Das Gastgewerbe zeigt sich hocherfreut über die Zustimmung des Bundesrats zur Absenkung der Mehrwertsteuer auf Speisen. Die sieben Prozent seien „die wichtigste Maßnahme zur Stärkung unserer Restaurants, Wirtshäuser, Cafés und Caterer“, begrüßt Guido Zöllick, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga, die Entscheidung. Damit würden Existenzen und Arbeitsplätze gesichert und lebendige Innenstädte erhalten.
Über die eigene Existenz hinaus sei die Gastronomie auch bedeutsam für benachbarte Branchen. „Fest verwurzelt in den Städten und Gemeinden sichern die Betriebe Wirtschaftskreisläufe und regionale Wertschöpfungsketten mit der Landwirtschaft, dem Lebensmittelhandwerk, den Winzern und Brauereien, den Lebensmittel- und Getränkeherstellern sowie mit Einrichtern, Ausstattern, Groß- und Fachhändlern“, so Zöllick.
Umsätze weiter unter Vorkrisenniveau
Den dringenden Bedarf an Entlastung macht der Dehoga an der weiterhin „alarmierenden“ Lage der Branche deutlich. Dem Verband zufolge haben sich die Betriebe noch immer nicht von der Pandemie erholt: Die preisbereinigten Umsätze lägen weiterhin deutlich unter dem Vorkrisenniveau, 2025 werde für den Sektor das sechste Verlustjahr in Folge.
Für den Zeitraum Januar bis September weist demnach das Statistische Bundesamt einen realen Umsatzverlust in der Gastronomie von 17,9 Prozent gegenüber dem Jahr 2019 aus. Im laufenden Jahr hat sich dem Dehoga zufolge die wirtschaftliche Situation weiter verschlechtert. Preisbereinigt sank der Umsatz um 3,9 Prozent. Auch nominal konnten die Betriebe trotz notwendiger Preiserhöhungen keine Umsatzsteigerung verbuchen.
Hohe Kosten führen viele in die Insolvenz
Als Ursache der schwierigen Lage führt der Verband die in vielen Bereichen steigenden Kosten ins Feld. Laut dem Statistischen Bundesamt seien allein die Nahrungsmittelpreise – ebenso wie die Energiekosten – seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs im Januar 2022 um 27,4 Prozent gestiegen, der Preis für alkoholfreie Getränke lag sogar um 36,1 Prozent höher.
Auch die Arbeitskosten im Gastgewerbe lagen laut dem Statistischen Bundesamt im dritten Quartal 2025 um 40,2 Prozent über dem Vergleichswert von 2019. Eine zusätzliche Belastung werde zu Jahresbeginn 2026 die Erhöhung des Mindestlohns um 8,4 Prozent bringen.
Alle diese Faktoren haben laut Dehoga in den letzten Jahren viele Betriebe ruiniert, die Zahl der Insolvenzen in der Gastronomie stieg von Januar bis September mit +26,0 Prozent deutlich stärker als in der Gesamtwirtschaft (11,7 %). In diesen neun Monaten gab es laut Erhebungen des Statistischen Bundesamts 25.476 vollständige Betriebsaufgaben in der Gastronomie, 4,6 Prozent mehr als im Vorjahr.



























































































