Die Düsseldorfer Fachmesse ProWein verliert weiter an Bedeutung für die internationale Wein- und Spirituosenbranche. Bei der diesjährigen Ausgabe (15. bis 17. März) stellten nur noch 3.400 Unternehmen aus – 2025 waren es noch 4.200, im Rekordjahr 2019 zählten die Veranstalter 6.900 Hersteller und Distributeure. Auch die Besucherzahl ging zurück – von 61.500 zur letzten Vor-Corona-Ausgabe, über 42.000 im Jahr 2025 auf jetzt noch 31.000. Die Zahlen hat die Messe heute in ihrem Abschlussbericht mitgeteilt.
Noch stärker hat sich in den letzten Jahren die Zahl der Hallen reduziert: von 13 zur Hochphase der Messe auf nunmehr sieben (wir berichteten gestern in einem umfangreichen Messebericht). Als Reaktion auf die negative Entwicklung betont der Veranstalter, die vor zwei Jahren begonnene strategische Weiterentwicklung der ProWein fortsetzen zu wollen.
„Mit der Entwicklung der ProWein in den vergangenen Jahren können wir uns nicht zufriedengeben“, räumt Marius Berlemann, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf, ein. „Deshalb schärfen wir die ProWein klar in Richtung Handelsrelevanz und Entscheidungsdichte. Mit Frank Schindler haben wir seit Oktober 2025 einen Director an Bord, der die Branche kennt und diesen Weg mit klarem Fokus vorantreibt.“
In dem sich konsolidierenden Marktumfeld setze die Messe auf „klare Profilierung und Handelsrelevanz“, heißt es. Die neuen Formate der ProWein entwickeln sich demnach sichtbar weiter: die „ProWein Agora“ etabliere sich als zentrale Bühne für Marktanalysen, Business-Insights und Debatten, mit „Sparkling Visions“ haben man das internationale Schaumweinsegment neu inszeniert und die „ProWein Zero“ habe mit ihrer Tasting-Zone einen strukturierten Überblick über die No & Low-Kategorie gegeben.
Von einer auf zwei Hallen erweitert wurde der Spirituosenbereich „Pro Spirits“, wo rund 500 Aussteller ihre Produkte präsentierten. Zumindest eine dieser Hallen – die 7.0 – war allerdings über weitere Strecken wenig frequentiert, was manche Unternehmen sich mit der ungünstigen Lage auf dem Gelände erklärten: Da sie direkt am Nord-Eingang liegt, sahen sich manche „wie in einer Sackgasse“ ohne Durchgangsverkehr.
Insgesamt zieht die Messeleitung ein positives Fazit des bereits Erreichten, sieht die Neupositionierung aber noch nicht als abgeschlossen an. „Das neue Hallenkonzept mit klaren Segmenten und kürzeren Wegen wurde von Ausstellern und Besuchern positiv aufgenommen. Zugleich liefert das Feedback wichtige Impulse für die weitere Optimierungen“, resümiert ProWein-Director Frank Schindler. Insgesamt bestätigten die Rückmeldungen, „dass wir die Weichen richtig gestellt haben“. Die nächsten Schritte des mehrjährigen Entwicklungsprozesses sollen der Fachöffentlichkeit Ende Mai vorgestellt werden.
Die nächste ProWein Düsseldorf findet vom 7. bis 9. März 2027 statt.






















































































