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Maisel baut Brauerei für Bayreuther Hell
Brauerei Gebr. Maisel

„Helles wächst weiter zu Lasten von Pils“

Die Brauerei Gebr. Maisel reagiert auf die nach wie vor ungebremste Nachfrage nach ihrem Bayreuther Hell und baut eine zusätzliche Brauerei in Bayreuth (wir berichteten). Im Interview mit Getränke News erläutert Brauereiinhaber Jeff Maisel die Hintergründe.


Getränke News: Sie bauen in Bayreuth eine neue Brauerei, die die Kapazitäten um 500.000 Hektoliter pro Jahr erweitern soll. Woher nehmen Sie den Optimismus, dass das Wachstum so weitergeht wie in den letzten Jahren?

Maisel: Wir haben in den letzten Monaten mit vielen Experten gesprochen. Alle haben uns prognostiziert, dass die Sorte Hell weiter wachsen wird. Und zwar zu Lasten von Pils. Deshalb sind wir optimistisch und wollen bei diesem Wachstum weiter vorne mit dabei sein. Aber auch unsere Maisel & Friends Biere sowie Maisel´s Weisse konnten in den letzten Jahren ihren Freundeskreis ausweiten und den Marktanteil steigern. Auf der Grundlage der aktuellen Marktanteile und der positiven Marktaussichten haben wir die Brauerei geplant. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich in meiner Brauerlaufbahn eine neue Brauerei bauen und ein großes Zukunftsprojekt realisieren darf.

Getränke News: Ihre Brauerei hat mit Bayreuther Hell vom Sortentrend Hell besonders stark partizipiert. Wie erklären Sie sich das?

Maisel: Ein Grund für den Erfolg war die frühe Markteinführung von Bayreuther Hell 2011. Zu diesem Zeitpunkt waren außerhalb Bayerns hauptsächlich die Hellen von Augustiner und Tegernseer erfolgreich. Wir hatten schon vorher unter dem Namen Bayreuther Aktien Hell ein Hellbier im Sortiment, das wir 2011 in Bayreuther Hell umbenannt haben. Dazu haben wir die Euroflasche eingeführt und einen neuen Kasten gebracht.

Die Marke ist ehrlich, die Ausstattung passt. Auf dem Etikett ist eine alte Abbildung der Bayreuther Bierbrauerei zu sehen, auch das Logo ist ursprünglich. Die Verbraucher spüren, dass wir authentisch sind und keine Marke, die sich das Marketing ausgedacht hat. Entscheidend ist aber, dass das Bier den Leuten schmeckt. Wir wurden von Anfang an als echte Alternative zu Augustiner und Tegernseer wahrgenommen. Hinzu kam die Unterstützung unserer Partner aus dem Getränkefachgroßhandel. Heute sind wir im Hellbiersegment hinter Augustiner die Nummer zwei und außerhalb Bayerns sogar die Nummer eins.

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Getränke News: Die Nachfrage nach Hellem steigt seit Jahren, der Weißbiermarkt ist rückläufig. Geht bei Maisel die Sorte Weißbier auch zurück?

Maisel: Früher hat Weißbier alleine die bayerische Lebensart transportiert und war deshalb außerhalb Bayerns besonders beliebt. Inzwischen übernimmt auch bayerisches Helles diese Funktion. Wobei Helles mehr Marktanteile vom Pils weggenommen hat als vom Weißbier. Weißbier hat nach wie vor eine große Fangemeinde. Bei uns haben sich Maisel’s Weisse Original und Alkoholfrei während Corona besser entwickelt als der Markt, wir konnten unseren Absatz im Handel deutlich steigern. Wir gehen davon aus, dass der Weißbiermarkt in Deutschland noch etwas zurückgehen wird, glauben aber, dass wir das mit dem Exportgeschäft abfedern können.

Getränke News: Immer mehr Brauereien springen auf den Hellbier-Zug auf. Befürchten Sie einen Preisverfall beim Hellen?

Maisel: Dass immer mehr Brauereien jetzt Helles anbieten, führt nicht zum Preisverfall. Ich mache mir eher Sorgen, dass der Handel auch bei der Sorte Hell in den Automatismus fällt, die Preise zu senken, sobald die Verfügbarkeit steigt. Ich habe die Hoffnung, dass den Verantwortlichen bewusst ist, dass es sich beim Hellen um ein hochwertiges Produkt handelt, für das die Leute bereit sind, auch gerne etwas mehr zu bezahlen. Ein gutes Helles darf nach wie vor seinen Preis haben.

Getränke News: Sie empfehlen dem Handel, bis zum Jahresende auf Aktionen mit Bayreuther Bieren zu verzichten. Wie wollen Sie künftig dem Preisverfall entgegenwirken?

Maisel: Aufgrund der hohen Nachfrage können wir die Verfügbarkeit von Bayreuther Hell nicht garantieren. Deshalb haben wir unsere Handelspartner angeschrieben und sie gebeten, bis Ende des Jahres auf Preisaktionen zu verzichten.

Wir werden konsequent an unserer Preispositionierung festhalten und erhöhen zum 1. Juli 2021 unsere Preise. Auf die Preisgestaltung des Handels haben wir jedoch keinen Einfluss.

Getränke News: Angenommen der Trend zum Hellen lässt wieder nach. Gibt es einen Plan B?

Maisel: Ich wäre ein schlechter Unternehmer, wenn nicht bereits ein Plan B, C und D in der Schublade läge. Tatsache ist: Wir werden mit der Maisel & Friends Brauwerkstatt, dem Maisel´s Brauhaus und dem dann neuen Bayreuther Brauhaus drei  hochmoderne Brauereien an einem Standort haben und können dort sehr effizient brauen. Dadurch sind wir in Zukunft deutlich flexibler als heute. Wir haben in den letzten Jahren oft an unserer Belastungsgrenze gearbeitet. Mit der Kapazitätserweiterung entlasten wir auch unsere Mitarbeiter.

Mit der neuen Brauerei beginnt eine neue Zeitrechnung. Dabei geht es uns nicht nur um Volumen, wir wollen dem Handel mit der Investition signalisieren, dass wir die steigende Nachfrage nach unseren Bierspezialitäten auch künftig bedienen können.

Maisel baut Brauerei für Bayreuther Hell
Brauerei Gebr. Maisel

„Helles wächst weiter zu Lasten von Pils“

Die Brauerei Gebr. Maisel reagiert auf die nach wie vor ungebremste Nachfrage nach ihrem Bayreuther Hell und baut eine zusätzliche Brauerei in Bayreuth (wir berichteten). Im Interview mit Getränke News erläutert Brauereiinhaber Jeff Maisel die Hintergründe.


Getränke News: Sie bauen in Bayreuth eine neue Brauerei, die die Kapazitäten um 500.000 Hektoliter pro Jahr erweitern soll. Woher nehmen Sie den Optimismus, dass das Wachstum so weitergeht wie in den letzten Jahren?

Maisel: Wir haben in den letzten Monaten mit vielen Experten gesprochen. Alle haben uns prognostiziert, dass die Sorte Hell weiter wachsen wird. Und zwar zu Lasten von Pils. Deshalb sind wir optimistisch und wollen bei diesem Wachstum weiter vorne mit dabei sein. Aber auch unsere Maisel & Friends Biere sowie Maisel´s Weisse konnten in den letzten Jahren ihren Freundeskreis ausweiten und den Marktanteil steigern. Auf der Grundlage der aktuellen Marktanteile und der positiven Marktaussichten haben wir die Brauerei geplant. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich in meiner Brauerlaufbahn eine neue Brauerei bauen und ein großes Zukunftsprojekt realisieren darf.

Getränke News: Ihre Brauerei hat mit Bayreuther Hell vom Sortentrend Hell besonders stark partizipiert. Wie erklären Sie sich das?

Maisel: Ein Grund für den Erfolg war die frühe Markteinführung von Bayreuther Hell 2011. Zu diesem Zeitpunkt waren außerhalb Bayerns hauptsächlich die Hellen von Augustiner und Tegernseer erfolgreich. Wir hatten schon vorher unter dem Namen Bayreuther Aktien Hell ein Hellbier im Sortiment, das wir 2011 in Bayreuther Hell umbenannt haben. Dazu haben wir die Euroflasche eingeführt und einen neuen Kasten gebracht.

Die Marke ist ehrlich, die Ausstattung passt. Auf dem Etikett ist eine alte Abbildung der Bayreuther Bierbrauerei zu sehen, auch das Logo ist ursprünglich. Die Verbraucher spüren, dass wir authentisch sind und keine Marke, die sich das Marketing ausgedacht hat. Entscheidend ist aber, dass das Bier den Leuten schmeckt. Wir wurden von Anfang an als echte Alternative zu Augustiner und Tegernseer wahrgenommen. Hinzu kam die Unterstützung unserer Partner aus dem Getränkefachgroßhandel. Heute sind wir im Hellbiersegment hinter Augustiner die Nummer zwei und außerhalb Bayerns sogar die Nummer eins.

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Getränke News: Die Nachfrage nach Hellem steigt seit Jahren, der Weißbiermarkt ist rückläufig. Geht bei Maisel die Sorte Weißbier auch zurück?

Maisel: Früher hat Weißbier alleine die bayerische Lebensart transportiert und war deshalb außerhalb Bayerns besonders beliebt. Inzwischen übernimmt auch bayerisches Helles diese Funktion. Wobei Helles mehr Marktanteile vom Pils weggenommen hat als vom Weißbier. Weißbier hat nach wie vor eine große Fangemeinde. Bei uns haben sich Maisel’s Weisse Original und Alkoholfrei während Corona besser entwickelt als der Markt, wir konnten unseren Absatz im Handel deutlich steigern. Wir gehen davon aus, dass der Weißbiermarkt in Deutschland noch etwas zurückgehen wird, glauben aber, dass wir das mit dem Exportgeschäft abfedern können.

Getränke News: Immer mehr Brauereien springen auf den Hellbier-Zug auf. Befürchten Sie einen Preisverfall beim Hellen?

Maisel: Dass immer mehr Brauereien jetzt Helles anbieten, führt nicht zum Preisverfall. Ich mache mir eher Sorgen, dass der Handel auch bei der Sorte Hell in den Automatismus fällt, die Preise zu senken, sobald die Verfügbarkeit steigt. Ich habe die Hoffnung, dass den Verantwortlichen bewusst ist, dass es sich beim Hellen um ein hochwertiges Produkt handelt, für das die Leute bereit sind, auch gerne etwas mehr zu bezahlen. Ein gutes Helles darf nach wie vor seinen Preis haben.

Getränke News: Sie empfehlen dem Handel, bis zum Jahresende auf Aktionen mit Bayreuther Bieren zu verzichten. Wie wollen Sie künftig dem Preisverfall entgegenwirken?

Maisel: Aufgrund der hohen Nachfrage können wir die Verfügbarkeit von Bayreuther Hell nicht garantieren. Deshalb haben wir unsere Handelspartner angeschrieben und sie gebeten, bis Ende des Jahres auf Preisaktionen zu verzichten.

Wir werden konsequent an unserer Preispositionierung festhalten und erhöhen zum 1. Juli 2021 unsere Preise. Auf die Preisgestaltung des Handels haben wir jedoch keinen Einfluss.

Getränke News: Angenommen der Trend zum Hellen lässt wieder nach. Gibt es einen Plan B?

Maisel: Ich wäre ein schlechter Unternehmer, wenn nicht bereits ein Plan B, C und D in der Schublade läge. Tatsache ist: Wir werden mit der Maisel & Friends Brauwerkstatt, dem Maisel´s Brauhaus und dem dann neuen Bayreuther Brauhaus drei  hochmoderne Brauereien an einem Standort haben und können dort sehr effizient brauen. Dadurch sind wir in Zukunft deutlich flexibler als heute. Wir haben in den letzten Jahren oft an unserer Belastungsgrenze gearbeitet. Mit der Kapazitätserweiterung entlasten wir auch unsere Mitarbeiter.

Mit der neuen Brauerei beginnt eine neue Zeitrechnung. Dabei geht es uns nicht nur um Volumen, wir wollen dem Handel mit der Investition signalisieren, dass wir die steigende Nachfrage nach unseren Bierspezialitäten auch künftig bedienen können.

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