Der insolvente Rhenser Mineralbrunnen wird Teil von Refresco Deutschland. Der Mönchengladbacher Getränkehersteler übernimmt den Geschäftsbetrieb des Traditionsunternehmens aus Rhens am Rhein. Damit ist die Fortführung des Brunnens gesichert. Der überwiegende Teil der Beschäftigten soll im Zuge eines Betriebsübergangs zu Refresco wechseln. Ein Teil der Belegschaft wird jedoch nicht übernommen.
Der Kaufvertrag wurde nach Angaben von Refresco nach Verhandlungen zwischen dem vorläufigen Insolvenzverwalter Dr. Alexander Jüchser, Partner von Lieser Rechtsanwälte, Rhenser-Geschäftsführer Holger Sieck und Refresco geschlossen. Der Gläubigerausschuss hat dem Verkauf zugestimmt. Die Transaktion umfasst unter anderem Markenrechte, Grundstücke, Produktionsanlagen und Warenbestände am Standort Rhens. Der Abschluss steht noch unter aufschiebenden Bedingungen und soll zum 1. August 2026 wirksam werden. Über den Kaufpreis und weitere Vertragsdetails wurde Stillschweigen vereinbart.
Rhenser hatte Anfang März beim Amtsgericht Koblenz Insolvenzantrag gestellt (wir berichteten). Dem Insolvenzantrag vorausgegangen war eine personelle Zäsur. Nach dem Tod von Geschäftsführer Christian Berentzen hatte Rhenser den sanierungserfahrenen Manager Holger Sieck als Interims-Geschäftsführer eingesetzt, um einen stabilen Übergang sicherzustellen. Sieck kannte das Unternehmen bereits aus einem früheren Verfahren: 2016 hatte er den Brunnen in einem Insolvenzverfahren begleitet und durch die Eigenverwaltung geführt. Nach der Restrukturierung wurde Rhenser damals an die Brüder Christian und Friedrich Berentzen übertragen.
Nun bekommt Rhenser erneut einen neuen Eigentümer. „Ich freue mich, dass die Zeit der Ungewissheit bei Rhenser vorbei ist und das Traditionsunternehmen nun an der Seite eines starken Partners fortgeführt wird“, sagt Jüchser. Der Verkauf an einen strategischen Investor sei die Grundlage für einen Neustart, auch wenn nicht alle Beschäftigten übernommen werden konnten.
Refresco will Rhenser mit seinen Marken weiterentwickeln und sieht in dem Standort eine Ergänzung des eigenen Geschäfts mit Mineralwasser in Glas. Geschäftsführer Guido Kühne sagte, mit der geplanten Integration stärke Refresco das Markenportfolio und die Produktionskapazitäten in diesem Bereich. Der Standort überzeuge durch Tradition, Wasserqualität und ein erfahrenes Team.
Refresco Deutschland hat seinen Hauptsitz in Mönchengladbach und beschäftigt nach Unternehmensangaben rund 1.650 Mitarbeitende an zehn Produktions- und zwei Verwaltungsstandorten. Das Unternehmen produziert Fruchtsäfte, Erfrischungsgetränke, Milchalternativen und Mineralwasser für Industrie- und Handelskunden. Zum Mineralwasserportfolio gehören bereits Marken wie Fürst Bismarck, Hella, St. Michaelis und Märkisch Kristall.

























































































