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Kommt ein neuer Cider-Trend?
Cider

Kommt ein neuer Cider-Trend?

Vegan, nachhaltig, aromatisiert, gehopft, alkoholfrei… Weltweit haben Cider-Hersteller in den letzten Jahren ihre Produkte modernisiert und passen sie immer wieder den neuesten Konsumtrends an. Die Innovationskraft der Branche zahlt sich offenbar aus: Wenn sich auch das Wachstum in den letzten Jahren etwas verlangsamt hat, legt Cider global doch deutlich stärker zu als alle anderen alkoholischen Getränke. 

Auch hierzulande ist die Kategorie auf Erfolgskurs. Laut Auskunft von Heineken Deutschland (Bulmers, Strongbow) verzeichnete das Segment 2018 ein Plus von 48 Prozent in der Menge und 43 Prozent im Wert. Und: „Wir erwarten weiterhin ein zweistelliges prozentuales Wachstum“, prognostiziert Pressesprecherin Heike Bratzke auf Anfrage von Getränke News

Die Bedeutung der Unterkategorie „Modern Cider“ als „treibende Kraft“ hebt Dr. Linda Hasselmann, Unternehmenssprecherin von Carlsberg Deutschland, hervor. Hierzu zähle auch die Marke ihres Hauses, Somersby, die in den letzten zwölf Monaten (September 2018 bis August 2019) um gut 25 Prozent gewachsen sei. An den derzeitigen Zuwachsraten sei abzulesen, dass auch in Deutschland ein großes Potenzial für Modern Cider bestehe. An der Sortimentsbreite in den Verkaufsregalen zeige sich zudem, dass auch der LEH zunehmend Interesse an der Kategorie entwickle.

Umsatz wächst um acht Prozent

Auch die Bilanz des Fruchtweinverbands VdFw fällt äußerst positiv aus. Nach seinen Angaben lag der Inlandsabsatz der Apfel- und Fruchtweinbranche 2018 bei 110,5 Millionen Litern und damit 4,4 Prozent über dem Vorjahr. Der Umsatz sei sogar um 8,1 Prozent auf 120 Millionen Euro gewachsen. Mit die stärksten Zuwächse indessen verzeichnen dem Verband zufolge „apfel- und fruchtweinhaltige Produkte, die in Deutschland als Cider vermarktet werden“.

In diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass sich die Branche mit einer Definition von „Cider“ schwertut. Während man in Deutschland dabei sicherlich vor allem die jungen (meist ausländischen) Marken wie Strongbow, Bulmers oder Magners im Kopf hat, bezeichnet beispielsweise die europäische Marktforschung prinzipiell alkoholische Getränke aus der Vergärung von Apfelsaft (frisch oder aus Konzentrat) als „Cider“. Darunter fallen dann auch recht traditionelle Produkte wie französischer und belgischer Cidre, spanischer Sidra – und eben der klassische hessische „Ebbelwei“. 

International die Kategorie mit stärkstem Wachstum

Weltweit konnte die Kategorie laut Global Data in den Jahren 2013 bis 2018 im Volumen durchschnittlich ein Plus von gut vier Prozent verzeichnen – während Spirituosen und Wein jeweils nur um etwa zwei Prozent zulegten. Aromatisierte alkoholische Mixgetränke wuchsen im selben Zeitraum um 1,2 Prozent, Bier stagnierte bei einem dünnen Plus von 0,2 Prozent nahezu. 

Globales Wachstum 2008 bis 2018 (Balken=Volumen in 1.000 hl, Kurve=prozentuales Wachstum im Jahresvergleich, Quelle: Global Data)

Das führte Kevin Baker, Senior Consultant bei dem britischen Marktforschungsinstitut, auf dem dritten Global Cider Forum aus, zu dem der Europäische Cider- und Fruchtweinverband AICV Mitte Oktober nach Frankfurt/Main eingeladen hatte. Nicht übersehen werden darf indessen, dass der Weltbiermarkt mit 1,97 Milliarden Hektolitern fast hundert Mal so groß ist wie das Absatzvolumen von Cider, das bei lediglich 26,6 Millionen Hektolitern liegt. 

In manchen Märkten kann Cider gleichwohl bedeutende Marktanteile verzeichnen. Dabei haben Großbritannien und Irland mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von jeweils etwa 15 Litern bei weitem die Nase vorn. Ähnliche Werte erreicht kein weiteres Land; auf Platz drei folgen mit großem Abstand und 6,6 Litern pro Kopf die Finnen, auf Platz vier mit 2,45 Litern die Spanier. Deutschland schafft es mit 0,8 Litern nicht einmal unter die Top 25 Märkte weltweit. 

Osteuropa drängt nach vorn

Zum Weltmarkt freilich kann Deutschland bislang noch nicht allzu viel beitragen, und das ganz große Wachstum findet anderswo statt, wie Kevin Baker von Global Data zeigte. Konkret sind nach seiner Darstellung die neuen Märkte in Osteuropa aktuell die treibenden Kräfte. Seit 2013 stand die Tschechische Republik an der Spitze der am schnellsten wachsenden Cider-Märkte, gefolgt von Rumänien. Ebenfalls unter den Top 10 platzierten sich Slowenien, Bulgarien, Russland und die Ukraine. Deutlich aufsatteln konnten weltweit auch Nordamerika, Afrika sowie Australien und Neuseeland. 

Obwohl also Cider in den letzten Jahren immer internationaler geworden ist, vereint Westeuropa weiterhin fast 60 Prozent des Marktvolumens. Noch vor zehn Jahren entfielen allerdings noch nahezu 80 Prozent des Absatzes auf die Region. Da hier aber der Zuwachs inzwischen am geringsten ist, dürften sich die Verhältnisse bald noch weiter zu neuen Märkten verschieben. 

Die internationalen Top 10 Marken (Daten in Mio. hl, Quelle: Global Data)

Innovationen beleben den Markt

Eine Stärke der Kategorie ist ihre Wandlungsfähigkeit. Cider bedeutet nämlich längst nicht mehr „nur“ Apfel: Seit den späten 1980er-Jahren gesellten sich zu den traditionellen Produkten immer mehr mit Saft anderer Früchte sowie Extrakten und Aromen veränderte Getränke. Diese „Flavoured Ciders“ erfreuen sich weltweit steigender Beliebtheit, ihr Marktanteil wächst laut Global Data in den meisten Ländern. 

Zwar entfallen immer noch 78 Prozent auf Apple Cider und lediglich 18 Prozent auf die Aromatisierten. Letztere verzeichneten allerdings seit 2013 im Schnitt ein jährliches Plus von fast 17 Prozent. Die übrigen vier Prozent nimmt der unter anderem in Großbritannien, Irland und Skandinavien beliebte Pear Cider oder Perry (aus Birnen) ein – allerdings mit sinkender Tendenz. Besonders viel Flavoured Cider wird in Westeuropa getrunken. Laut Erhebungen von Global Data sind unter den aromatisierten Getränken solche mit Beerengeschmack die populärsten. Sie vereinen in der Unterkategorie 76 Prozent auf sich. Das übrige Viertel teilen Sorten wie „Mixed Fruit“, Zitrone und Holunderblüte unter sich auf.

Flavours auch in Deutschland im Trend

Heike Bratzke von Heineken bestätigt den Flavour-Trend auch für den hiesigen Markt; sie glaubt ebenfalls vor allem an das Potenzial von Fruchtvarianten mit Beeren. Es sei „sehr schön zu sehen, dass sowohl unsere bereits länger bestehenden Sorten wie Apple und Blackberry als auch Neueinführungen wie Red Rhubarb sehr gut angenommen werden“, berichtet auch Dr. Linda Hasselmann von Carlsberg. 

Auch über den Geschmack hinaus zeigt sich Cider als eine recht innovative Kategorie, indem er zahlreiche Trends mit anschiebt. So finden sich moderne Produkte mit weniger Zucker oder Kalorien ebenso am Markt wie solche mit trendigen Zutaten wie Kokoswasser oder Apfelessig. Zudem spielen die Hersteller beim Thema Nachhaltigkeit ganz vorne mit, ob es nun um vegane oder biologisch erzeugte Produkte geht oder um Getränke, die zum Beispiel ein Statement für die LBGT-Community abgeben. Nicht zuletzt sind manche Marken im Craft-Segment aktiv, während andere die Gattungsgrenzen überschreiten wie die kurz „Spiders“ genannten Cider mit Spirituosenaromen und entsprechendem Branding. Alles im allem gute Voraussetzungen auch für künftiges Wachstum.

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Kommt ein neuer Cider-Trend?
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Vegan, nachhaltig, aromatisiert, gehopft, alkoholfrei… Weltweit haben Cider-Hersteller in den letzten Jahren ihre Produkte modernisiert und passen sie immer wieder den neuesten Konsumtrends an. Die Innovationskraft der Branche zahlt sich offenbar aus: Wenn sich auch das Wachstum in den letzten Jahren etwas verlangsamt hat, legt Cider global doch deutlich stärker zu als alle anderen alkoholischen Getränke. 

Auch hierzulande ist die Kategorie auf Erfolgskurs. Laut Auskunft von Heineken Deutschland (Bulmers, Strongbow) verzeichnete das Segment 2018 ein Plus von 48 Prozent in der Menge und 43 Prozent im Wert. Und: „Wir erwarten weiterhin ein zweistelliges prozentuales Wachstum“, prognostiziert Pressesprecherin Heike Bratzke auf Anfrage von Getränke News

Die Bedeutung der Unterkategorie „Modern Cider“ als „treibende Kraft“ hebt Dr. Linda Hasselmann, Unternehmenssprecherin von Carlsberg Deutschland, hervor. Hierzu zähle auch die Marke ihres Hauses, Somersby, die in den letzten zwölf Monaten (September 2018 bis August 2019) um gut 25 Prozent gewachsen sei. An den derzeitigen Zuwachsraten sei abzulesen, dass auch in Deutschland ein großes Potenzial für Modern Cider bestehe. An der Sortimentsbreite in den Verkaufsregalen zeige sich zudem, dass auch der LEH zunehmend Interesse an der Kategorie entwickle.

Umsatz wächst um acht Prozent

Auch die Bilanz des Fruchtweinverbands VdFw fällt äußerst positiv aus. Nach seinen Angaben lag der Inlandsabsatz der Apfel- und Fruchtweinbranche 2018 bei 110,5 Millionen Litern und damit 4,4 Prozent über dem Vorjahr. Der Umsatz sei sogar um 8,1 Prozent auf 120 Millionen Euro gewachsen. Mit die stärksten Zuwächse indessen verzeichnen dem Verband zufolge „apfel- und fruchtweinhaltige Produkte, die in Deutschland als Cider vermarktet werden“.

In diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass sich die Branche mit einer Definition von „Cider“ schwertut. Während man in Deutschland dabei sicherlich vor allem die jungen (meist ausländischen) Marken wie Strongbow, Bulmers oder Magners im Kopf hat, bezeichnet beispielsweise die europäische Marktforschung prinzipiell alkoholische Getränke aus der Vergärung von Apfelsaft (frisch oder aus Konzentrat) als „Cider“. Darunter fallen dann auch recht traditionelle Produkte wie französischer und belgischer Cidre, spanischer Sidra – und eben der klassische hessische „Ebbelwei“. 

International die Kategorie mit stärkstem Wachstum

Weltweit konnte die Kategorie laut Global Data in den Jahren 2013 bis 2018 im Volumen durchschnittlich ein Plus von gut vier Prozent verzeichnen – während Spirituosen und Wein jeweils nur um etwa zwei Prozent zulegten. Aromatisierte alkoholische Mixgetränke wuchsen im selben Zeitraum um 1,2 Prozent, Bier stagnierte bei einem dünnen Plus von 0,2 Prozent nahezu. 

Globales Wachstum 2008 bis 2018 (Balken=Volumen in 1.000 hl, Kurve=prozentuales Wachstum im Jahresvergleich, Quelle: Global Data)

Das führte Kevin Baker, Senior Consultant bei dem britischen Marktforschungsinstitut, auf dem dritten Global Cider Forum aus, zu dem der Europäische Cider- und Fruchtweinverband AICV Mitte Oktober nach Frankfurt/Main eingeladen hatte. Nicht übersehen werden darf indessen, dass der Weltbiermarkt mit 1,97 Milliarden Hektolitern fast hundert Mal so groß ist wie das Absatzvolumen von Cider, das bei lediglich 26,6 Millionen Hektolitern liegt. 

In manchen Märkten kann Cider gleichwohl bedeutende Marktanteile verzeichnen. Dabei haben Großbritannien und Irland mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von jeweils etwa 15 Litern bei weitem die Nase vorn. Ähnliche Werte erreicht kein weiteres Land; auf Platz drei folgen mit großem Abstand und 6,6 Litern pro Kopf die Finnen, auf Platz vier mit 2,45 Litern die Spanier. Deutschland schafft es mit 0,8 Litern nicht einmal unter die Top 25 Märkte weltweit. 

Osteuropa drängt nach vorn

Zum Weltmarkt freilich kann Deutschland bislang noch nicht allzu viel beitragen, und das ganz große Wachstum findet anderswo statt, wie Kevin Baker von Global Data zeigte. Konkret sind nach seiner Darstellung die neuen Märkte in Osteuropa aktuell die treibenden Kräfte. Seit 2013 stand die Tschechische Republik an der Spitze der am schnellsten wachsenden Cider-Märkte, gefolgt von Rumänien. Ebenfalls unter den Top 10 platzierten sich Slowenien, Bulgarien, Russland und die Ukraine. Deutlich aufsatteln konnten weltweit auch Nordamerika, Afrika sowie Australien und Neuseeland. 

Obwohl also Cider in den letzten Jahren immer internationaler geworden ist, vereint Westeuropa weiterhin fast 60 Prozent des Marktvolumens. Noch vor zehn Jahren entfielen allerdings noch nahezu 80 Prozent des Absatzes auf die Region. Da hier aber der Zuwachs inzwischen am geringsten ist, dürften sich die Verhältnisse bald noch weiter zu neuen Märkten verschieben. 

Die internationalen Top 10 Marken (Daten in Mio. hl, Quelle: Global Data)

Innovationen beleben den Markt

Eine Stärke der Kategorie ist ihre Wandlungsfähigkeit. Cider bedeutet nämlich längst nicht mehr „nur“ Apfel: Seit den späten 1980er-Jahren gesellten sich zu den traditionellen Produkten immer mehr mit Saft anderer Früchte sowie Extrakten und Aromen veränderte Getränke. Diese „Flavoured Ciders“ erfreuen sich weltweit steigender Beliebtheit, ihr Marktanteil wächst laut Global Data in den meisten Ländern. 

Zwar entfallen immer noch 78 Prozent auf Apple Cider und lediglich 18 Prozent auf die Aromatisierten. Letztere verzeichneten allerdings seit 2013 im Schnitt ein jährliches Plus von fast 17 Prozent. Die übrigen vier Prozent nimmt der unter anderem in Großbritannien, Irland und Skandinavien beliebte Pear Cider oder Perry (aus Birnen) ein – allerdings mit sinkender Tendenz. Besonders viel Flavoured Cider wird in Westeuropa getrunken. Laut Erhebungen von Global Data sind unter den aromatisierten Getränken solche mit Beerengeschmack die populärsten. Sie vereinen in der Unterkategorie 76 Prozent auf sich. Das übrige Viertel teilen Sorten wie „Mixed Fruit“, Zitrone und Holunderblüte unter sich auf.

Flavours auch in Deutschland im Trend

Heike Bratzke von Heineken bestätigt den Flavour-Trend auch für den hiesigen Markt; sie glaubt ebenfalls vor allem an das Potenzial von Fruchtvarianten mit Beeren. Es sei „sehr schön zu sehen, dass sowohl unsere bereits länger bestehenden Sorten wie Apple und Blackberry als auch Neueinführungen wie Red Rhubarb sehr gut angenommen werden“, berichtet auch Dr. Linda Hasselmann von Carlsberg. 

Auch über den Geschmack hinaus zeigt sich Cider als eine recht innovative Kategorie, indem er zahlreiche Trends mit anschiebt. So finden sich moderne Produkte mit weniger Zucker oder Kalorien ebenso am Markt wie solche mit trendigen Zutaten wie Kokoswasser oder Apfelessig. Zudem spielen die Hersteller beim Thema Nachhaltigkeit ganz vorne mit, ob es nun um vegane oder biologisch erzeugte Produkte geht oder um Getränke, die zum Beispiel ein Statement für die LBGT-Community abgeben. Nicht zuletzt sind manche Marken im Craft-Segment aktiv, während andere die Gattungsgrenzen überschreiten wie die kurz „Spiders“ genannten Cider mit Spirituosenaromen und entsprechendem Branding. Alles im allem gute Voraussetzungen auch für künftiges Wachstum.

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