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Collage aus Bier-Angeboten des Handels
Inflation

Bierpreise: Handel setzt billig gegen teuer

Netto verkündet in dieser Woche den „Inflations-Stop“, Aldi spielt Marke gegen No-Name aus. Die wachsende Kostensensibilität der Verbraucher nutzt der nationale Handel aktuell zu einer Offensive im nationalen Biermarkt. Betroffen ist auch das wachsende Hell-Bier-Segment, das damit leicht unter die Räder kommen könnte. Die Markenhersteller, so viel steht fest, sind alarmiert. Vor allem schwächelnde Premium-Marken im Pils-Segment müssen sich sorgen.

Preiskluft irritiert Markenartikler

Schon 2016 hatte Lidl mit der Kampagne „Du hast die Wahl“ für Irritationen der Markenhersteller gesorgt, nachdem die großen Marken mit den Me-too-Produkten im Schwarzweiß-Kontrast der Preise gegenübergestellt wurden. In dieser Woche hat Aldi Nord in ähnlicher Kampagnenoptik Krombacher Pils gleich neben seiner Eigenmarke Schulten-Bräu postiert. 49 Cent gegen 85 Cent – das Signal: billig gegen teuer!

Dabei findet sich dort die jüngste Bierpreiserhöhung des Dosenmarktführers Krombacher (früher 79 Cent bei Aldi) wieder, während die Rabattierung von 42 Prozent ein klarer Verbraucherhinweis ist. Für Krombacher eine kritische Entwicklung, immerhin konnte mit der nationalen Aldi-Dosenlistung vor sechs Jahren ein Mengenschub erreicht werden, der die Siegerländer Brauerei späterhin die Sechs-Millionen-Hektoliter-Schwelle überschreiten ließ. Die Einwegdose dürfte für die Stabilisierung der Marktposition Krombachers unverzichtbar sein.

Helles gelangt immer öfter in die Preisoptik

Bislang, so ist zu hören, halten die Verbraucher unverändert an ihren Marken fest. Doch die rasant fortschreitende Inflation schafft Angriffsfläche, die der Handel mit der Niedrigpreis-Transparenz seiner Eigenmarken zur Profilierung nutzen will. Inzwischen findet sich die nationale Bierpreiserhöhung an den Regalstellplätzen wieder. Die großen Pilsmarken wie Krombacher, Veltins oder Bitburger stehen für knapp unter 16 Euro in der Normalplatzierung.

In den Rabattaktionen des Handels sieht es aus Verbrauchersicht wesentlich entspannter aus. Netto weist bei einer Doppelkasten-Aktion mit Radeberger Pils als App-Preis für den Einzelkasten 9 Euro aus. Kaufland gibt in dieser Woche ebenfalls richtig Gas: Warsteiner steht für 9,80 Euro, Hasseröder für 7,40 Euro und Spaten Hell für 12,80 Euro in der Aktion. Die bayrischen Brauer beobachten die Entwicklung sehr aufmerksam. Zwar besitzt Helles für den Handel bei weitem nicht den Mengenhub der großen Pils-Marken, doch die neuen Preispunkte einzelner Marken konterkarieren das harmonisch weißblaue Preisbild.

Pfanddiskussion kommt zur Unzeit

Die Spezialitäten-Sorten Weißbier und Helles liegen traditionell über den Preisen für Premium-Pils und geraten immer näher an die sensible 20-Euro-Schwelle. Eine von Regionalbrauern erneut ins Spiel gebrachte Erhöhung der Pfandsätze kommt damit zur Unzeit. Im Handel wird stark bezweifelt, dass man den Verbraucher angesichts des knapper werdenden Budgets zusätzlich zur Finanzierung des Mehrwegpools heranziehen kann. Hinzu kommt die ungeahnte Komplexität einer solchen Maßnahme, die mit einer Stichtagsregelung Pfandrisiken in Millionenhöhe bedeuten kann. Die schon 2019 vor allem vom damaligen Präsidenten des Verbandes Private Brauereien Bayern, Georg Rittmayer, angezettelte und lautstark geführte Diskussion war letztlich aus ähnlichen Gründen im Sande verlaufen.

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Bierpreise: Handel setzt billig gegen teuer

Netto verkündet in dieser Woche den „Inflations-Stop“, Aldi spielt Marke gegen No-Name aus. Die wachsende Kostensensibilität der Verbraucher nutzt der nationale Handel aktuell zu einer Offensive im nationalen Biermarkt. Betroffen ist auch das wachsende Hell-Bier-Segment, das damit leicht unter die Räder kommen könnte. Die Markenhersteller, so viel steht fest, sind alarmiert. Vor allem schwächelnde Premium-Marken im Pils-Segment müssen sich sorgen.

Preiskluft irritiert Markenartikler

Schon 2016 hatte Lidl mit der Kampagne „Du hast die Wahl“ für Irritationen der Markenhersteller gesorgt, nachdem die großen Marken mit den Me-too-Produkten im Schwarzweiß-Kontrast der Preise gegenübergestellt wurden. In dieser Woche hat Aldi Nord in ähnlicher Kampagnenoptik Krombacher Pils gleich neben seiner Eigenmarke Schulten-Bräu postiert. 49 Cent gegen 85 Cent – das Signal: billig gegen teuer!

Dabei findet sich dort die jüngste Bierpreiserhöhung des Dosenmarktführers Krombacher (früher 79 Cent bei Aldi) wieder, während die Rabattierung von 42 Prozent ein klarer Verbraucherhinweis ist. Für Krombacher eine kritische Entwicklung, immerhin konnte mit der nationalen Aldi-Dosenlistung vor sechs Jahren ein Mengenschub erreicht werden, der die Siegerländer Brauerei späterhin die Sechs-Millionen-Hektoliter-Schwelle überschreiten ließ. Die Einwegdose dürfte für die Stabilisierung der Marktposition Krombachers unverzichtbar sein.

Helles gelangt immer öfter in die Preisoptik

Bislang, so ist zu hören, halten die Verbraucher unverändert an ihren Marken fest. Doch die rasant fortschreitende Inflation schafft Angriffsfläche, die der Handel mit der Niedrigpreis-Transparenz seiner Eigenmarken zur Profilierung nutzen will. Inzwischen findet sich die nationale Bierpreiserhöhung an den Regalstellplätzen wieder. Die großen Pilsmarken wie Krombacher, Veltins oder Bitburger stehen für knapp unter 16 Euro in der Normalplatzierung.

In den Rabattaktionen des Handels sieht es aus Verbrauchersicht wesentlich entspannter aus. Netto weist bei einer Doppelkasten-Aktion mit Radeberger Pils als App-Preis für den Einzelkasten 9 Euro aus. Kaufland gibt in dieser Woche ebenfalls richtig Gas: Warsteiner steht für 9,80 Euro, Hasseröder für 7,40 Euro und Spaten Hell für 12,80 Euro in der Aktion. Die bayrischen Brauer beobachten die Entwicklung sehr aufmerksam. Zwar besitzt Helles für den Handel bei weitem nicht den Mengenhub der großen Pils-Marken, doch die neuen Preispunkte einzelner Marken konterkarieren das harmonisch weißblaue Preisbild.

Pfanddiskussion kommt zur Unzeit

Die Spezialitäten-Sorten Weißbier und Helles liegen traditionell über den Preisen für Premium-Pils und geraten immer näher an die sensible 20-Euro-Schwelle. Eine von Regionalbrauern erneut ins Spiel gebrachte Erhöhung der Pfandsätze kommt damit zur Unzeit. Im Handel wird stark bezweifelt, dass man den Verbraucher angesichts des knapper werdenden Budgets zusätzlich zur Finanzierung des Mehrwegpools heranziehen kann. Hinzu kommt die ungeahnte Komplexität einer solchen Maßnahme, die mit einer Stichtagsregelung Pfandrisiken in Millionenhöhe bedeuten kann. Die schon 2019 vor allem vom damaligen Präsidenten des Verbandes Private Brauereien Bayern, Georg Rittmayer, angezettelte und lautstark geführte Diskussion war letztlich aus ähnlichen Gründen im Sande verlaufen.

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