Die Oettinger-Brauerei stellt zum Jahresende die Bierproduktion in Braunschweig ein. Das Unternehmen bestätigt, dass sich die seit dem Sommer bestehende Hoffnung auf einen Käufer für den Standort nicht erfüllt hat. Damit verlieren nahezu alle der rund 120 Beschäftigten ihre Arbeitsplätze. Lediglich etwa zehn Mitarbeiter sollen in Logistik und Materialwirtschaft weiterbeschäftigt werden.
Oettinger spricht offiziell von einer Verlagerung der Produktion auf andere Standorte. In einer Stellungnahme heißt es: „Es handelt sich um eine Produktionsverlagerung, nicht um eine Schließung.“ Der Prozess habe bereits begonnen und werde sich bis 2026 hinziehen; der größte Teil solle bis Jahresende abgeschlossen sein. Die Brauerei verweist auf den seit Jahren rückläufigen Bierabsatz in Deutschland, Überkapazitäten im Markt sowie deutlich gestiegene Energie-, Produktions- und Lohnkosten.
Nach Angaben des Unternehmens gab es zwar Interessenten für den Standort, jedoch kein Angebot, das eine Übernahme der Belegschaft vorsah. Zuletzt war in der Branche kolportiert worden, dass Paulaner als möglicher Käufer geprüft habe.
Für die Beschäftigten plant Oettinger unter Zustimmung des Betriebsrats eine Transfergesellschaft, um eine befristete Weiterbeschäftigung zur beruflichen Neuorientierung zu ermöglichen. Das Unternehmen bestätigt zudem, dass die bisherigen Verhandlungen über Sozialplan und Interessenausgleich ohne Ergebnis geblieben sind. „Bei der letzten Verhandlung sind beide Seiten zu keiner gemeinsamen Lösung gekommen. Daher bitten wir die Einigungsstelle um Unterstützung“, so das Unternehmen auf Nachfrage von Getränke News.
Dass der Standort Braunschweig nicht vom jüngsten Tarifabschluss der Oettinger-Gruppe profitiert, begründet das Unternehmen mit dem laufenden Rückbau: Man wolle „individuelle Lösungen“ für die Belegschaft ermöglichen. „Hätten wir die Bedürfnisse der Braunschweiger Belegschaft bei den aktuellen Mantel- und Entgelttarifverhandlungen der Oettinger Getränke Gruppe mitverhandelt, hätten wir ihnen nicht gerecht werden können“, heißt es.

























































































