Krombacher Vitamalz Sport
Anzeige
Alle Nachrichten auf Getränke News durchsuchen
"Aktuell nur Vollgut gegen Leergut"
Franken Brunnen

Mit starken Marken gegen Leitungswasser

Mit neuen Gebinden und Kampagnen will Franken Brunnen seine Marken weiter stärken. Denn eine starke Marke sei die beste Antwort auf Leitungswasser, ist Geschäftsführer Michael Bartholl überzeugt. Getränke News sprach mit dem Brunnen-Chef über seine Strategie und über die aktuellen Herausforderungen der Branche.


Getränke News: Wie lief das erste Halbjahr? Sind Sie zufrieden?

Bartholl: Mit dem ersten Halbjahr 2019 sind wir zufrieden, wir liegen absatz- und umsatzmäßig über Vorjahr und Plan. Und das sowohl in der Gruppe als auch in der Mehrzahl unserer Einzelbetriebe. Dabei waren die Absätze im Mai und der ersten Junihälfte wetterbedingt etwas schwächer, was wir in der starken zweiten Junihälfte, aufgrund der geringeren Anzahl an Abholtagen, nicht vollständig kompensieren konnten. 

Besonders erfreulich ist, dass wir im Markenbereich und insbesondere bei unseren Mineralwässern ein deutliches Plus verzeichnen konnten. Hier waren die neuen Gebinde der Wachstumstreiber. Leichte Rückgänge hatten wir im Zweitmarkenbereich aufgrund gezielter Geschäftsaufgaben und durch das Streichen von Aktionszusagen bei den Glasgebinden. 

Getränke News: Im Jahrhundertsommer 2018 kam es gerade bei den Mineralbrunnen zu Lieferengpässen. Wie sieht es in diesem Jahr aus? 

Bartholl: Die Nachfrage nach Glas – sowohl bei Individual- als auch bei Poolgebinden – steigt weiter dynamisch. Das spüren wir deutlich. Für uns als regional orientierte Brunnengruppe bietet die Glasflasche aufgrund der hohen Umlaufzahlen und der Gebindequalität viele Vorteile und dient der Profilierung unserer Marken. Aktuell kommt es bei den GDB-Glasgebinden wieder zu Leergutengpässen. Um die Warenversorgung einigermaßen aufrechtzuerhalten, können wir aktuell bei GDB-Glas nur Vollgut gegen die entsprechende Menge Leergut abgeben. 

Getränke News: Sie haben sich einem nachhaltigen Wirtschaften verschrieben, wollen nicht mehr Wasser aus den Quellen entnehmen als nachfließen kann. Bringt einen das in Zeiten immer heißerer Sommer und geringerer Niederschläge schon mal an die Grenzen?

Bartholl: Das kann passieren. Deshalb sind wir in den letzten Jahren bereits mit einigen neuen Brunnen ans Netz gegangen und sind gerade dabei, weitere Brunnen zu erschließen. Alles in großem Einvernehmen mit den betreffenden Gemeinden und der dortigen Bevölkerung. Nachhaltigkeit und gegenseitiges Verständnis sind dabei das oberste Gebot. 

Getränke News: Sie haben in den letzten Monaten verschiedenartige neue Gebinde eingeführt, darunter Individualglasflaschen ebenso wie GDB-Poolgebinde und kleine PET-Einwegflaschen. Welche Strategie steht hinter dem Gebindemix? 

Bartholl: Bei unseren Markenwässern liegt der Fokus aktuell auf Glas-Mehrweg. Aber auch unsere kastengestützten PET-Gebinde werden wir qualitativ aufwerten und schrittweise erneuern. Bei PET-Einweg tragen wir den gestiegenen Verbrauchererwartungen nach kleineren Gebindegrößen, ansprechenden Flaschenformen und nachhaltigem Wirtschaften verstärkt Rechnung. So füllen wir beispielsweise unsere Marken Eiszeitquell und Silberbrunnen bereits in PET-Flaschen ab, die zu 100 Prozent aus Rezyklat hergestellt werden. 

Gerade im Mineralwasserbereich ist eine entsprechende Sortimentsbreite und -tiefe, die die unterschiedlichen Verwendungssituationen und Kundenanforderungen abdeckt, unverzichtbar. Unser Gebindemix ist marken- und regionsbezogen zwar unterschiedlich, aber hinsichtlich Qualität, Formsprache und Durchgängigkeit verfolgen wir eine konsequente Linie. So setzen wir zum Beispiel bei Franken Brunnen mehr auf Individualgebinde, bei Residenzquelle kommt verstärkt das neue GDB-Glas-Poolgebinde zum Einsatz. 

Getränke News: Mineralbrunnen stehen gesellschaftlich immer stärker unter Druck – Stichwort „Mineralwasser vs. Leitungswasser“. Wie reagiert Ihr Unternehmen darauf, was ist da die richtige Strategie?

Bartholl: Wichtig ist, dass sowohl die Brunnenbetriebe als auch der VDM den Weg in die Öffentlichkeit suchen. Wir müssen unsere Hausaufgaben machen und unsere Kunden und Verbraucher, die relevanten Medien und politischen Entscheider über die Vorzüge von Mineralwasser und die gravierenden Unterschiede zu Leitungswasser aufklären. Das fängt schon bei den Online-Auftritten, Verkaufs- und Schulungsunterlagen an, die deutlich attraktiver und pointierter das Naturprodukt Mineralwasser vermitteln können. 

Gleichzeitig müssen wir aber auch in unsere Marken investieren. Eine starke und verantwortungsvolle Marke ist die beste Antwort auf Leitungswasser und Wassersprudler.

Getränke News: Sie haben im Frühjahr drei weitere Motive der neuen, recht emotionalen Kampagne „Damit sind wir groß geworden“ an den Start gebracht. Gibt es erste Resonanzen seitens Ihrer Kunden oder Konsumenten darauf?

Bartholl: Die Kampagne kommt bei Jung und Alt gleichermaßen gut an. Allen Altersgruppen werden Kindheitserinnerungen und damit eine emotionale Heimat geboten. Zudem vermittelt das Generationsübergreifende einen glaubwürdigen Kompetenzbeweis der Marke Franken Brunnen.

Getränke News: Nicht zuletzt durch den Streit zwischen der Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser und dem Fresenius-Institut kommt das Thema Bio-Mineralwasser in die Medien. Mit Vilsa hat sich jetzt erstmals ein großer Brunnen biozertifizieren lassen. Ist das auch für Sie mittelfristig eine Option?

Bartholl: Eine Biozertifizierung für Mineralwasser ist für uns kein Thema. Unser Mineralwasser ist natürlich rein und kann nicht noch reiner sein. Bei Erfrischungsgetränken mit Rohstoffen in Bioqualität beschäftigen wir uns mit dem Thema. Allerdings nur, wenn dadurch wirklich ein Nutzen für den Verbraucher entsteht und dieser glaubwürdig und authentisch ist. Hier sehe ich bei Bio-Mineralwasser ein gewisses Risiko. Der Verbraucher könnte das als Etikettenschwindel wahrnehmen.


Unser Gesprächspartner

Michael Bartholl (57) ist seit April 2016 Vorsitzender der Zentralgeschäftsführung der Franken Brunnen Unternehmensgruppe in Neustadt an der Aisch und verantwortet die Bereiche Marketing, Vertrieb und Unternehmensentwicklung. Er ist bereits seit über 30 Jahren in der Getränkebranche tätig. Vor seiner jetzigen Funktion war er im Vorstand der Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG – zunächst als Vorstandssprecher, später als Alleinvorstand – und arbeitete davor viele Jahre als Geschäftsführer der Paulaner Brauerei Gruppe sowie in verschiedenen Marketing- und Vertriebspositionen im Handel und in der Getränkeindustrie.

Über Franken Brunnen

Franken Brunnen gehört mit über 700 Mitarbeitern an sieben Standorten in Deutschland zu den führenden Mineralbrunnen in Deutschland. Neben Mineralwasser und Heilwasser bietet das Unternehmen aus Neustadt an der Aisch auch ein großes Portfolio an Erfrischungsgetränken. 

Kostenloser wöchentlicher Newsletter
"Aktuell nur Vollgut gegen Leergut"
Franken Brunnen

Mit starken Marken gegen Leitungswasser

Mit neuen Gebinden und Kampagnen will Franken Brunnen seine Marken weiter stärken. Denn eine starke Marke sei die beste Antwort auf Leitungswasser, ist Geschäftsführer Michael Bartholl überzeugt. Getränke News sprach mit dem Brunnen-Chef über seine Strategie und über die aktuellen Herausforderungen der Branche.


Getränke News: Wie lief das erste Halbjahr? Sind Sie zufrieden?

Bartholl: Mit dem ersten Halbjahr 2019 sind wir zufrieden, wir liegen absatz- und umsatzmäßig über Vorjahr und Plan. Und das sowohl in der Gruppe als auch in der Mehrzahl unserer Einzelbetriebe. Dabei waren die Absätze im Mai und der ersten Junihälfte wetterbedingt etwas schwächer, was wir in der starken zweiten Junihälfte, aufgrund der geringeren Anzahl an Abholtagen, nicht vollständig kompensieren konnten. 

Besonders erfreulich ist, dass wir im Markenbereich und insbesondere bei unseren Mineralwässern ein deutliches Plus verzeichnen konnten. Hier waren die neuen Gebinde der Wachstumstreiber. Leichte Rückgänge hatten wir im Zweitmarkenbereich aufgrund gezielter Geschäftsaufgaben und durch das Streichen von Aktionszusagen bei den Glasgebinden. 

Getränke News: Im Jahrhundertsommer 2018 kam es gerade bei den Mineralbrunnen zu Lieferengpässen. Wie sieht es in diesem Jahr aus? 

Bartholl: Die Nachfrage nach Glas – sowohl bei Individual- als auch bei Poolgebinden – steigt weiter dynamisch. Das spüren wir deutlich. Für uns als regional orientierte Brunnengruppe bietet die Glasflasche aufgrund der hohen Umlaufzahlen und der Gebindequalität viele Vorteile und dient der Profilierung unserer Marken. Aktuell kommt es bei den GDB-Glasgebinden wieder zu Leergutengpässen. Um die Warenversorgung einigermaßen aufrechtzuerhalten, können wir aktuell bei GDB-Glas nur Vollgut gegen die entsprechende Menge Leergut abgeben. 

Getränke News: Sie haben sich einem nachhaltigen Wirtschaften verschrieben, wollen nicht mehr Wasser aus den Quellen entnehmen als nachfließen kann. Bringt einen das in Zeiten immer heißerer Sommer und geringerer Niederschläge schon mal an die Grenzen?

Bartholl: Das kann passieren. Deshalb sind wir in den letzten Jahren bereits mit einigen neuen Brunnen ans Netz gegangen und sind gerade dabei, weitere Brunnen zu erschließen. Alles in großem Einvernehmen mit den betreffenden Gemeinden und der dortigen Bevölkerung. Nachhaltigkeit und gegenseitiges Verständnis sind dabei das oberste Gebot. 

Getränke News: Sie haben in den letzten Monaten verschiedenartige neue Gebinde eingeführt, darunter Individualglasflaschen ebenso wie GDB-Poolgebinde und kleine PET-Einwegflaschen. Welche Strategie steht hinter dem Gebindemix? 

Bartholl: Bei unseren Markenwässern liegt der Fokus aktuell auf Glas-Mehrweg. Aber auch unsere kastengestützten PET-Gebinde werden wir qualitativ aufwerten und schrittweise erneuern. Bei PET-Einweg tragen wir den gestiegenen Verbrauchererwartungen nach kleineren Gebindegrößen, ansprechenden Flaschenformen und nachhaltigem Wirtschaften verstärkt Rechnung. So füllen wir beispielsweise unsere Marken Eiszeitquell und Silberbrunnen bereits in PET-Flaschen ab, die zu 100 Prozent aus Rezyklat hergestellt werden. 

Gerade im Mineralwasserbereich ist eine entsprechende Sortimentsbreite und -tiefe, die die unterschiedlichen Verwendungssituationen und Kundenanforderungen abdeckt, unverzichtbar. Unser Gebindemix ist marken- und regionsbezogen zwar unterschiedlich, aber hinsichtlich Qualität, Formsprache und Durchgängigkeit verfolgen wir eine konsequente Linie. So setzen wir zum Beispiel bei Franken Brunnen mehr auf Individualgebinde, bei Residenzquelle kommt verstärkt das neue GDB-Glas-Poolgebinde zum Einsatz. 

Getränke News: Mineralbrunnen stehen gesellschaftlich immer stärker unter Druck – Stichwort „Mineralwasser vs. Leitungswasser“. Wie reagiert Ihr Unternehmen darauf, was ist da die richtige Strategie?

Bartholl: Wichtig ist, dass sowohl die Brunnenbetriebe als auch der VDM den Weg in die Öffentlichkeit suchen. Wir müssen unsere Hausaufgaben machen und unsere Kunden und Verbraucher, die relevanten Medien und politischen Entscheider über die Vorzüge von Mineralwasser und die gravierenden Unterschiede zu Leitungswasser aufklären. Das fängt schon bei den Online-Auftritten, Verkaufs- und Schulungsunterlagen an, die deutlich attraktiver und pointierter das Naturprodukt Mineralwasser vermitteln können. 

Gleichzeitig müssen wir aber auch in unsere Marken investieren. Eine starke und verantwortungsvolle Marke ist die beste Antwort auf Leitungswasser und Wassersprudler.

Getränke News: Sie haben im Frühjahr drei weitere Motive der neuen, recht emotionalen Kampagne „Damit sind wir groß geworden“ an den Start gebracht. Gibt es erste Resonanzen seitens Ihrer Kunden oder Konsumenten darauf?

Bartholl: Die Kampagne kommt bei Jung und Alt gleichermaßen gut an. Allen Altersgruppen werden Kindheitserinnerungen und damit eine emotionale Heimat geboten. Zudem vermittelt das Generationsübergreifende einen glaubwürdigen Kompetenzbeweis der Marke Franken Brunnen.

Getränke News: Nicht zuletzt durch den Streit zwischen der Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser und dem Fresenius-Institut kommt das Thema Bio-Mineralwasser in die Medien. Mit Vilsa hat sich jetzt erstmals ein großer Brunnen biozertifizieren lassen. Ist das auch für Sie mittelfristig eine Option?

Bartholl: Eine Biozertifizierung für Mineralwasser ist für uns kein Thema. Unser Mineralwasser ist natürlich rein und kann nicht noch reiner sein. Bei Erfrischungsgetränken mit Rohstoffen in Bioqualität beschäftigen wir uns mit dem Thema. Allerdings nur, wenn dadurch wirklich ein Nutzen für den Verbraucher entsteht und dieser glaubwürdig und authentisch ist. Hier sehe ich bei Bio-Mineralwasser ein gewisses Risiko. Der Verbraucher könnte das als Etikettenschwindel wahrnehmen.


Unser Gesprächspartner

Michael Bartholl (57) ist seit April 2016 Vorsitzender der Zentralgeschäftsführung der Franken Brunnen Unternehmensgruppe in Neustadt an der Aisch und verantwortet die Bereiche Marketing, Vertrieb und Unternehmensentwicklung. Er ist bereits seit über 30 Jahren in der Getränkebranche tätig. Vor seiner jetzigen Funktion war er im Vorstand der Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG – zunächst als Vorstandssprecher, später als Alleinvorstand – und arbeitete davor viele Jahre als Geschäftsführer der Paulaner Brauerei Gruppe sowie in verschiedenen Marketing- und Vertriebspositionen im Handel und in der Getränkeindustrie.

Über Franken Brunnen

Franken Brunnen gehört mit über 700 Mitarbeitern an sieben Standorten in Deutschland zu den führenden Mineralbrunnen in Deutschland. Neben Mineralwasser und Heilwasser bietet das Unternehmen aus Neustadt an der Aisch auch ein großes Portfolio an Erfrischungsgetränken. 

Kostenloser wöchentlicher Newsletter
Anzeige

Serie


© Getränke News 2018 - 2020