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Brauereien zwischen Hoffen und Bangen
Bier-Statistik

Brauereien zwischen Hoffen und Bangen

Der Bierabsatz der Brauereien aus Deutschland ist im ersten Halbjahr 2022 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,8 Prozent beziehungsweise 1,57 Millionen Hektoliter gestiegen. Das geht aus einer aktuellen Meldung des Statistischen Bundesamtes hervor. Insgesamt setzten die in Deutschland ansässigen Brauereien und Bierlager rund 43 Millionen Hektoliter Bier ab. Das sind 5,5 Prozent weniger als vor der Pandemie im ersten Halbjahr 2019. 

Die Brauerei Veltins wertet das Plus von 3,8 Prozent im ersten Halbjahr als ersten Schritt zur Normalität. Es sei ein beruhigender Beweis dafür, dass die Nachfrage auf Verbraucherseite durch die Pandemie zwar eingeschränkt war, die Wertschätzung aber nicht gelitten habe. Vor allem die Rückkehr der Fassbierabsätze auf ein Niveau von rund 80 Prozent im Vergleich zu 2019 sei geglückt, so Veltins-Generalbevollmächtigter Michael Huber. „Fassbier auf Festen und Events ist wieder ein Garant für Begegnung und Lebensfreude – und dieses gute Lebensgefühl haben sich die Menschen im Land zurückgeholt“, sagt Huber.

Bierabsatz noch weit unter Vorkrisen-Niveau

Weniger optimistisch bewertet die Situation der Deutsche Brauer-Bund (DBB): „Die aktuellen Zahlen zeigen: Der Bierabsatz im ersten Halbjahr 2022 war noch weit vom Vorkrisen-Niveau entfernt. Eine Erholung des Marktes im zweiten Halbjahr ist angesichts der enormen Herausforderungen, vor denen die Branche steht, nicht zu erwarten“, sagt Holger Eichele, Hautgeschäftsführer des DBB. Sorgen bereitet den Brauern vor allem die Energiekrise: „Die gesamte Branche beschäftigt die tiefe Sorge vor einem Blackout. Ohne Gas bleiben die Regale leer“, so Eichele. Schon heute stehe fest: Die massiv steigenden Kosten als Folge des Krieges gegen die Ukraine werden in der Brauwirtschaft tiefe Spuren hinterlassen. „Immer mehr mittelständische Betriebe gehen in die Knie, Lieferketten stehen vor dem Kollaps. Wir richten in dieser Krise den dringenden Appell an die Politik, alle Vorhaben zu stoppen, die neue Belastungen für die Betriebe bringen“, so der Brauer-Bund-Chef.

Bierbrauen war noch nie so teuer

Auch Michael Huber blickt mit Sorge aufs zweite Halbjahr: „Noch nie war das Bierbrauen in Deutschland so teuer wie heute! Nahezu alle Kostenblöcke sind in die Höhe geschnellt. Die Energie bleibt der große Kostentreiber der Brauwirtschaft.“ Veltins halte jedoch daran fest, den Verbraucher in dieser Phase nicht zu überfordern. „Eine Preiserhöhung im zweiten Halbjahr steht für uns nicht auf der Agenda!“, so Huber. Inwieweit die Normalität des Marktes anhalte, hänge stark von den Auswirkungen der Energiekrise und den Inflationsbewegungen in den Portemonnaies der Verbraucher ab.

Der Absatz im Deutschland stieg im ersten Halbjahr 2022 um 6,4 Prozent auf 36 Millionen Hektoliter. Für den Inlandsverbrauch waren 82,5 Prozent des gesamten Bierabsatzes bestimmt, die restlichen 17,5 Prozent (7,59 Millionen Hektoliter) wurden exportiert. Davon gingen 4,05 Millionen Hektoliter (+6,6 Prozent) in EU-Staaten, 3,48 Millionen Hektoliter (-19,1 Prozent) in Nicht-EU-Staaten. Biermischgetränke verloren 3,3 Prozent auf 2,31 Millionen Hektoliter. 

Juni mit deutlichem Absatzminus

Nach einem guten Mai (+14,4 Prozent) mussten die Brauereien in Deutschland im Juni 2022 wieder ein deutlichen Absatzminus hinnehmen. Ein Rückgang von 7,1 Prozent auf 8,74 Millionen Hektoliter (-670.000 Hektoliter) meldet der DBB mit Verweis auf die Zahlen vom Statistischen Bundesamt. Betrachtet man die verschiedenen Regionen, so gab es die höchsten Rückgänge für die Brauereien aus Berlin/Brandenburg (-13,6 Prozent), Hessen (-12,0 Prozent) und Rheinland-Pfalz/Saarland (-11,5 Prozent). Aber auch die Brauereien aus Bayern (-8,8 Prozent), Niedersachsen/Bremen (-8,1 Prozent), Schleswig-Holstein/Hamburg (-7,8 Prozent), Baden-Württemberg (-7,5 Prozent), Sachsen (-6,0 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (-5,0 Prozent) litten unter hohen Absatzeinbußen. Etwas besser schlossen die Brauereien aus Sachsen-Anhalt (-4,6 Prozent), Nordrhein-Westfalen (-3,3 Prozent) und Thüringen (-2,4 Prozent) den Monat ab.

In den Zahlen sind alkoholfreie Biere und Malztrunk sowie das aus Ländern außerhalb der Europäischen Union (EU) eingeführte Bier nicht enthalten.

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Der Bierabsatz der Brauereien aus Deutschland ist im ersten Halbjahr 2022 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,8 Prozent beziehungsweise 1,57 Millionen Hektoliter gestiegen. Das geht aus einer aktuellen Meldung des Statistischen Bundesamtes hervor. Insgesamt setzten die in Deutschland ansässigen Brauereien und Bierlager rund 43 Millionen Hektoliter Bier ab. Das sind 5,5 Prozent weniger als vor der Pandemie im ersten Halbjahr 2019. 

Die Brauerei Veltins wertet das Plus von 3,8 Prozent im ersten Halbjahr als ersten Schritt zur Normalität. Es sei ein beruhigender Beweis dafür, dass die Nachfrage auf Verbraucherseite durch die Pandemie zwar eingeschränkt war, die Wertschätzung aber nicht gelitten habe. Vor allem die Rückkehr der Fassbierabsätze auf ein Niveau von rund 80 Prozent im Vergleich zu 2019 sei geglückt, so Veltins-Generalbevollmächtigter Michael Huber. „Fassbier auf Festen und Events ist wieder ein Garant für Begegnung und Lebensfreude – und dieses gute Lebensgefühl haben sich die Menschen im Land zurückgeholt“, sagt Huber.

Bierabsatz noch weit unter Vorkrisen-Niveau

Weniger optimistisch bewertet die Situation der Deutsche Brauer-Bund (DBB): „Die aktuellen Zahlen zeigen: Der Bierabsatz im ersten Halbjahr 2022 war noch weit vom Vorkrisen-Niveau entfernt. Eine Erholung des Marktes im zweiten Halbjahr ist angesichts der enormen Herausforderungen, vor denen die Branche steht, nicht zu erwarten“, sagt Holger Eichele, Hautgeschäftsführer des DBB. Sorgen bereitet den Brauern vor allem die Energiekrise: „Die gesamte Branche beschäftigt die tiefe Sorge vor einem Blackout. Ohne Gas bleiben die Regale leer“, so Eichele. Schon heute stehe fest: Die massiv steigenden Kosten als Folge des Krieges gegen die Ukraine werden in der Brauwirtschaft tiefe Spuren hinterlassen. „Immer mehr mittelständische Betriebe gehen in die Knie, Lieferketten stehen vor dem Kollaps. Wir richten in dieser Krise den dringenden Appell an die Politik, alle Vorhaben zu stoppen, die neue Belastungen für die Betriebe bringen“, so der Brauer-Bund-Chef.

Bierbrauen war noch nie so teuer

Auch Michael Huber blickt mit Sorge aufs zweite Halbjahr: „Noch nie war das Bierbrauen in Deutschland so teuer wie heute! Nahezu alle Kostenblöcke sind in die Höhe geschnellt. Die Energie bleibt der große Kostentreiber der Brauwirtschaft.“ Veltins halte jedoch daran fest, den Verbraucher in dieser Phase nicht zu überfordern. „Eine Preiserhöhung im zweiten Halbjahr steht für uns nicht auf der Agenda!“, so Huber. Inwieweit die Normalität des Marktes anhalte, hänge stark von den Auswirkungen der Energiekrise und den Inflationsbewegungen in den Portemonnaies der Verbraucher ab.

Der Absatz im Deutschland stieg im ersten Halbjahr 2022 um 6,4 Prozent auf 36 Millionen Hektoliter. Für den Inlandsverbrauch waren 82,5 Prozent des gesamten Bierabsatzes bestimmt, die restlichen 17,5 Prozent (7,59 Millionen Hektoliter) wurden exportiert. Davon gingen 4,05 Millionen Hektoliter (+6,6 Prozent) in EU-Staaten, 3,48 Millionen Hektoliter (-19,1 Prozent) in Nicht-EU-Staaten. Biermischgetränke verloren 3,3 Prozent auf 2,31 Millionen Hektoliter. 

Juni mit deutlichem Absatzminus

Nach einem guten Mai (+14,4 Prozent) mussten die Brauereien in Deutschland im Juni 2022 wieder ein deutlichen Absatzminus hinnehmen. Ein Rückgang von 7,1 Prozent auf 8,74 Millionen Hektoliter (-670.000 Hektoliter) meldet der DBB mit Verweis auf die Zahlen vom Statistischen Bundesamt. Betrachtet man die verschiedenen Regionen, so gab es die höchsten Rückgänge für die Brauereien aus Berlin/Brandenburg (-13,6 Prozent), Hessen (-12,0 Prozent) und Rheinland-Pfalz/Saarland (-11,5 Prozent). Aber auch die Brauereien aus Bayern (-8,8 Prozent), Niedersachsen/Bremen (-8,1 Prozent), Schleswig-Holstein/Hamburg (-7,8 Prozent), Baden-Württemberg (-7,5 Prozent), Sachsen (-6,0 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (-5,0 Prozent) litten unter hohen Absatzeinbußen. Etwas besser schlossen die Brauereien aus Sachsen-Anhalt (-4,6 Prozent), Nordrhein-Westfalen (-3,3 Prozent) und Thüringen (-2,4 Prozent) den Monat ab.

In den Zahlen sind alkoholfreie Biere und Malztrunk sowie das aus Ländern außerhalb der Europäischen Union (EU) eingeführte Bier nicht enthalten.

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