Veltins Pülleken
Anzeige
Alle Nachrichten auf Getränke News durchsuchen
„Ein Jahr wie ein Erdbeben“
Veltins

„Für die Brauereien war das Jahr wie ein Erdbeben“

Die Brauwirtschaft war auch 2021 im Krisenmodus – und ein Ende ist erst einmal nicht in Sicht. Getränke News sprach mit Michael Huber, Generalbevollmächtigter der Brauerei Veltins.


Getränke News: Das Geschäftsjahr war ein Wechselbad der Gefühle – die Gastronomie war lange Zeit geschwächt, der Handel boomte. Wie haben Sie 2021 erlebt?

Huber: In der Marktaufsicht war 2021 für die Brauwirtschaft ein Jahr wie ein Erdbeben mit vielen Eruptionen und kaum wägbaren Einschlägen. Erst der monatelange Lockdown in der Gastronomie mit dem Totalausfall des Fassbiergeschäftes, dann die fortwährende Explosion der Kosten auf breiter Front bei gleichzeitig spürbaren Inflationsbewegungen in der Preiswahrnehmung der Verbraucher. Dazu noch ein bundespolitischer Richtungswechsel, dessen Folgen für die Brauwirtschaft nicht absehbar sind. Das hat es so noch nicht gegeben – ein historischer Einschnitt auf ganz breiter Front!

Getränke News: Die Folgen von Pandemie und Kostensteigerungen bewegte 2021 alle Brauereien. Welche Schlüsse ziehen Sie daraus?

Huber: Gut, dass wir Brauer mit Herz bei der Sache sind und an unser angestammtes Geschäft nicht nur glauben, sondern uns auch darauf verlassen können. Die deutsche Brauwirtschaft wird die Pandemie ganz sicher überstehen, allerdings gab es in den zurückliegenden zwei Jahren solch starke Erosionen, die bei einem Unternehmen Kratzer, beim anderen richtige Dellen hinterließen.

Fest steht heute, dass die meisten Brauereien nicht nur erheblich an Umsatz, sondern vor allem an Ertragskraft eingebüßt haben. Bei vielen Anbietern dürfte die Eigenkapitalquote im erheblichen Maße gelitten haben. Wer sieht, dass wir in den zwei Pandemiejahren im Jahresausstoß bis heute gut sieben Millionen Hektoliter im Vergleich zu 2019 verloren haben, der weiß auch, welchen Marktdruck die neuen Überkapazitäten entwickeln werden. Die Wettbewerbsintensität wird größer denn je. Schon jetzt ist sichtbar, dass sich große Marken auf ihre Stammregionen zurückziehen oder gar auf eine Bierpreiserhöhung verzichten müssen, weil es ihre Markenkraft nicht mehr hergibt.

Getränke News: Und wann wird der wolkenverhangene Himmel endlich wieder aufklaren?

Huber: Der konkrete Zeitpunkt ist heute beim besten Willen nicht zu benennen. Dafür sind die Unsicherheiten einfach zu groß und wenig berechenbar. Das zweite Pandemiejahr hat erneut gezeigt, wie schnell sich das Blatt wenden kann. Ganz gleich ob Politik oder Gesellschaft, der Großteil der Bevölkerung hat im Spätsommer doch noch daran geglaubt, dass sich die Einschränkungen des Alltags langsam, aber spürbar entspannen. Letztlich ein Trugschluss! Der Jahresausklang hat uns eines Besseren belehrt.

Kostenloser wöchentlicher Newsletter

Ich nehme aber auch eine wirklich positive Erfahrung mit ins neue Jahr: Mit dem bewiesenen Maß an gegenseitigem Respekt und der Disziplin haben unsere Partner in Handel und Gastronomie im Miteinander mit uns bei Veltins unter Beweis gestellt, dass in Krisenzeiten gegenseitige Achtsamkeit Vorrang besitzt. Ja, es geht auch um die zwischenmenschliche Seite, die man in Zeiten erzwungener Distanz pflegen sollte.

Getränke News: Weniger Gastronomie, mehr Handel – kann man die wichtigste Veränderung 2021 so beschreiben?

Huber: Das ist eine temporäre Bewegung gewesen, von der wir noch nicht wissen, ob sie uns längerfristig begleitet. Denn der Sommer hat doch auch gezeigt, dass die Menschen überall Lust auf Gastronomie haben! Die Pandemie hat die Verbraucher im zweiten Jahr der Einschränkungen in seinen Gewohnheiten zur Veränderung verleitet. Das gilt vor allem für sein Ausgehverhalten, das einerseits bis Mai durch den verordneten Lockdown eingeschränkt und andererseits zum Jahresende durch die Verunsicherung geprägt war. Folglich machten es sich die Menschen auch im zweiten Pandemiejahr zu Hause bequem und suchten Genuss. Die Verbraucher haben beim Biereinkauf Qualität und Wertigkeit den Vorzug gegeben – das ist eine erfreuliche Erkenntnis.

Getränke News: Kann sich der Biermarkt den verloren gegangenen Ausstoß zurückholen – welche Erwartungen haben Sie für 2022?

Huber: Wir bleiben am Ball und investieren weiter in den Markt, weil er uns Wachstumsimpulse geben kann. Unsere unternehmerische Grundhaltung ist klar: Die Brauerei Veltins bewertet die Gesamtlage vorsichtig optimistisch, zumal es berechtigte Signale gibt, dass 2022 das Jahr der endlich abebbenden Pandemie wird. Es ist gut zu wissen, dass sich auch Krisenzeiten unternehmerisch offensiv und erfolgreich ausgestalten lassen, wenn man mit aller Kraft die Nähe zu seinen Kunden pflegt. Nach der Pandemie, da bin ich sicher, werden wir mit den gemachten Erfahrungen unternehmerisch gestärkt nach vorn gehen.

„Ein Jahr wie ein Erdbeben“
Veltins

„Für die Brauereien war das Jahr wie ein Erdbeben“

Die Brauwirtschaft war auch 2021 im Krisenmodus – und ein Ende ist erst einmal nicht in Sicht. Getränke News sprach mit Michael Huber, Generalbevollmächtigter der Brauerei Veltins.


Getränke News: Das Geschäftsjahr war ein Wechselbad der Gefühle – die Gastronomie war lange Zeit geschwächt, der Handel boomte. Wie haben Sie 2021 erlebt?

Huber: In der Marktaufsicht war 2021 für die Brauwirtschaft ein Jahr wie ein Erdbeben mit vielen Eruptionen und kaum wägbaren Einschlägen. Erst der monatelange Lockdown in der Gastronomie mit dem Totalausfall des Fassbiergeschäftes, dann die fortwährende Explosion der Kosten auf breiter Front bei gleichzeitig spürbaren Inflationsbewegungen in der Preiswahrnehmung der Verbraucher. Dazu noch ein bundespolitischer Richtungswechsel, dessen Folgen für die Brauwirtschaft nicht absehbar sind. Das hat es so noch nicht gegeben – ein historischer Einschnitt auf ganz breiter Front!

Getränke News: Die Folgen von Pandemie und Kostensteigerungen bewegte 2021 alle Brauereien. Welche Schlüsse ziehen Sie daraus?

Huber: Gut, dass wir Brauer mit Herz bei der Sache sind und an unser angestammtes Geschäft nicht nur glauben, sondern uns auch darauf verlassen können. Die deutsche Brauwirtschaft wird die Pandemie ganz sicher überstehen, allerdings gab es in den zurückliegenden zwei Jahren solch starke Erosionen, die bei einem Unternehmen Kratzer, beim anderen richtige Dellen hinterließen.

Fest steht heute, dass die meisten Brauereien nicht nur erheblich an Umsatz, sondern vor allem an Ertragskraft eingebüßt haben. Bei vielen Anbietern dürfte die Eigenkapitalquote im erheblichen Maße gelitten haben. Wer sieht, dass wir in den zwei Pandemiejahren im Jahresausstoß bis heute gut sieben Millionen Hektoliter im Vergleich zu 2019 verloren haben, der weiß auch, welchen Marktdruck die neuen Überkapazitäten entwickeln werden. Die Wettbewerbsintensität wird größer denn je. Schon jetzt ist sichtbar, dass sich große Marken auf ihre Stammregionen zurückziehen oder gar auf eine Bierpreiserhöhung verzichten müssen, weil es ihre Markenkraft nicht mehr hergibt.

Getränke News: Und wann wird der wolkenverhangene Himmel endlich wieder aufklaren?

Huber: Der konkrete Zeitpunkt ist heute beim besten Willen nicht zu benennen. Dafür sind die Unsicherheiten einfach zu groß und wenig berechenbar. Das zweite Pandemiejahr hat erneut gezeigt, wie schnell sich das Blatt wenden kann. Ganz gleich ob Politik oder Gesellschaft, der Großteil der Bevölkerung hat im Spätsommer doch noch daran geglaubt, dass sich die Einschränkungen des Alltags langsam, aber spürbar entspannen. Letztlich ein Trugschluss! Der Jahresausklang hat uns eines Besseren belehrt.

Kostenloser wöchentlicher Newsletter

Ich nehme aber auch eine wirklich positive Erfahrung mit ins neue Jahr: Mit dem bewiesenen Maß an gegenseitigem Respekt und der Disziplin haben unsere Partner in Handel und Gastronomie im Miteinander mit uns bei Veltins unter Beweis gestellt, dass in Krisenzeiten gegenseitige Achtsamkeit Vorrang besitzt. Ja, es geht auch um die zwischenmenschliche Seite, die man in Zeiten erzwungener Distanz pflegen sollte.

Getränke News: Weniger Gastronomie, mehr Handel – kann man die wichtigste Veränderung 2021 so beschreiben?

Huber: Das ist eine temporäre Bewegung gewesen, von der wir noch nicht wissen, ob sie uns längerfristig begleitet. Denn der Sommer hat doch auch gezeigt, dass die Menschen überall Lust auf Gastronomie haben! Die Pandemie hat die Verbraucher im zweiten Jahr der Einschränkungen in seinen Gewohnheiten zur Veränderung verleitet. Das gilt vor allem für sein Ausgehverhalten, das einerseits bis Mai durch den verordneten Lockdown eingeschränkt und andererseits zum Jahresende durch die Verunsicherung geprägt war. Folglich machten es sich die Menschen auch im zweiten Pandemiejahr zu Hause bequem und suchten Genuss. Die Verbraucher haben beim Biereinkauf Qualität und Wertigkeit den Vorzug gegeben – das ist eine erfreuliche Erkenntnis.

Getränke News: Kann sich der Biermarkt den verloren gegangenen Ausstoß zurückholen – welche Erwartungen haben Sie für 2022?

Huber: Wir bleiben am Ball und investieren weiter in den Markt, weil er uns Wachstumsimpulse geben kann. Unsere unternehmerische Grundhaltung ist klar: Die Brauerei Veltins bewertet die Gesamtlage vorsichtig optimistisch, zumal es berechtigte Signale gibt, dass 2022 das Jahr der endlich abebbenden Pandemie wird. Es ist gut zu wissen, dass sich auch Krisenzeiten unternehmerisch offensiv und erfolgreich ausgestalten lassen, wenn man mit aller Kraft die Nähe zu seinen Kunden pflegt. Nach der Pandemie, da bin ich sicher, werden wir mit den gemachten Erfahrungen unternehmerisch gestärkt nach vorn gehen.

Anzeige

Serie


© Getränke News 2018 - 2021