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"In größeren Einheiten denken"
Veltins

„Nachhaltigkeit ist Teil unserer DNA“

Der deutsche Biermarkt ist rückläufig. Rund 20 Millionen Hektoliter verloren die deutschen Brauer in den letzten 25 Jahren. Auch 2019 sank der Bierabsatz hierzulande um rund zwei Prozent (wir berichteten). In einem solchen Markt Gewinne zu bilanzieren, gehört in der Brauwirtschaft längst zu den Ausnahmen. Die Brauerei Veltins wächst seit Jahren in einem strukturell rückläufigen Markt. Im Interview mit Getränke News umreißt Generalbevollmächtigter Michael Huber die Herausforderungen des Marktes zum Start in die 20er-Jahre.


Getränke News: Das vergangene Jahrzehnt endet für Deutschlands Brauereien mit einem Absatzminus. Was erwarten Sie für die nächsten Jahre?

Huber: Die wirtschaftlichen und demografischen Rahmendaten lassen keine andere Prognose zu: Die Brauwirtschaft wird im neuen Jahrzehnt erheblichen strukturellen Veränderungen unterworfen sein – der Druck im Markt wird bis zum Jahr 2030 erheblich zunehmen. Die unvermeidbare Ursache liegt im fortschreitenden demografischen Wandel und dem damit einhergehenden Volumenverlust des Biermarktes. Hinzu kommt das nach vorn eher unwägbare konjunkturelle Umfeld. Sagen wir es doch mit aller Deutlichkeit: Nach einer Hochphase der Konsumstimmung erleben wir jetzt bereits gesamtwirtschaftlich den geringer werdenden Rückenwind.

Getränke News: Gleichzeitig ruft die Welt nach mehr Nachhaltigkeit. Wie ist das in Einklang zu bringen?

Huber: Gerade wenn es um Nachhaltigkeit geht, sollten wir Brauer uns die Butter nicht vom Brot nehmen lassen. Es besteht kein Zweifel daran, dass die Brauereien im Wissen um die Bedeutung von Natur und Rohstoffen dem Thema Nachhaltigkeit seit jeher ein besonderes Augenmerk widmen – es ist die DNA der Brauwirtschaft! Im Bewusstsein um das Reinheitsgebot als ältestes Lebensmittelgesetz wissen die Brauer, die Stellschrauben im Sinne einer bewussten Ressourcenschonung sachgerecht zu stellen. Dabei stehen in vielen Brauereien allerdings Investitionen ins Haus, die herausfordernd sind und womöglich nicht von allen mehr geleistet werden können. Wir haben frühzeitig Investitionen von über 400 Millionen Euro angeschoben, die letztlich auch einen Wettbewerbsvorteil bedeuten.

Getränke News: Die Brauwirtschaft klagt immer öfter über deregulierende Maßnahmen, die den Brauern das Leben schwermachen. 

Huber: Zu Recht verlangen wir als Mittelstandsunternehmen im Hinblick auf die Klimapolitik von Regierungsseite einen gradlinigen, berechenbaren Kurs. Das gilt auf der einen Seite für die Unternehmen, aber auf der anderen Seite auch für die Verbraucher, deren Konsumkraft durch politisch unvermeidbare Kostenbelastungen nicht über Gebühr leiden darf. Eines ist doch jedem Akteur klar: Alle regulativen Eingriffe in die Marktstrukturen können absehbar destabilisierend wirken. Hinzu kommt die leidliche Diskussion in der Politik, die einer Verbotskultur folgt, beispielsweise bei Abgabe- und Werbeeinschränkungen. Ja, wir müssen Probleme angehen, dürfen sie aber nicht über viele Jahre zerreden. So etwas verunsichert Verbraucher.

Getränke News: Der Wettbewerb zwischen den Anbietern ist so groß wie nie zuvor. Hinzu kommt der Wettbewerb des Handels, der mit Aktionen um Frequenz ringt. Wie sieht die Position der Brauerei Veltins aus?

Huber: Nur wer im Handel die dauerhafte Wertschätzung und hohe Preiswürdigkeit erfährt, besitzt gastronomische Glaubwürdigkeit. An der Schwelle zum neuen Jahrzehnt haben wir ein klares Bekenntnis zum Ausbau und zur Pflege des Gastronomiebestandes abgeben. Ja, wir werden weiter mit großer Investitionskraft an der Seite unserer Gastronomiepartner weiterarbeiten. Als Traditionsbrauer sind wir nach dem kontinuierlichen Wachstum im zurückliegenden Jahrzehnt weiterhin guter Dinge. Wir verfolgen eine solide Premium-Strategie, die mit sachkompetenter Kontinuität und ruhiger Hand umgesetzt wird. Für Gastronomie und Handel werden wir die Vermarktungsqualität auf hohem Niveau fortentwickeln. Dabei wissen wir sehr wohl, dass es auf Dauer gerade im Premium-Umfeld nicht für alle Marken reichen wird.

Getränke News: Der Verbraucher sucht die Abwechslung. Weizen verliert, Craftbier kommt nicht aus der Nische heraus. Landbiere und Helles gewinnen. Wo sehen Sie das größte Potenzial?

Huber: Wir lassen uns von nichts und niemanden verunsichern, sondern folgen unserem Strategie-Prinzip. Mit verbraucherattraktiven und marktfähigen Produkt- und Markenkonzepten hat unser Haus immer neue behutsame Schritte unternommen, Marktanteile zu gewinnen und langfristig zu sichern. Uns geht es nicht um den schnellen Markterfolg, sondern darum, dass in Übereinstimmung mit den Kunden in Gastronomie und Handel die Weichen frühzeitig gestellt werden, um den Konsumenten zu erreichen und zufriedenzustellen. Bier ist und bleibt ein Produkt, das der Ruhe, aber auch des Erfolges bedarf, um in einem herausfordernden Marktumfeld durchdringen zu können.

Getränke News: Die Brauerei Veltins konnte seit der Jahrtausendwende noch deutlich wachsen. Was macht Ihr Haus anders als andere?

Huber: Wir fühlen uns wohl inmitten unserer Brauwirtschaft, weil wir ohne Vorbehalte Marktrealismus walten lassen. Die Erfolgsfaktoren der Brauerei Veltins sind doch kein Geheimnis, sondern gute Tugenden des Mittelstandes: Kontinuität im Management, Treffsicherheit in der Umsetzung der Produkte und Verlässlichkeit in der Vermarktungsqualität. Wir sind da grundsolide aufgestellt.

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"In größeren Einheiten denken"
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„Nachhaltigkeit ist Teil unserer DNA“

Der deutsche Biermarkt ist rückläufig. Rund 20 Millionen Hektoliter verloren die deutschen Brauer in den letzten 25 Jahren. Auch 2019 sank der Bierabsatz hierzulande um rund zwei Prozent (wir berichteten). In einem solchen Markt Gewinne zu bilanzieren, gehört in der Brauwirtschaft längst zu den Ausnahmen. Die Brauerei Veltins wächst seit Jahren in einem strukturell rückläufigen Markt. Im Interview mit Getränke News umreißt Generalbevollmächtigter Michael Huber die Herausforderungen des Marktes zum Start in die 20er-Jahre.


Getränke News: Das vergangene Jahrzehnt endet für Deutschlands Brauereien mit einem Absatzminus. Was erwarten Sie für die nächsten Jahre?

Huber: Die wirtschaftlichen und demografischen Rahmendaten lassen keine andere Prognose zu: Die Brauwirtschaft wird im neuen Jahrzehnt erheblichen strukturellen Veränderungen unterworfen sein – der Druck im Markt wird bis zum Jahr 2030 erheblich zunehmen. Die unvermeidbare Ursache liegt im fortschreitenden demografischen Wandel und dem damit einhergehenden Volumenverlust des Biermarktes. Hinzu kommt das nach vorn eher unwägbare konjunkturelle Umfeld. Sagen wir es doch mit aller Deutlichkeit: Nach einer Hochphase der Konsumstimmung erleben wir jetzt bereits gesamtwirtschaftlich den geringer werdenden Rückenwind.

Getränke News: Gleichzeitig ruft die Welt nach mehr Nachhaltigkeit. Wie ist das in Einklang zu bringen?

Huber: Gerade wenn es um Nachhaltigkeit geht, sollten wir Brauer uns die Butter nicht vom Brot nehmen lassen. Es besteht kein Zweifel daran, dass die Brauereien im Wissen um die Bedeutung von Natur und Rohstoffen dem Thema Nachhaltigkeit seit jeher ein besonderes Augenmerk widmen – es ist die DNA der Brauwirtschaft! Im Bewusstsein um das Reinheitsgebot als ältestes Lebensmittelgesetz wissen die Brauer, die Stellschrauben im Sinne einer bewussten Ressourcenschonung sachgerecht zu stellen. Dabei stehen in vielen Brauereien allerdings Investitionen ins Haus, die herausfordernd sind und womöglich nicht von allen mehr geleistet werden können. Wir haben frühzeitig Investitionen von über 400 Millionen Euro angeschoben, die letztlich auch einen Wettbewerbsvorteil bedeuten.

Getränke News: Die Brauwirtschaft klagt immer öfter über deregulierende Maßnahmen, die den Brauern das Leben schwermachen. 

Huber: Zu Recht verlangen wir als Mittelstandsunternehmen im Hinblick auf die Klimapolitik von Regierungsseite einen gradlinigen, berechenbaren Kurs. Das gilt auf der einen Seite für die Unternehmen, aber auf der anderen Seite auch für die Verbraucher, deren Konsumkraft durch politisch unvermeidbare Kostenbelastungen nicht über Gebühr leiden darf. Eines ist doch jedem Akteur klar: Alle regulativen Eingriffe in die Marktstrukturen können absehbar destabilisierend wirken. Hinzu kommt die leidliche Diskussion in der Politik, die einer Verbotskultur folgt, beispielsweise bei Abgabe- und Werbeeinschränkungen. Ja, wir müssen Probleme angehen, dürfen sie aber nicht über viele Jahre zerreden. So etwas verunsichert Verbraucher.

Getränke News: Der Wettbewerb zwischen den Anbietern ist so groß wie nie zuvor. Hinzu kommt der Wettbewerb des Handels, der mit Aktionen um Frequenz ringt. Wie sieht die Position der Brauerei Veltins aus?

Huber: Nur wer im Handel die dauerhafte Wertschätzung und hohe Preiswürdigkeit erfährt, besitzt gastronomische Glaubwürdigkeit. An der Schwelle zum neuen Jahrzehnt haben wir ein klares Bekenntnis zum Ausbau und zur Pflege des Gastronomiebestandes abgeben. Ja, wir werden weiter mit großer Investitionskraft an der Seite unserer Gastronomiepartner weiterarbeiten. Als Traditionsbrauer sind wir nach dem kontinuierlichen Wachstum im zurückliegenden Jahrzehnt weiterhin guter Dinge. Wir verfolgen eine solide Premium-Strategie, die mit sachkompetenter Kontinuität und ruhiger Hand umgesetzt wird. Für Gastronomie und Handel werden wir die Vermarktungsqualität auf hohem Niveau fortentwickeln. Dabei wissen wir sehr wohl, dass es auf Dauer gerade im Premium-Umfeld nicht für alle Marken reichen wird.

Getränke News: Der Verbraucher sucht die Abwechslung. Weizen verliert, Craftbier kommt nicht aus der Nische heraus. Landbiere und Helles gewinnen. Wo sehen Sie das größte Potenzial?

Huber: Wir lassen uns von nichts und niemanden verunsichern, sondern folgen unserem Strategie-Prinzip. Mit verbraucherattraktiven und marktfähigen Produkt- und Markenkonzepten hat unser Haus immer neue behutsame Schritte unternommen, Marktanteile zu gewinnen und langfristig zu sichern. Uns geht es nicht um den schnellen Markterfolg, sondern darum, dass in Übereinstimmung mit den Kunden in Gastronomie und Handel die Weichen frühzeitig gestellt werden, um den Konsumenten zu erreichen und zufriedenzustellen. Bier ist und bleibt ein Produkt, das der Ruhe, aber auch des Erfolges bedarf, um in einem herausfordernden Marktumfeld durchdringen zu können.

Getränke News: Die Brauerei Veltins konnte seit der Jahrtausendwende noch deutlich wachsen. Was macht Ihr Haus anders als andere?

Huber: Wir fühlen uns wohl inmitten unserer Brauwirtschaft, weil wir ohne Vorbehalte Marktrealismus walten lassen. Die Erfolgsfaktoren der Brauerei Veltins sind doch kein Geheimnis, sondern gute Tugenden des Mittelstandes: Kontinuität im Management, Treffsicherheit in der Umsetzung der Produkte und Verlässlichkeit in der Vermarktungsqualität. Wir sind da grundsolide aufgestellt.

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