Die veränderten Konsumgewohnheiten der Deutschen – mit einem bewussteren Genuss und insbesondere dem Verzicht auf Alkohol – machen sich immer stärker in den Bilanzen der Spirituosenindustrie bemerkbar: 2024 ging der Absatz der hochprozentigen Getränke im Lebensmitteleinzelhandel weiter deutlich zurück; laut Marktforschungsdaten von Circana wurden im letzten Jahr 333,43 Millionen 0,7-Liter-Flaschen Spirituosen verkauft – 6,1 Prozent weniger als im Vorjahr.
Besser fällt das Ergebnis aus, wenn man die Spirituosen-Mixgetränke (RTDs) in die Bilanz mit einbezieht. Sie legten um 10,8 Prozent auf umgerechnet 66,1 Millionen Flaschen zu. Rechnet man beide Kategorien zusammen, liegt das Minus bei 3,7 Prozent. Etwas positiver sieht es beim Umsatz aus: Er sank – für Spirituosen und RTDs zusammen – um 3,0 Prozent auf 3,74 Milliarden Euro.
Zu entnehmen sind die Zahlen der Broschüre „Daten aus der Alkoholwirtschaft 2025“, die der Spirituosenverband BSI jetzt herausgegeben hat. Sie kann auf der BSI-Webseite kostenlos heruntergeladen werden. Wie gewohnt trägt der Verband in der jährlich erscheinenden Broschüre umfangreiches Zahlenmaterial zusammen – von der Anzahl und Größe der Betriebe über die Marktanteile verschiedener Kategorien bis zu den Werbeausgaben der Branche.

Ein Klassiker ist dabei auch die sogenannte „Spirituosen-Hitparade“, die einen schnellen Überblick über Absatz und Umsatz verschiedener Kategorien im Lebensmitteleinzelhandel bietet. Die Tabellen zeigen, dass sich bis auf wenige Ausnahmen alle Spirituosensegmente 2024 negativ entwickelten. Zu den großen Verlierern gehörte weiterhin der Wodka. Sein Absatz ging um 5,3 Prozent zurück. Mit 57,4 Millionen verkauften Flaschen bleibt er dennoch die mit Abstand größte Kategorie abseits der RTDs.
Deutlich abwärts ging es beispielsweise auch für Rum, der nach einem Minus von 7,8 Prozent 25,61 Millionen Flaschen erreichte. Hohe Einbußen verzeichnen auch alle Likörarten; so ging etwa der Absatz von Halbbitter-, Frucht- und Eierlikören jeweils um fast vier Prozent zurück, Sahneliköre mussten ein Minus von 5,0 Prozent hinnehmen, und Pfefferminzlikör verlor sogar gut zehn Prozent an Menge.
Auch Gin – vor wenigen Jahren noch der große Hype – musste Federn lassen, die Verkaufszahlen gingen 2024 um fast 13 Prozent auf 11,5 Millionen Flaschen zurück. Whisky war lange Zeit eine sichere Bank, doch auch er zeigte letztes Jahr eine negative Entwicklung – je nach Herkunft in unterschiedlicher Höhe. Am besten steht noch Bourbon mit -1,5 Prozent da, der größte Verlierer ist mit -13,8 Prozent Malt Whisky.























































































