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Vier Prozent Minus im Handel
Craftbier

Der große Boom ist vorbei

Der deutsche Markt für Craftbiere konsolidiert sich. Laut dem Marktforschungsinstitut Nielsen wurde im Geschäftsjahr 2018 im deutschen Handel erstmals weniger Craftbier verkauft als noch im Jahr zuvor. So sank die verkaufte Menge um vier Prozent. Damit konnte das Segment nicht an den Mengenzuwächsen des Jahrhundertsommers partizipieren. Laut Nielsen erzielten im deutschen Lebensmittelhandel und in Getränkeabholmärkten die Craftbiere 2018 einen Absatz von 77.100 Hektolitern (0,14 Prozent Marktanteil) und einen Umsatz von 29,1 Millionen Euro. Angesichts der Hochpreisigkeit der Einzelflaschen lag der Umsatz-Marktanteil damit bei 0,39 Prozent.

Nach Einschätzung vieler etablierter Brauer hat die Craftbier-Welle zwar dem Image der als ausgesprochen vielfältig geltenden Bierlandschaft geholfen, nicht aber den strukturellen Rahmenbedingungen eines langfristig schrumpfenden Mengenvolumens. Nach den Schätzungen der Marktforscher gibt es im deutschen Lebensmittelhandel gegenwärtig etwa 300 verschiedene Marken, die allesamt hochpreisig angeboten werden, aber im Vergleich zu den etablierten Spezialitäten wie Land- oder Hellbieren keine Mengenrelevanz entwickeln konnten.

Der Blick in die veränderten Handelsregale macht laut Branchenkennern deutlich, dass es gerade in den letzten zwei Jahren eine deutliche Ausdünnung des Angebotes gegeben hat, weil sich viele Lebensmitteleinzelhändler auf ein klar fokussiertes Sortiment von Craftbieren beschränkten, die auch eine nennenswerte Abverkaufsgeschwindigkeit beweisen konnten. Unabhängig vom Handelsgeschäft können die Craftbier-Brauer vor allem innerhalb ihrer gastronomischen Aktivitäten als attraktive Event-Locations punkten.

Ein Umdenken und eine Positionierung der Craftbiere in Richtung Mainstream fordert indessen Braufactum-Geschäftsführer Dr. Marc Rauschmann. „Um langfristig am Markt eine Chance zu haben, muss Craftbier auch den ’normalen‘ Biertrinker erreichen“, sagte Rauschmann in einem Interview mit Getränke News

Anmerkung: Die o.g. Nielsen-Daten stammen aus einer internen Unternehmenspräsentation, die der Redaktion vorliegt. Diese Information haben wir aufgrund von Nachfragen am Donnerstag, 28.3.19, ergänzt.

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