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Streit um Kastenpfand
Biermarkt

Streit um Kastenpfand

Der Bundesverband privater Brauereien fordert laut Medienberichten eine deutschlandweit einheitliche Pfanderhöhung für Bierkisten auf mindestens fünf Euro. Wenn es bis Ende des Jahres keine bundesweite Einigung gebe, werde das deutsche Pfandsystem zersplittern, so der Verband. Die Bayern drohen bereits mit einem Alleingang: 40 bayerische Brauer wollen in jedem Fall ab März 2020 das Pfand auf sechs Euro pro Kiste erhöhen. Das kündigte Georg Rittmayer, Präsident des Verbands Private Brauereien Bayern, an. Für den aktuellen Pfandbetrag lohne es sich für viele Verbraucher und Großhändler nicht, die Kisten wieder an die Brauereien zurückzugeben. Privatleute würden die Kisten im Keller vergessen oder sich daraus Möbel basteln, erklärt Rittmayer.

Dass Verbraucher hierzulande heute mehr leere Kästen horten als früher, konnten Recherchen von Getränke News nicht belegen. Auch Zahlen hierzu gibt es keine. Mit gebastelten Möbeln oder vergessenen Kisten dürften die Leergut-Engpässe jedoch wenig zu tun haben. Schuld daran dürften im letzten und in diesem Jahr die heißen Sommer gewesen sein und dadurch der Mehrkonsum. Das spürten in der Getränkebranche nicht nur die Brauer. Auch die Mineralbrunnen hatten mit Leergutproblemen zu kämpfen.


(Aktualisierung vom 28.8.2019)

Unterstützung aus Berlin

Die bayerischen Brauer haben inzwischen Unterstützung vom Umweltbundesamt (UBA). „Umweltpolitisch ist ein höheres Pfand auf Flaschen und Kästen sinnvoll“, sagte UBA-Verpackungsexperte Gerhard Kotschik den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Auch die Bundestagsfraktion der Grünen schaltete sich in die Diskussion mit ein und forderte Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) zu einem „Mehrweg-Gipfel“ auf.


Hohe Kosten für Pfandumstellung

Tatsache ist: Eine bundesweite Erhöhung des Kastenpfandes wäre eine echte Herausforderung. Geschätzte 200 Millionen Bierkästen, die aktuell in Deutschland in Umlauf sind, müssten gekennzeichnet werden, damit am Tag der Umstellung der korrekte Pfandbetrag ausgezahlt werden kann. Diese Kennzeichnung und die damit verbundenen Änderungen der Rücknahmeautomaten wären für die Brauereien zeitaufwändig und mit hohen Kosten verbunden. Ob danach das höhere Pfand zur schnelleren Rückführung der Kästen führen würde, bleibt jedoch fraglich. 

Der Verband der Privaten Brauereien, der Bayerische Brauerbund und der Deutsche Brauer-Bund haben eine Arbeitsgruppe gegründet, die sich mit dem Erhalt und der Fortentwicklung des Mehrwegpoolsystems in Deutschland befasst. Gesprächsthemen seien dabei unter anderem auch die bestehenden Pfandsätze für Kisten und Flaschen sowie der Verlust von Kisten und Flaschen. „Da es eine Vielzahl offener und sehr komplexer Fragen zu klären gilt, wurde schon zu Beginn der Gespräche vereinbart, in der laufenden Diskussion keine Vorfestlegungen zu treffen und die Ergebnisse der Arbeitsgruppe abzuwarten. Daran möchte sich der Brauer-Bund als Vertreter kleiner, mittlerer wie großer Brauereien auch weiterhin halten“, heißt es auf Anfrage beim Deutschen Brauer-Bund.

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Streit um Kastenpfand
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Der Bundesverband privater Brauereien fordert laut Medienberichten eine deutschlandweit einheitliche Pfanderhöhung für Bierkisten auf mindestens fünf Euro. Wenn es bis Ende des Jahres keine bundesweite Einigung gebe, werde das deutsche Pfandsystem zersplittern, so der Verband. Die Bayern drohen bereits mit einem Alleingang: 40 bayerische Brauer wollen in jedem Fall ab März 2020 das Pfand auf sechs Euro pro Kiste erhöhen. Das kündigte Georg Rittmayer, Präsident des Verbands Private Brauereien Bayern, an. Für den aktuellen Pfandbetrag lohne es sich für viele Verbraucher und Großhändler nicht, die Kisten wieder an die Brauereien zurückzugeben. Privatleute würden die Kisten im Keller vergessen oder sich daraus Möbel basteln, erklärt Rittmayer.

Dass Verbraucher hierzulande heute mehr leere Kästen horten als früher, konnten Recherchen von Getränke News nicht belegen. Auch Zahlen hierzu gibt es keine. Mit gebastelten Möbeln oder vergessenen Kisten dürften die Leergut-Engpässe jedoch wenig zu tun haben. Schuld daran dürften im letzten und in diesem Jahr die heißen Sommer gewesen sein und dadurch der Mehrkonsum. Das spürten in der Getränkebranche nicht nur die Brauer. Auch die Mineralbrunnen hatten mit Leergutproblemen zu kämpfen.


(Aktualisierung vom 28.8.2019)

Unterstützung aus Berlin

Die bayerischen Brauer haben inzwischen Unterstützung vom Umweltbundesamt (UBA). „Umweltpolitisch ist ein höheres Pfand auf Flaschen und Kästen sinnvoll“, sagte UBA-Verpackungsexperte Gerhard Kotschik den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Auch die Bundestagsfraktion der Grünen schaltete sich in die Diskussion mit ein und forderte Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) zu einem „Mehrweg-Gipfel“ auf.


Hohe Kosten für Pfandumstellung

Tatsache ist: Eine bundesweite Erhöhung des Kastenpfandes wäre eine echte Herausforderung. Geschätzte 200 Millionen Bierkästen, die aktuell in Deutschland in Umlauf sind, müssten gekennzeichnet werden, damit am Tag der Umstellung der korrekte Pfandbetrag ausgezahlt werden kann. Diese Kennzeichnung und die damit verbundenen Änderungen der Rücknahmeautomaten wären für die Brauereien zeitaufwändig und mit hohen Kosten verbunden. Ob danach das höhere Pfand zur schnelleren Rückführung der Kästen führen würde, bleibt jedoch fraglich. 

Der Verband der Privaten Brauereien, der Bayerische Brauerbund und der Deutsche Brauer-Bund haben eine Arbeitsgruppe gegründet, die sich mit dem Erhalt und der Fortentwicklung des Mehrwegpoolsystems in Deutschland befasst. Gesprächsthemen seien dabei unter anderem auch die bestehenden Pfandsätze für Kisten und Flaschen sowie der Verlust von Kisten und Flaschen. „Da es eine Vielzahl offener und sehr komplexer Fragen zu klären gilt, wurde schon zu Beginn der Gespräche vereinbart, in der laufenden Diskussion keine Vorfestlegungen zu treffen und die Ergebnisse der Arbeitsgruppe abzuwarten. Daran möchte sich der Brauer-Bund als Vertreter kleiner, mittlerer wie großer Brauereien auch weiterhin halten“, heißt es auf Anfrage beim Deutschen Brauer-Bund.

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