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"Wir nutzen die Schwarmintelligenz"
Metabrew

„Wir nutzen die Schwarmintelligenz“

Ein Bierprojekt sorgt aktuell für Gesprächsstoff: die Metabrew Society. Vor gut einem Jahr gegründet, hat das Unternehmen seitdem im sogenannten Metaverse digitale Biergenuss-Scheine für über eine Million Euro verkauft – und wurde damit zum erfolgreichsten deutschen NFT-Projekt 2022. Die Idee, echtes Bier mit der digitalen Welt zu verbinden, wurde durch den Kauf einer Brauerei im fränkischen Naila umgesetzt. Was die Metabrew Society mit der Kapazität von 100.000 Hektolitern vor hat, erläutert der CEO des Start-ups, Holger Mannweiler, im Interview mit Getränke News


Holger Mannweiler (47) ist Diplom Physiker, M.B.A., früherer McKinsey-Berater und Serial Entrepreneur mit über 15 Gründungen in den Bereichen IT, High-Tech und Kosmetik in Deutschland und den USA. Er ist auch Mit-Gründer und CEO der Metabrew Society.
Holger Mannweiler (47) ist Diplom Physiker, M.B.A., früherer McKinsey-Berater und Serial Entrepreneur mit über 15 Gründungen in den Bereichen IT, High-Tech und Kosmetik in Deutschland und den USA. Er ist auch Mit-Gründer und CEO der Metabrew Society. (Foto: Metabrew)

Getränke News: Was verbirgt sich hinter der Metabrew Society?

Mannweiler: Unsere Metabrew Society ist zum einen eine echte Brauerei und zum anderen ein Investorenmodell im sogenannten Web 3.0, der nächsten Evolutionsstufe des Internets, zu der auch das Metaverse gehört. Es ist eine neue Form von Technologie und Interaktion zwischen virtueller Welt und dem realen Markt. Wir sammeln über den Verkauf von NFTs Geld ein, kaufen von diesem Geld eine echte Brauerei, und die NFT-Besitzer bekommen eine definierte Menge echtes Bier und Dinge rund um unsere Brauerei, zum Beispiel Tickets zu Bier-Events. Unsere NFTs sind also keine Anteile an unserer Firma. Unsere NFT-Gemeinschaft nennen wir die Metabrew Society Community.

Getränke News: Für alle, die nicht im Web 3.0 oder Metaverse unterwegs sind: Was genau sind NFTs?

Mannweiler: Über Non-Fungible Tokens, kurz NFTs, können via Blockchain Besitzrechte erworben werden, die unveränderlich und fälschungssicher sind. Ein NFT ist also ein digitaler Vertrag, der sich einem Besitzer zuordnen lässt, der die Rechte für dieses NFT besitzt. Über eine Reihe von Online-Marktplätzen sind NFTs frei handelbar, das Investment bleibt also – anders als bei herkömmlichen Crowdinvesting-Modellen – liquide, kann also jederzeit weiterverkauft werden. 

Getränke News: Sie haben das Unternehmen zu siebt gegründet. Wie ist die Idee dazu entstanden?

Mannweiler: Fünf der Gründer kenne ich schon lange. Wir alle verfolgen seit ein paar Jahren die Blockchain-Technologie und deren Möglichkeiten. Bei den ersten NFTs, die 2020 auf den Markt kamen, ging es um den Besitz an digitaler Kunst. 2021 kamen dann neue NFT-Projekte, bei denen es mehr um eine Community ging. Der technologische Ansatz hat uns fasziniert. Wir sehen hier ein gewaltiges Potenzial, wenn man die NFTs mit der realen Welt in Verbindung bringt. Noch sind weltweit sehr wenige Leute in NFTs investiert. Wir wollten früh dabei sein und dem ganzen Thema unseren eigenen Stempel aufdrücken. 

Getränke News: Wie kamen Sie auf Bier?

Mannweiler: Da wir alle Hobbybrauer sind und schon immer eine Affinität zum Bier haben, war schnell klar: Wir wollen eine Brauerei kaufen und alles mit dem Verkauf von NFTs finanzieren. Die Idee von Metabrew Society war geboren. Wir wollen nun zeigen, dass man mit NFTs seriöse Geschäfte machen kann.

Getränke News: Wie viele NFTs haben Sie verkauft? 

Mannweiler: Wir sind 2022 zu einem eher ungünstigen Zeitpunkt mit unseren NFTs gestartet. Aufgrund von Kursschwankungen war die Stimmung am Markt schlecht. Von den angebotenen 1.516 NFTs haben wir dennoch 1.030 verkauft. Zu einem Preis von ca. 1.000 Euro pro Stück, das heißt, wir haben eine Million Euro eingenommen. Damit waren wir im letzten Jahr das erfolgreichste deutsche NFT-Projekt. Inzwischen hat uns Porsche überholt. Die restlichen 486 NFTs wollen wir noch in diesem Jahr verkaufen.

Getränke News: Wo kommen die NFT-Inhaber her und was bekommen sie als Rendite?

Mannweiler: Wir haben insgesamt ca. 650 Holder, knapp die Hälfte davon aus Deutschland. Die restlichen verteilen sich weltweit, kommen aus den USA, Australien, Asien und aus jedem Land Zentraleuropas. Sie alle erhalten pro NFT im Quartal 60 Drittelliter-Dosen Bier versandkostenfrei nach Hause geschickt, jährlich also 240 Dosen, garantiert auf drei Jahre. Danach hängt die Biermenge von unserer Profitabilität ab. Alle, die zehn NFTs oder mehr haben, können Dosen mit eigenem Branding erhalten. Sie schicken uns ihr Logo und wir gestalten dann ein individuelles Label. 

Getränke News: Warum Dosen?

Mannweiler: Die Dose hat zwar in Deutschland ein schlechtes Image, im Ausland ist sie aber sehr beliebt. Für den internationalen Verkauf geht an der Dose kein Weg vorbei. Außerdem ist sie einfacher zu verschicken als Glasflaschen und sie schützt das Bier vor UV-Strahlung.

Die ersten zwei Biere des Start-ups wurden in Lohnbrau hergestellt.
Die ersten zwei Biere des Start-ups wurden in Lohnbrau hergestellt. (Foto: Metabrew)

Getränke News: Wie wichtig ist für Ihr Geschäftsmodell eine eigene Brauerei? Warum kein Lohnbrau?

Mannweiler: Für uns war von Anfang an klar: Wir brauchen eine eigene Brauerei, damit wir flexibel und schnell sind und die Qualität unserer Biere selbst in der Hand haben. Die Erfahrungen, die wir zu Beginn mit Lohnbrau gemacht haben, haben uns nochmals in dem Wunsch bestätigt, eine eigene Brauerei zu kaufen. Wir haben festgestellt, dass unsere Mentalität schwer in Einklang zu bringen ist mit den meisten Brauern, die Lohnbrau anbieten. 

Ab dem Moment, wo wir kommuniziert haben, dass wir eine eigene Brauerei kaufen wollen, ist das Interesse an unserem NFT-Projekt stark angestiegen. Für viele ist es attraktiv, Teil einer echten Brauerei zu sein.

Getränke News: Sie hatten die Familienbrauerei Michael aus dem fränkischen Weißenstadt gekauft. Vor ein paar Wochen wurde der Kauf wieder rückgängig gemacht. Was ist passiert? 

Mannweiler: Über die Gründe und Konditionen der Rücktransaktion kann ich nichts sagen, darüber haben wir Stillschweigen vereinbart. Nur so viel: Wir gehen im Guten auseinander. 

Getränke News: Wie hat die Community reagiert?

Mannweiler: Unsere Community haben wir in einem Online-Meeting darüber informiert. Alle Teilnehmer haben positiv reagiert. Wir haben auch gleich kommuniziert, dass sich an unserm Konzept nichts ändern wird und wir eine andere Brauerei kaufen werden. „Wir sind dabei, egal wo die Brauerei steht“, war der Tenor.

Getränke News: Sie haben gerade den Kauf der Nailaer Brauerei bekanntgegeben. Die Brauerei hat mit 50.000 Hektolitern eine deutlich größere Kapazität als die Brauerei in Weißenstadt. Wann soll es dort losgehen? Sind größere Investitionen vor Ort notwendig?

Mannweiler: Die Nailaer Brauerei ist in einem sehr guten Zustand, in den letzten zehn Jahren wurde vom Besitzer sehr viel investiert und praktisch die komplette Brautechnik erneuert. Daher können wir auch direkt mit dem Brauen loslegen. Zum 1. April beginnt unser Pachtvertrag. Wesentliche Komponenten, die in Naila fehlen, wie eine Dosenabfüllanlage und auch eine Entalkoholisierungsanlage, haben wir ohnehin schon selbst gekauft, insofern passt alles zusammen. Die theoretische Kapazität der Brauerei ist bei den wesentlichen Komponenten (Sudhaus, Gärtanks, Lagertanks) sogar auf ca. 100.000 Hektoliter Kapazität abgestimmt, ein Dreischichtbetrieb vorausgesetzt. Dies bietet uns enorme Möglichkeiten. 

Getränke News: Wie wichtig ist der Standort Bayern? Warum Franken? 

Mannweiler: Bei unserem internationalen Geschäft hilft der Absender Bayern enorm. Bier aus Bayern hat weltweit einen exzellenten Ruf und ist sehr beliebt. Franken hat eine sehr hohe Brauereidichte, es stehen immer wieder kleinere Brauereien zum Verkauf. Außerdem sind dort die Immobilienpreise niedriger als in Südbayern. Wir haben uns viele Brauereien angeschaut, die meisten davon waren jedoch in einem katastrophalen Zustand mit riesigen Investitionsstaus. 

Getränke News: Sie beziehen Ihre Community auch in die Entwicklung neuer Biersorten mit ein. 

Mannweiler: Wir wollen auf lange Sicht nicht eine weitere Marke mit traditionellen Biersorten sein. Unser Konzept lautet Bier 3.0, das sind Craftbiere mit Zusatznutzen. Hier haben wir viele Ideen in der Schublade und fragen unsere Community nach ihrer Meinung, nutzen also die Schwarmintelligenz. Umgekehrt kommen auch aus der Community neue Vorschläge. So gibt es beispielsweise die Idee eines Bieres für die Gamer-Szene, mit belebenden Zusätzen. Solche Biere dürfen wir dann allerdings nicht mehr Bier nennen, wir nennen sie Brew. Eine andere Idee ist ein Schlaf Brew, dem Melatonin zugesetzt wird. Der perfekte Partner wäre hier die Hotellerie, die den Gästen ein solches Bier aufs Zimmer stellen kann. Wir wollen mit solchen Bieren neue Vertriebskanäle erschließen. 

Getränke News: Sollen die Biere auch in den Handel?

Mannweiler: Nein, wir wollen nicht in den Handel. Wir brauchen natürlich aber auch echte Kunden außerhalb unserer Community. Hierzu suchen wir neue Vertriebspartner. Um neue Kunden zu gewinnen, werben wir in den sozialen Netzwerken. Außerdem erhalten unsere NFT-Holder eine Provision für die Vermittlung.

Getränke News: Sie wollen auch in eine mobile Entalkoholisierungs-Anlage investieren. 

Mannweiler: Wir sehen noch großes Wachstumspotenzial bei alkoholfreien Bieren. Viele kleinere Brauereien, die welche anbieten, beziehen das Bier von größeren Brauereien und kleben ihr eigenes Etikett drauf. Es gibt dadurch aber wenig Vielfalt und zu wenig gute Qualitäten. Deshalb wollen wir selbst alkoholfreie Biere anbieten und lassen uns gerade eine kleine Entalkoholisierungs-Anlage bauen, die so kompakt ist, dass sie in einen Sprinter passt und auch an andere kleinere Brauereien und Winzer vermietet werden kann. Unser Vorbild ist die Landwirtschaft. Dort nutzen kleinere Bauern gemeinsam einen Mähdrescher. Solche Modelle sind auch in der Brauwirtschaft möglich. 

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"Wir nutzen die Schwarmintelligenz"
Metabrew

„Wir nutzen die Schwarmintelligenz“

Ein Bierprojekt sorgt aktuell für Gesprächsstoff: die Metabrew Society. Vor gut einem Jahr gegründet, hat das Unternehmen seitdem im sogenannten Metaverse digitale Biergenuss-Scheine für über eine Million Euro verkauft – und wurde damit zum erfolgreichsten deutschen NFT-Projekt 2022. Die Idee, echtes Bier mit der digitalen Welt zu verbinden, wurde durch den Kauf einer Brauerei im fränkischen Naila umgesetzt. Was die Metabrew Society mit der Kapazität von 100.000 Hektolitern vor hat, erläutert der CEO des Start-ups, Holger Mannweiler, im Interview mit Getränke News


Holger Mannweiler (47) ist Diplom Physiker, M.B.A., früherer McKinsey-Berater und Serial Entrepreneur mit über 15 Gründungen in den Bereichen IT, High-Tech und Kosmetik in Deutschland und den USA. Er ist auch Mit-Gründer und CEO der Metabrew Society.
Holger Mannweiler (47) ist Diplom Physiker, M.B.A., früherer McKinsey-Berater und Serial Entrepreneur mit über 15 Gründungen in den Bereichen IT, High-Tech und Kosmetik in Deutschland und den USA. Er ist auch Mit-Gründer und CEO der Metabrew Society. (Foto: Metabrew)

Getränke News: Was verbirgt sich hinter der Metabrew Society?

Mannweiler: Unsere Metabrew Society ist zum einen eine echte Brauerei und zum anderen ein Investorenmodell im sogenannten Web 3.0, der nächsten Evolutionsstufe des Internets, zu der auch das Metaverse gehört. Es ist eine neue Form von Technologie und Interaktion zwischen virtueller Welt und dem realen Markt. Wir sammeln über den Verkauf von NFTs Geld ein, kaufen von diesem Geld eine echte Brauerei, und die NFT-Besitzer bekommen eine definierte Menge echtes Bier und Dinge rund um unsere Brauerei, zum Beispiel Tickets zu Bier-Events. Unsere NFTs sind also keine Anteile an unserer Firma. Unsere NFT-Gemeinschaft nennen wir die Metabrew Society Community.

Getränke News: Für alle, die nicht im Web 3.0 oder Metaverse unterwegs sind: Was genau sind NFTs?

Mannweiler: Über Non-Fungible Tokens, kurz NFTs, können via Blockchain Besitzrechte erworben werden, die unveränderlich und fälschungssicher sind. Ein NFT ist also ein digitaler Vertrag, der sich einem Besitzer zuordnen lässt, der die Rechte für dieses NFT besitzt. Über eine Reihe von Online-Marktplätzen sind NFTs frei handelbar, das Investment bleibt also – anders als bei herkömmlichen Crowdinvesting-Modellen – liquide, kann also jederzeit weiterverkauft werden. 

Getränke News: Sie haben das Unternehmen zu siebt gegründet. Wie ist die Idee dazu entstanden?

Mannweiler: Fünf der Gründer kenne ich schon lange. Wir alle verfolgen seit ein paar Jahren die Blockchain-Technologie und deren Möglichkeiten. Bei den ersten NFTs, die 2020 auf den Markt kamen, ging es um den Besitz an digitaler Kunst. 2021 kamen dann neue NFT-Projekte, bei denen es mehr um eine Community ging. Der technologische Ansatz hat uns fasziniert. Wir sehen hier ein gewaltiges Potenzial, wenn man die NFTs mit der realen Welt in Verbindung bringt. Noch sind weltweit sehr wenige Leute in NFTs investiert. Wir wollten früh dabei sein und dem ganzen Thema unseren eigenen Stempel aufdrücken. 

Getränke News: Wie kamen Sie auf Bier?

Mannweiler: Da wir alle Hobbybrauer sind und schon immer eine Affinität zum Bier haben, war schnell klar: Wir wollen eine Brauerei kaufen und alles mit dem Verkauf von NFTs finanzieren. Die Idee von Metabrew Society war geboren. Wir wollen nun zeigen, dass man mit NFTs seriöse Geschäfte machen kann.

Getränke News: Wie viele NFTs haben Sie verkauft? 

Mannweiler: Wir sind 2022 zu einem eher ungünstigen Zeitpunkt mit unseren NFTs gestartet. Aufgrund von Kursschwankungen war die Stimmung am Markt schlecht. Von den angebotenen 1.516 NFTs haben wir dennoch 1.030 verkauft. Zu einem Preis von ca. 1.000 Euro pro Stück, das heißt, wir haben eine Million Euro eingenommen. Damit waren wir im letzten Jahr das erfolgreichste deutsche NFT-Projekt. Inzwischen hat uns Porsche überholt. Die restlichen 486 NFTs wollen wir noch in diesem Jahr verkaufen.

Getränke News: Wo kommen die NFT-Inhaber her und was bekommen sie als Rendite?

Mannweiler: Wir haben insgesamt ca. 650 Holder, knapp die Hälfte davon aus Deutschland. Die restlichen verteilen sich weltweit, kommen aus den USA, Australien, Asien und aus jedem Land Zentraleuropas. Sie alle erhalten pro NFT im Quartal 60 Drittelliter-Dosen Bier versandkostenfrei nach Hause geschickt, jährlich also 240 Dosen, garantiert auf drei Jahre. Danach hängt die Biermenge von unserer Profitabilität ab. Alle, die zehn NFTs oder mehr haben, können Dosen mit eigenem Branding erhalten. Sie schicken uns ihr Logo und wir gestalten dann ein individuelles Label. 

Getränke News: Warum Dosen?

Mannweiler: Die Dose hat zwar in Deutschland ein schlechtes Image, im Ausland ist sie aber sehr beliebt. Für den internationalen Verkauf geht an der Dose kein Weg vorbei. Außerdem ist sie einfacher zu verschicken als Glasflaschen und sie schützt das Bier vor UV-Strahlung.

Die ersten zwei Biere des Start-ups wurden in Lohnbrau hergestellt.
Die ersten zwei Biere des Start-ups wurden in Lohnbrau hergestellt. (Foto: Metabrew)

Getränke News: Wie wichtig ist für Ihr Geschäftsmodell eine eigene Brauerei? Warum kein Lohnbrau?

Mannweiler: Für uns war von Anfang an klar: Wir brauchen eine eigene Brauerei, damit wir flexibel und schnell sind und die Qualität unserer Biere selbst in der Hand haben. Die Erfahrungen, die wir zu Beginn mit Lohnbrau gemacht haben, haben uns nochmals in dem Wunsch bestätigt, eine eigene Brauerei zu kaufen. Wir haben festgestellt, dass unsere Mentalität schwer in Einklang zu bringen ist mit den meisten Brauern, die Lohnbrau anbieten. 

Ab dem Moment, wo wir kommuniziert haben, dass wir eine eigene Brauerei kaufen wollen, ist das Interesse an unserem NFT-Projekt stark angestiegen. Für viele ist es attraktiv, Teil einer echten Brauerei zu sein.

Getränke News: Sie hatten die Familienbrauerei Michael aus dem fränkischen Weißenstadt gekauft. Vor ein paar Wochen wurde der Kauf wieder rückgängig gemacht. Was ist passiert? 

Mannweiler: Über die Gründe und Konditionen der Rücktransaktion kann ich nichts sagen, darüber haben wir Stillschweigen vereinbart. Nur so viel: Wir gehen im Guten auseinander. 

Getränke News: Wie hat die Community reagiert?

Mannweiler: Unsere Community haben wir in einem Online-Meeting darüber informiert. Alle Teilnehmer haben positiv reagiert. Wir haben auch gleich kommuniziert, dass sich an unserm Konzept nichts ändern wird und wir eine andere Brauerei kaufen werden. „Wir sind dabei, egal wo die Brauerei steht“, war der Tenor.

Getränke News: Sie haben gerade den Kauf der Nailaer Brauerei bekanntgegeben. Die Brauerei hat mit 50.000 Hektolitern eine deutlich größere Kapazität als die Brauerei in Weißenstadt. Wann soll es dort losgehen? Sind größere Investitionen vor Ort notwendig?

Mannweiler: Die Nailaer Brauerei ist in einem sehr guten Zustand, in den letzten zehn Jahren wurde vom Besitzer sehr viel investiert und praktisch die komplette Brautechnik erneuert. Daher können wir auch direkt mit dem Brauen loslegen. Zum 1. April beginnt unser Pachtvertrag. Wesentliche Komponenten, die in Naila fehlen, wie eine Dosenabfüllanlage und auch eine Entalkoholisierungsanlage, haben wir ohnehin schon selbst gekauft, insofern passt alles zusammen. Die theoretische Kapazität der Brauerei ist bei den wesentlichen Komponenten (Sudhaus, Gärtanks, Lagertanks) sogar auf ca. 100.000 Hektoliter Kapazität abgestimmt, ein Dreischichtbetrieb vorausgesetzt. Dies bietet uns enorme Möglichkeiten. 

Getränke News: Wie wichtig ist der Standort Bayern? Warum Franken? 

Mannweiler: Bei unserem internationalen Geschäft hilft der Absender Bayern enorm. Bier aus Bayern hat weltweit einen exzellenten Ruf und ist sehr beliebt. Franken hat eine sehr hohe Brauereidichte, es stehen immer wieder kleinere Brauereien zum Verkauf. Außerdem sind dort die Immobilienpreise niedriger als in Südbayern. Wir haben uns viele Brauereien angeschaut, die meisten davon waren jedoch in einem katastrophalen Zustand mit riesigen Investitionsstaus. 

Getränke News: Sie beziehen Ihre Community auch in die Entwicklung neuer Biersorten mit ein. 

Mannweiler: Wir wollen auf lange Sicht nicht eine weitere Marke mit traditionellen Biersorten sein. Unser Konzept lautet Bier 3.0, das sind Craftbiere mit Zusatznutzen. Hier haben wir viele Ideen in der Schublade und fragen unsere Community nach ihrer Meinung, nutzen also die Schwarmintelligenz. Umgekehrt kommen auch aus der Community neue Vorschläge. So gibt es beispielsweise die Idee eines Bieres für die Gamer-Szene, mit belebenden Zusätzen. Solche Biere dürfen wir dann allerdings nicht mehr Bier nennen, wir nennen sie Brew. Eine andere Idee ist ein Schlaf Brew, dem Melatonin zugesetzt wird. Der perfekte Partner wäre hier die Hotellerie, die den Gästen ein solches Bier aufs Zimmer stellen kann. Wir wollen mit solchen Bieren neue Vertriebskanäle erschließen. 

Getränke News: Sollen die Biere auch in den Handel?

Mannweiler: Nein, wir wollen nicht in den Handel. Wir brauchen natürlich aber auch echte Kunden außerhalb unserer Community. Hierzu suchen wir neue Vertriebspartner. Um neue Kunden zu gewinnen, werben wir in den sozialen Netzwerken. Außerdem erhalten unsere NFT-Holder eine Provision für die Vermittlung.

Getränke News: Sie wollen auch in eine mobile Entalkoholisierungs-Anlage investieren. 

Mannweiler: Wir sehen noch großes Wachstumspotenzial bei alkoholfreien Bieren. Viele kleinere Brauereien, die welche anbieten, beziehen das Bier von größeren Brauereien und kleben ihr eigenes Etikett drauf. Es gibt dadurch aber wenig Vielfalt und zu wenig gute Qualitäten. Deshalb wollen wir selbst alkoholfreie Biere anbieten und lassen uns gerade eine kleine Entalkoholisierungs-Anlage bauen, die so kompakt ist, dass sie in einen Sprinter passt und auch an andere kleinere Brauereien und Winzer vermietet werden kann. Unser Vorbild ist die Landwirtschaft. Dort nutzen kleinere Bauern gemeinsam einen Mähdrescher. Solche Modelle sind auch in der Brauwirtschaft möglich. 

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