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Einweg legt weiter zu
Gebindepolitik

Einweg legt weiter zu

Einweggebinde sind weiter auf dem Vormarsch. Das geht aus Verpackungsquoten hervor, die der Verband Pro Mehrweg aus Daten zusammengestellt hat, die von GfK Consumerscan und AC Nielsen für 2019 erhoben wurden. Insbesondere die Entwicklung der 0,5-Liter-Bierdose stößt bei Pro Mehrweg auf Kritik. In einem um 2,7 Prozent rückläufigen Biermarkt wuchs sie 2019 den Marktforschern zufolge um 12,9 Prozent und erreichte damit einen Marktanteil am Bierverkauf von 8,9 Prozent. 

Dies sei vor allem bedenklich, da das Gebinde „doppelt so viele CO2-Emissionen verursacht wie eine Glas-Mehrwegflasche“, betont Günther Guder, geschäftsführender Vorstand von Pro Mehrweg. Bei den Discountern habe die Dose sogar um über 30 Prozent zugelegt. Dies sei nicht zuletzt auf die Listungen von Markenbier bei Aldi, Lidl und Norma zurückzuführen. Die Segmente Bier und Biermischgetränke zeigten sich in den letzten Jahren bekanntlich vorbildlich beim Mehrweganteil. Den aktuellen Zahlen zufolge beginne aber auch hier die Mehrwegquote zu bröckeln, beobachtet Guder. Gerade bei den Biermixen lag sie mit 73,4 Prozent deutlich unter den Werten der Vorjahre.


2018 war wegen des langen heißen Sommers ein Ausnahmejahr.

„Erfreulich“ seien hingegen die Zuwachsraten bei Mineralwasser im Mehrweggebinde, insbesondere bei den Glasflaschen. So stieg der Mehrweganteil in der Kategorie verglichen mit den Jahren 2016 und 2017 um 2,2 Prozentpunkte auf 32,2 Prozent. 2018 hatte der Wert zwar bei starken 36,8 Prozent gelegen, dabei handelt es sich nach Guders Einschätzung aber um einen Ausreißer, der auf den langen heißen Sommer zurückzuführen ist. Von der sprunghaften Absatzsteigerung profitierten Wasser und auch andere Getränke im Mehrweggebinde offenbar überproportional. 

Doch auch hier sieht man bei Pro Mehrweg einen Wermutstropfen: Die Zuwachsraten würden weiterhin „durch die Einweg-Dauer-Dumping-Preisstrategie der Discounter konterkariert“, ärgert sich Günther Guder. Seit 2003 das Einwegpfand eingeführt wurde, werde dort Wasser in der 1,5-Liter-Einweg-PET-Flasche für 19 Cent angeboten.

Prinzip „Vermeidung vor Verwertung“ muss gelten

Trotz der aktuellen Corona-Krise, die auch die Getränkebranche vor erhebliche Herausforderungen stelle, dürfe man vor dem Hintergrund der jetzt veröffentlichten Zahlen „den Blick auf essenzielle Entwicklungen des Getränkemarkts nicht verlieren“, unterstreicht Guder. Auch jetzt müsse man darauf dringen, dass der gesetzlich verankerten Abfallhierarchie „Vermeidung vor Verwertung“ Geltung verschafft werde. 

„Ein konkreter Fahrplan zur Erreichung der im Verpackungsgesetz festgelegten Mehrwegzielquote von 70 Prozent sollte auf die politische Agenda“, so Guder. Dazu gehören nach seiner Auffassung auch eine Ausweitung der Bepfandung auf Getränke wie Fruchtsäfte und eine Kennzeichnung der Gebindeart auf dem Produkt. Auch eine zusätzliche Abgabe von 20 Cent auf Einwegverpackungen über das Pfand hinaus müsse diskutiert werden. 

Die Mehrwegbranche brauche „verlässliche Rahmenbedingungen und Planungssicherheit“, gerade auch zum Schutz der rund 150.000 Arbeitsplätzen in Deutschland, die mit dem Mehrwegsystem verbunden seien, betont der Verbandschef abschließend.

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Einweggebinde sind weiter auf dem Vormarsch. Das geht aus Verpackungsquoten hervor, die der Verband Pro Mehrweg aus Daten zusammengestellt hat, die von GfK Consumerscan und AC Nielsen für 2019 erhoben wurden. Insbesondere die Entwicklung der 0,5-Liter-Bierdose stößt bei Pro Mehrweg auf Kritik. In einem um 2,7 Prozent rückläufigen Biermarkt wuchs sie 2019 den Marktforschern zufolge um 12,9 Prozent und erreichte damit einen Marktanteil am Bierverkauf von 8,9 Prozent. 

Dies sei vor allem bedenklich, da das Gebinde „doppelt so viele CO2-Emissionen verursacht wie eine Glas-Mehrwegflasche“, betont Günther Guder, geschäftsführender Vorstand von Pro Mehrweg. Bei den Discountern habe die Dose sogar um über 30 Prozent zugelegt. Dies sei nicht zuletzt auf die Listungen von Markenbier bei Aldi, Lidl und Norma zurückzuführen. Die Segmente Bier und Biermischgetränke zeigten sich in den letzten Jahren bekanntlich vorbildlich beim Mehrweganteil. Den aktuellen Zahlen zufolge beginne aber auch hier die Mehrwegquote zu bröckeln, beobachtet Guder. Gerade bei den Biermixen lag sie mit 73,4 Prozent deutlich unter den Werten der Vorjahre.


2018 war wegen des langen heißen Sommers ein Ausnahmejahr.

„Erfreulich“ seien hingegen die Zuwachsraten bei Mineralwasser im Mehrweggebinde, insbesondere bei den Glasflaschen. So stieg der Mehrweganteil in der Kategorie verglichen mit den Jahren 2016 und 2017 um 2,2 Prozentpunkte auf 32,2 Prozent. 2018 hatte der Wert zwar bei starken 36,8 Prozent gelegen, dabei handelt es sich nach Guders Einschätzung aber um einen Ausreißer, der auf den langen heißen Sommer zurückzuführen ist. Von der sprunghaften Absatzsteigerung profitierten Wasser und auch andere Getränke im Mehrweggebinde offenbar überproportional. 

Doch auch hier sieht man bei Pro Mehrweg einen Wermutstropfen: Die Zuwachsraten würden weiterhin „durch die Einweg-Dauer-Dumping-Preisstrategie der Discounter konterkariert“, ärgert sich Günther Guder. Seit 2003 das Einwegpfand eingeführt wurde, werde dort Wasser in der 1,5-Liter-Einweg-PET-Flasche für 19 Cent angeboten.

Prinzip „Vermeidung vor Verwertung“ muss gelten

Trotz der aktuellen Corona-Krise, die auch die Getränkebranche vor erhebliche Herausforderungen stelle, dürfe man vor dem Hintergrund der jetzt veröffentlichten Zahlen „den Blick auf essenzielle Entwicklungen des Getränkemarkts nicht verlieren“, unterstreicht Guder. Auch jetzt müsse man darauf dringen, dass der gesetzlich verankerten Abfallhierarchie „Vermeidung vor Verwertung“ Geltung verschafft werde. 

„Ein konkreter Fahrplan zur Erreichung der im Verpackungsgesetz festgelegten Mehrwegzielquote von 70 Prozent sollte auf die politische Agenda“, so Guder. Dazu gehören nach seiner Auffassung auch eine Ausweitung der Bepfandung auf Getränke wie Fruchtsäfte und eine Kennzeichnung der Gebindeart auf dem Produkt. Auch eine zusätzliche Abgabe von 20 Cent auf Einwegverpackungen über das Pfand hinaus müsse diskutiert werden. 

Die Mehrwegbranche brauche „verlässliche Rahmenbedingungen und Planungssicherheit“, gerade auch zum Schutz der rund 150.000 Arbeitsplätzen in Deutschland, die mit dem Mehrwegsystem verbunden seien, betont der Verbandschef abschließend.

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