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"Leichtigkeit im Umgang mit rechtlichen Regeln"
Limonadenstreit

Notwendige Angabe oder „Behördenirrsinn“?

Die Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke (wafg) kritisiert den Limonadenhersteller Lemonaid scharf für die Fortsetzung seiner Kampagne rund um den Zuckergehalt von Limonaden. Mit seinen neuesten Aktivitäten vermittle das Unternehmen bei Verbrauchern einen falschen Eindruck über die gesetzlichen Regelungen. Die Kampagne diene offensichtlich vor allem der Selbstprofilierung, wirft Detlef Groß, Hauptgeschäftsführer der wafg, Lemonaid vor.

Das Unternehmen hatte Anfang dieser Woche angekündigt, seine Flaschen ab sofort mit einem „Achtung, wenig Zucker“-Aufkleber im Stil der Warnhinweise auf Zigarettenschachteln zu versehen. Der Hersteller protestiert damit nach eigenem Bekunden gegen „das neueste Kapitel des Behördenirrsinns“; angeblich soll Lemonaid jetzt auf der Flasche „vor dem unverschämt niedrigen Zuckergehalt per Hinweis ‚warnen‘“, heißt es dazu auf der Unternehmenswebseite.

Tatsächlich sei diese „massiv überzogene Darstellung“ in den aktuellen Vorschlägen zur Überarbeitung der „Leitsätze für Erfrischungsgetränke“ so nicht vorgesehen, unterstreicht die wafg. Richtig sei vielmehr, dass künftig „transparent über einen reduzierten Zuckergehalt informiert werden soll“; dies müsse aber „sachlich zutreffend“ geschehen.

Auslobung weckt falsche Erwartungen

Die nun genutzte Auslobung „wenig Zucker“ wecke allerdings Erwartungen bei Verbrauchern, die von den Produkten des Unternehmens nicht erfüllt würden. So sei laut den europäischen Rechtsvorgaben der „Health-Claims-Verordnung“ die vergleichbare Angabe „zuckerarm“ bei Getränken nur zulässig bei einem Zuckergehalt bis 2,5 Gramm pro 100 Milliliter. Anders als die kalorienarmen Produkte vieler Erfrischungsgetränkehersteller erfüllten die Lemonaid-Produkte diese Anforderung nicht. Die wafg hatte dies früher im selben Zusammenhang bereits als eine Wettbewerbsverzerrung kritisiert. Durch die Kampagne ziehe sich „wie ein roter Faden … eine gewisse Leichtigkeit im Umgang mit den rechtlichen Spielregeln“, ärgert sich Detlef Groß.

Wie Lemonaid indessen mitteilt, hat das Unternehmen gegen die geplante Kennzeichnung offiziell Protest bei der Deutschen Lebensmittelbuch-Kommission eingelegt. Das Unternehmen fordert, die aktuelle Empfehlung nicht umzusetzen und stattdessen die Zuckermindestgrenze für Limonaden komplett abzuschaffen. In diesem Punkt zumindest sind sich Hersteller und Verband einig: Auch die wafg begrüßt ausdrücklich den aktuellen Vorschlag zum Verzicht auf den Mindestzuckergehalt.

Zum Hintergrund:

Lemonaid ist in den letzten Jahren immer wieder in die Schlagzeilen geraten, weil seine Getränke weniger Zucker als die für Limonaden gesetzlich vorgeschriebenen sieben Prozent enthalten. Angesichts der politischen Bemühungen um eine gesündere Ernährung wurde diese Vorschrift zuletzt aber immer heftiger diskutiert und soll wohl bald ganz gestrichen werden. Das hat kürzlich der Fachausschuss Getränke, das für Erfrischungsgetränke zuständige Expertengremium der Deutschen Lebensmittelbuch-Kommission, beschlossen, der gerade die „Leitsätze für Erfrischungsgetränke“ überarbeitet hat.

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Notwendige Angabe oder „Behördenirrsinn“?

Die Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke (wafg) kritisiert den Limonadenhersteller Lemonaid scharf für die Fortsetzung seiner Kampagne rund um den Zuckergehalt von Limonaden. Mit seinen neuesten Aktivitäten vermittle das Unternehmen bei Verbrauchern einen falschen Eindruck über die gesetzlichen Regelungen. Die Kampagne diene offensichtlich vor allem der Selbstprofilierung, wirft Detlef Groß, Hauptgeschäftsführer der wafg, Lemonaid vor.

Das Unternehmen hatte Anfang dieser Woche angekündigt, seine Flaschen ab sofort mit einem „Achtung, wenig Zucker“-Aufkleber im Stil der Warnhinweise auf Zigarettenschachteln zu versehen. Der Hersteller protestiert damit nach eigenem Bekunden gegen „das neueste Kapitel des Behördenirrsinns“; angeblich soll Lemonaid jetzt auf der Flasche „vor dem unverschämt niedrigen Zuckergehalt per Hinweis ‚warnen‘“, heißt es dazu auf der Unternehmenswebseite.

Tatsächlich sei diese „massiv überzogene Darstellung“ in den aktuellen Vorschlägen zur Überarbeitung der „Leitsätze für Erfrischungsgetränke“ so nicht vorgesehen, unterstreicht die wafg. Richtig sei vielmehr, dass künftig „transparent über einen reduzierten Zuckergehalt informiert werden soll“; dies müsse aber „sachlich zutreffend“ geschehen.

Auslobung weckt falsche Erwartungen

Die nun genutzte Auslobung „wenig Zucker“ wecke allerdings Erwartungen bei Verbrauchern, die von den Produkten des Unternehmens nicht erfüllt würden. So sei laut den europäischen Rechtsvorgaben der „Health-Claims-Verordnung“ die vergleichbare Angabe „zuckerarm“ bei Getränken nur zulässig bei einem Zuckergehalt bis 2,5 Gramm pro 100 Milliliter. Anders als die kalorienarmen Produkte vieler Erfrischungsgetränkehersteller erfüllten die Lemonaid-Produkte diese Anforderung nicht. Die wafg hatte dies früher im selben Zusammenhang bereits als eine Wettbewerbsverzerrung kritisiert. Durch die Kampagne ziehe sich „wie ein roter Faden … eine gewisse Leichtigkeit im Umgang mit den rechtlichen Spielregeln“, ärgert sich Detlef Groß.

Wie Lemonaid indessen mitteilt, hat das Unternehmen gegen die geplante Kennzeichnung offiziell Protest bei der Deutschen Lebensmittelbuch-Kommission eingelegt. Das Unternehmen fordert, die aktuelle Empfehlung nicht umzusetzen und stattdessen die Zuckermindestgrenze für Limonaden komplett abzuschaffen. In diesem Punkt zumindest sind sich Hersteller und Verband einig: Auch die wafg begrüßt ausdrücklich den aktuellen Vorschlag zum Verzicht auf den Mindestzuckergehalt.

Zum Hintergrund:

Lemonaid ist in den letzten Jahren immer wieder in die Schlagzeilen geraten, weil seine Getränke weniger Zucker als die für Limonaden gesetzlich vorgeschriebenen sieben Prozent enthalten. Angesichts der politischen Bemühungen um eine gesündere Ernährung wurde diese Vorschrift zuletzt aber immer heftiger diskutiert und soll wohl bald ganz gestrichen werden. Das hat kürzlich der Fachausschuss Getränke, das für Erfrischungsgetränke zuständige Expertengremium der Deutschen Lebensmittelbuch-Kommission, beschlossen, der gerade die „Leitsätze für Erfrischungsgetränke“ überarbeitet hat.

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