neu aufstellen, heißt es. „Wir glauben fest an unser Geschäftsmodell und werden in unserem seit 1731 familiengeführten Unternehmen nach wie vor höchste Brauqualität zu fairen Preisen anbieten“, sagt Brauerei-Inhaberin Pia Kollmar. 

Getränke News hatte in einer älteren Version des Artikels gemutmaßt, dass Oettinger aufgrund des Glasmangels und der enorm gestiegenen Kosten für Glasflaschen künftig verstärkt in Einweg abfüllen dürfte. Die Brauerei stellt nun richtig: „Richtig ist, dass wir bei Mehrweg bleiben. Wir werden Oettinger auch weiterhin genauso viel in Flaschen füllen wie immer. Und wir werden auch nicht mehr Dosen produzieren als sonst. Produktion und Vertrieb der Marke Original Oettinger der klassischen Mehrwegflasche bleiben natürlich Kern unserer Unternehmensaktivitäten.“

Laut der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) sollen auch andere Oettinger Standorte von Kürzungen betroffen sein. So sollen in Mönchengladbach und in Oettingen jeweils eine von zwei Mehrweganlagen geschlossen werden. In Braunschweig sei die Stilllegung einer weiteren Mehrweganlage geplant, so die NGG.

Oettinger-Inhaberin Pia Kollmar ist seit März 2020 auch in der Geschäftsführung.
Oettinger-Inhaberin Pia Kollmar ist seit März 2020 auch in der Geschäftsführung. (Foto: Oettinger)

„Die derzeitige Situation ist sowohl für die Belegschaft als auch für die Gesellschafterinnen und Geschäftsführer schwierig und herausfordernd. Wir sind aber davon überzeugt, dass wir eine erfolgreiche Zukunft unseres Unternehmens nur dann gestalten können, wenn wir uns jetzt gemeinsam auf unsere Stärken konzentrieren“, sagt Kollmar. Teile der Produktionskapazäten und -anlagen sollen auf die drei anderen Standorte der Gruppe verlagert werden. In Gotha werden die Stellen in der Produktion und der Logistik abgebaut. Damit dürften rund 200 Mitarbeiter ihren Job verlieren.

Oettinger hat seit gut 30 Jahren in Gotha Bier gebraut, zuletzt rund 1,4 Millionen Hektoliter pro Jahr. Erst im vorigen Jahr wurden rund 2,5 Millionen Euro in die Modernisierung gesteckt. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow spricht auf Twitter von einem unglaublichen Skandal. „Eine gut geführte Firma, mit über 220 tariflich bezahlten guten Arbeitsplätzen, wirtschaftlich solide, schwarze Zahlen und auf Mehrweg Basis. Nun will man mit Einweg mehr Rendite erwirtschaften. Den Betrieb und auch die Umwelt zerstören“, so Ramelow.

Ausstoß-Entwicklung Oettinger Brauerei
Oettinger-Ausstoßentwicklung Inland von 2008 bis 2019. Inzwischen dürfte der Gesamtausstoß der Gruppe in Deutschland bei knapp 4 Millionen Hektolitern liegen.

Mehr über die Oettinger Braugruppe lesen Sie in unserer Serie „Bier-Marken-Analyse“ im Artikel „Niedriger Bierpreis als Markenkern“.

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Oettinger macht Standort Gotha dicht
Brauwirtschaft

Oettinger macht Standort Gotha dicht

Die Oettinger Brauereigruppe schließt zum Jahresende teilweise den Thüringer Standort Gotha, teilt das Unternehmen heute mit. Die Brauerei reagiere damit auf die rückläufigen Bierabsätze in den vergangenen Jahren und wolle sich mit einer veränderten Unternehmensstruktur für die Zukunft neu aufstellen, heißt es. „Wir glauben fest an unser Geschäftsmodell und werden in unserem seit 1731 familiengeführten Unternehmen nach wie vor höchste Brauqualität zu fairen Preisen anbieten“, sagt Brauerei-Inhaberin Pia Kollmar. 

Getränke News hatte in einer älteren Version des Artikels gemutmaßt, dass Oettinger aufgrund des Glasmangels und der enorm gestiegenen Kosten für Glasflaschen künftig verstärkt in Einweg abfüllen dürfte. Die Brauerei stellt nun richtig: „Richtig ist, dass wir bei Mehrweg bleiben. Wir werden Oettinger auch weiterhin genauso viel in Flaschen füllen wie immer. Und wir werden auch nicht mehr Dosen produzieren als sonst. Produktion und Vertrieb der Marke Original Oettinger der klassischen Mehrwegflasche bleiben natürlich Kern unserer Unternehmensaktivitäten.“

Laut der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) sollen auch andere Oettinger Standorte von Kürzungen betroffen sein. So sollen in Mönchengladbach und in Oettingen jeweils eine von zwei Mehrweganlagen geschlossen werden. In Braunschweig sei die Stilllegung einer weiteren Mehrweganlage geplant, so die NGG.

Oettinger-Inhaberin Pia Kollmar ist seit März 2020 auch in der Geschäftsführung.
Oettinger-Inhaberin Pia Kollmar ist seit März 2020 auch in der Geschäftsführung. (Foto: Oettinger)

„Die derzeitige Situation ist sowohl für die Belegschaft als auch für die Gesellschafterinnen und Geschäftsführer schwierig und herausfordernd. Wir sind aber davon überzeugt, dass wir eine erfolgreiche Zukunft unseres Unternehmens nur dann gestalten können, wenn wir uns jetzt gemeinsam auf unsere Stärken konzentrieren“, sagt Kollmar. Teile der Produktionskapazäten und -anlagen sollen auf die drei anderen Standorte der Gruppe verlagert werden. In Gotha werden die Stellen in der Produktion und der Logistik abgebaut. Damit dürften rund 200 Mitarbeiter ihren Job verlieren.

Oettinger hat seit gut 30 Jahren in Gotha Bier gebraut, zuletzt rund 1,4 Millionen Hektoliter pro Jahr. Erst im vorigen Jahr wurden rund 2,5 Millionen Euro in die Modernisierung gesteckt. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow spricht auf Twitter von einem unglaublichen Skandal. „Eine gut geführte Firma, mit über 220 tariflich bezahlten guten Arbeitsplätzen, wirtschaftlich solide, schwarze Zahlen und auf Mehrweg Basis. Nun will man mit Einweg mehr Rendite erwirtschaften. Den Betrieb und auch die Umwelt zerstören“, so Ramelow.

Ausstoß-Entwicklung Oettinger Brauerei
Oettinger-Ausstoßentwicklung Inland von 2008 bis 2019. Inzwischen dürfte der Gesamtausstoß der Gruppe in Deutschland bei knapp 4 Millionen Hektolitern liegen.

Mehr über die Oettinger Braugruppe lesen Sie in unserer Serie „Bier-Marken-Analyse“ im Artikel „Niedriger Bierpreis als Markenkern“.

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