Die Krombacher-Gruppe hat ihre Beteiligung am Starnberger Brauhaus deutlich ausgebaut und hält nun die Mehrheit der Anteile. Das bestätigt Krombacher-Sprecher Peter Lemm gegenüber Getränke News. Zuvor hatte die „Süddeutsche Zeitung“ über den Schritt berichtet.
Bereits seit 2020 war Krombacher mit zunächst zehn Prozent, später mit 40 Prozent am Starnberger Brauhaus beteiligt. Nun hält die GL Verwaltungs GmbH, die Beteiligungsgesellschaft der Krombacher-Inhaberfamilie Schadeberg, 65 Prozent. Die restlichen 35 Prozent verbleiben bei Gründer Florian Schuh, der sich inzwischen aus der Geschäftsführung zurückgezogen hat. „Das Starnberger Brauhaus ist operativ bereits seit einiger Zeit ein wichtiger Teil der Krombacher Gruppe und voll integriert. Für die Kollegen vor Ort ändert sich dadurch nichts“, betont Lemm.

Strategisch setzt Krombacher auf den weiter wachsenden Hellbiermarkt, in dem die Marke Starnberger zuletzt zulegen konnte. Die Distribution sei ausgebaut worden – sowohl im Handel als auch in der Gastronomie – und auch im Export sehe man Potenzial. Bayerisches Bier habe im Ausland nach wie vor einen besonderen Stellenwert. Synergien würden konsequent genutzt, etwa bei der Personalsuche oder in der Pressearbeit, die inzwischen zentral von der Krombacher-Zentrale gesteuert wird.
Ganz ohne Reibungen verläuft der Kurs allerdings nicht. Die Getränkemarktkette Fristo hat Starnberger in rund 40 Filialen in Südbayern aus dem Sortiment genommen. Als Grund nennt das Unternehmen sinkende Nachfrage – und die Befürchtung, dass sich mit dem Einstieg einer Großbrauerei die Handelsspanne verschlechtern könnte. Parallel kündigt Krombacher für das Starnberger-Sortiment eine Preisanpassung zum 1. Oktober an. Genaue Zahlen nennt das Unternehmen nicht, verweist jedoch auf deutlich gestiegene Kosten für Rohstoffe, Energie und Personal.
Produktion kommt an Kapazitätsgrenze
Auch in der Produktion ist Bewegung. Das Brauhaus in Wieling arbeitet an seiner Kapazitätsgrenze. Krombacher hat ein Grundstück in der Region ins Auge gefasst, um die Kapazitäten zu erweitern. Eine Baugenehmigung liegt jedoch noch nicht vor – offene Fragen zur Abwasserentsorgung bremsen das Projekt. Bis dahin setzt man auf den bestehenden Standort, in den in den vergangenen Jahren rund zehn Millionen Euro investiert wurden.
Wichtiger wird auch die Gastronomie. In der Vergangenheit lief dort allerdings nicht alles wie erhofft. 2024 schloss in Köln am Heumarkt ein Prestigeprojekt nach nur zwei Jahren: Die „Starnberger Alm“, gedacht als Leuchtturm der jungen Bayern-Biermarke und kleiner Stachel im Kölsch-Markt, blieb oft nur mäßig besetzt. Gäste bemängelten, dass es an authentischem bayerischem Ambiente fehlte. „Wir haben aus den Fehlern gelernt“, sagt Lemm. Mit dem „Starnberger Wirtshaus“ in Olpe habe man ein neues Konzept umgesetzt, das bisher sehr gut angelaufen sei. Weitere Standorte sind geplant.
Trotz einzelner Rückschläge zeigt sich Krombacher zuversichtlich. „Das Starnberger Brauhaus konnte seit Gründung kontinuierlich wachsen. Diese positive Entwicklung setzt sich fort. Durch die Integration in unsere Gruppe hat das Brauhaus mehr Möglichkeiten, sich wirtschaftlich und operativ weiterhin positiv zu entwickeln“, so Lemm.


























































































