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Weiterer Flaschenpool am Start
Brauwirtschaft

Weiterer Flaschenpool am Start

Der Bayerische Brauerbund, der Brauereiverband NRW und die Sozietät Norddeutscher Brauereiverbände haben gemeinsam mit sechs Brauereien die „MPB Mehrwegpool der Brauwirtschaft eG“ gegründet. Unter dem Dach dieser Genossenschaft soll das Mehrwegsystem für Bier stabilisiert werden. 

Der Pool soll aus Flaschen mit Standardformen bestehen, die über eine Kennzeichnung (Prägung) als Eigentum der Genossenschaft ausgewiesen werden. Hierfür wurde in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Glasindustrie bereits eine Lösung erarbeitet. Die teilnehmenden Brauereien verpflichten sich unter anderem zur Ausschleusung unansehnlicher Gebinde und zur Einspeisung von Neuglas in einem zuvor festgelegten Umfang. Die Qualität der umlaufenden Gebinde werde so signifikant verbessert.

Von der kontrollierten Poolpflege unter dem Dach der neu gegründeten Genossenschaft verspricht man sich mittelfristig den Stopp und langfristig die Abkehr von der Individualisierung von Mehrweggebinden, die Stärkung des Glas-Mehrwegsystems und eine weitgehende Gebinde-Standardisierung, die ökonomisch und ökologisch geboten sei. 

Mit Kennzeichnung für Erhalt der Pfandrückstellungen

Durch die klare Kennzeichnung des Eigentums an ihren Flaschen will die Genossenschaft zudem die Voraussetzungen für den nicht abschließend geklärten Erhalt der Pfandrückstellungen für Einheitsgebinde schaffen und einer steuerlichen Benachteiligung der Verwender dieser Flaschen entgegenwirken. Mit den Länderfinanzministerien sei man seit Monaten dazu in einem konstruktiven Dialog.

Unter den Gründungsmitgliedern sind, neben den Verbänden, die Unternehmen Cölner Hofbräu Früh, Dithmarscher Brauerei Karl Hintz, Hofbrauhaus Wolters, Privatbrauerei Bolten, Privat-Brauerei Zötler und Schneider Weisse. Die Initiatoren laden aber Vertreter der gesamten Brauwirtschaft ausdrücklich zum aktiven Mitwirken ein. 

Genossenschaft ohne Gewinnabsichten

Bewusst habe man sich deshalb für die Rechtsform einer Genossenschaft entschieden. Genossenschaften seien allein dem wirtschaftlichen Nutzen ihrer Mitglieder verpflichtet, ohne selbst auf Gewinnerzielung ausgerichtet zu sein. Zudem sei so die gleichberechtigte Teilhabe aller Mitglieder unabhängig von ihrer jeweiligen Betriebsgröße an der solidarischen Umsetzung gewährleistet.

Die neue Genossenschaft ist bereits die zweite Kooperation, die sich aktiv um den Mehrwegschutz beim Bier bemüht. Im August machten bereits die Brauereien Bitburger, Krombacher, Radeberger und Warsteiner mit der Gemema (Gesellschaft für Mehrwegmanagement GmbH & Co. KG) von sich reden, die gerade in der Gründung ist.

MPB kämpft auch für Pfandrückstellungen

(Aktualisierung vom 9. September, 12:00 Uhr) Die neu gegründete MPB sieht allerdings zwei wesentliche Unterschiede zur Gemema, wie Dr. Lothar Ebbertz, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Brauerbunds, auf Nachfrage von Getränke News erklärt: Zum einen sollen die Flaschen durch die vorgesehene Prägung zivilrechtlich klar als Eigentum der Genossenschaft gekennzeichnet werden. Damit will man die Finanzministerien des Bundes und der Länder überzeugen, den Brauereien die Pfandrückstellungen auch künftig zu erhalten. Momentan sei nämlich davon auszugehen, dass das Bundesfinanzministerium an seinen Plänen festhalte, die Rückstellungen für Einheitsgebinde aufzulösen. Das Konzept der Gemema verfolge dieses Ziel ausdrücklich nicht, so Ebbertz.

Zum zweiten sei der neuen Kooperation die Form der Genossenschaft besonders wichtig, da sie „vom solidarischen Miteinander und der Gemeinnutzorientierung“ lebe und damit zu dem Pool-Vorhaben besonders gut passe: Da viele mittelständische Brauereien beteiligt seien, sei besonders wichtig, dass Verwender jeder Größe „zwingend gleichbehandelt werden“. Zudem habe sich diese rechtliche Form – nach Erörterung mit den Kartellbehörden – als wettbewerbsrechtlich unbedenklich erwiesen.

Allerdings sei das Modell offen und „ausdrücklich auch verbandsübergreifend konzipiert“, so der Brauerbund-Chef. „Natürlich wollen wir auch mit den vier Kollegen der Gemema über eine Zusammenarbeit sprechen, um die größtmögliche Wirkung zu erzielen“, so Ebbertz abschließend.


Wir haben diesen Artikel nach einem Interview mit Dr. Lothar Ebbertz aktualisiert.

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Der Bayerische Brauerbund, der Brauereiverband NRW und die Sozietät Norddeutscher Brauereiverbände haben gemeinsam mit sechs Brauereien die „MPB Mehrwegpool der Brauwirtschaft eG“ gegründet. Unter dem Dach dieser Genossenschaft soll das Mehrwegsystem für Bier stabilisiert werden. 

Der Pool soll aus Flaschen mit Standardformen bestehen, die über eine Kennzeichnung (Prägung) als Eigentum der Genossenschaft ausgewiesen werden. Hierfür wurde in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Glasindustrie bereits eine Lösung erarbeitet. Die teilnehmenden Brauereien verpflichten sich unter anderem zur Ausschleusung unansehnlicher Gebinde und zur Einspeisung von Neuglas in einem zuvor festgelegten Umfang. Die Qualität der umlaufenden Gebinde werde so signifikant verbessert.

Von der kontrollierten Poolpflege unter dem Dach der neu gegründeten Genossenschaft verspricht man sich mittelfristig den Stopp und langfristig die Abkehr von der Individualisierung von Mehrweggebinden, die Stärkung des Glas-Mehrwegsystems und eine weitgehende Gebinde-Standardisierung, die ökonomisch und ökologisch geboten sei. 

Mit Kennzeichnung für Erhalt der Pfandrückstellungen

Durch die klare Kennzeichnung des Eigentums an ihren Flaschen will die Genossenschaft zudem die Voraussetzungen für den nicht abschließend geklärten Erhalt der Pfandrückstellungen für Einheitsgebinde schaffen und einer steuerlichen Benachteiligung der Verwender dieser Flaschen entgegenwirken. Mit den Länderfinanzministerien sei man seit Monaten dazu in einem konstruktiven Dialog.

Unter den Gründungsmitgliedern sind, neben den Verbänden, die Unternehmen Cölner Hofbräu Früh, Dithmarscher Brauerei Karl Hintz, Hofbrauhaus Wolters, Privatbrauerei Bolten, Privat-Brauerei Zötler und Schneider Weisse. Die Initiatoren laden aber Vertreter der gesamten Brauwirtschaft ausdrücklich zum aktiven Mitwirken ein. 

Genossenschaft ohne Gewinnabsichten

Bewusst habe man sich deshalb für die Rechtsform einer Genossenschaft entschieden. Genossenschaften seien allein dem wirtschaftlichen Nutzen ihrer Mitglieder verpflichtet, ohne selbst auf Gewinnerzielung ausgerichtet zu sein. Zudem sei so die gleichberechtigte Teilhabe aller Mitglieder unabhängig von ihrer jeweiligen Betriebsgröße an der solidarischen Umsetzung gewährleistet.

Die neue Genossenschaft ist bereits die zweite Kooperation, die sich aktiv um den Mehrwegschutz beim Bier bemüht. Im August machten bereits die Brauereien Bitburger, Krombacher, Radeberger und Warsteiner mit der Gemema (Gesellschaft für Mehrwegmanagement GmbH & Co. KG) von sich reden, die gerade in der Gründung ist.

MPB kämpft auch für Pfandrückstellungen

(Aktualisierung vom 9. September, 12:00 Uhr) Die neu gegründete MPB sieht allerdings zwei wesentliche Unterschiede zur Gemema, wie Dr. Lothar Ebbertz, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Brauerbunds, auf Nachfrage von Getränke News erklärt: Zum einen sollen die Flaschen durch die vorgesehene Prägung zivilrechtlich klar als Eigentum der Genossenschaft gekennzeichnet werden. Damit will man die Finanzministerien des Bundes und der Länder überzeugen, den Brauereien die Pfandrückstellungen auch künftig zu erhalten. Momentan sei nämlich davon auszugehen, dass das Bundesfinanzministerium an seinen Plänen festhalte, die Rückstellungen für Einheitsgebinde aufzulösen. Das Konzept der Gemema verfolge dieses Ziel ausdrücklich nicht, so Ebbertz.

Zum zweiten sei der neuen Kooperation die Form der Genossenschaft besonders wichtig, da sie „vom solidarischen Miteinander und der Gemeinnutzorientierung“ lebe und damit zu dem Pool-Vorhaben besonders gut passe: Da viele mittelständische Brauereien beteiligt seien, sei besonders wichtig, dass Verwender jeder Größe „zwingend gleichbehandelt werden“. Zudem habe sich diese rechtliche Form – nach Erörterung mit den Kartellbehörden – als wettbewerbsrechtlich unbedenklich erwiesen.

Allerdings sei das Modell offen und „ausdrücklich auch verbandsübergreifend konzipiert“, so der Brauerbund-Chef. „Natürlich wollen wir auch mit den vier Kollegen der Gemema über eine Zusammenarbeit sprechen, um die größtmögliche Wirkung zu erzielen“, so Ebbertz abschließend.


Wir haben diesen Artikel nach einem Interview mit Dr. Lothar Ebbertz aktualisiert.

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