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Kommen nach der Wahl strengere Regeln für Dosen? 1
Bundestagswahl

Kommen strengere Regeln für Einweg?

Coke, Red Bull und Krombacher – für die Dosenmarktführer bei Softdrinks, Energy-Getränken und Bier wird der Urnengang 2021 zur Schicksalswahl. Sie dürften nach der Wahlentscheidung der deutschen Verbraucher die Luft anhalten. Schon jetzt zeichnen sich mit der unwägbaren Regierungsbildung neue, unkalkulierbare Mehrheiten ab, die es dem prosperierenden Einweggeschäft schwer machen könnten.

Der Verbraucher hat in der Gebindefrage indes längst abgestimmt: Gerade in der letzten Legislaturperiode konnte die Einwegdose ihren Marktanteil in Deutschland deutlich ausbauen. Tatsächlich ist das Einwegpfand kein Makel mehr – die Energy-Generation lernte die Leichtigkeit der Dose zu schätzen, der Pfandverlust spielt gerade im Out-of-home-Bereich kaum noch eine Rolle.

Einweg-Reglementierung kann Arbeitsplätze kosten

Keiner sprach es im Bundestagswahlkampf deutlicher aus als Karsten Uhlmann vom Frankfurter Brauhaus. „Wir wünschen uns, dass die nächste Bundesregierung ein auf Fakten basierendes Verhältnis zu den verschiedenen Verpackungsformen hat“, sagte der Geschäftsführer gegenüber der Märkischen Oderzeitung. Sein Frankfurter Brauhaus als Kopf der TCB-Gruppe gilt in der Branche als Einwegbefürworter – ganz gleich ob bei PET oder der Dose.

Die Brauer von der Oder mit einer Dependance in Hannover beliefern zahlreiche Vertriebsschienen mit Dosenware, die Bier in der Halbliterdose zum umschlagbaren Einstiegspreis von 39 Cent in die Regale der Discounter bringt. Politisch gewollte Verbote, so Uhlmanns Warnung, würden Arbeitsplätze am Stammsitz in Frankfurt/Oder „massiv gefährden“. Die Sorge Uhlmanns scheint angesichts einer neuen Klimapolitik der neuen Bundesregierung durchaus berechtigt. Und auch für andere Anbieter hängt eine Menge vom politischen Kräftespiel der nächsten Regierungskoalition ab.

Krombacher zündete finalen Dosen-Turbo

Premium-Dosenmarktführer Krombacher, der in seinem Nachhaltigkeitsbericht 2019 von einem Einweganteil von rund zehn Prozent spricht und damit einen Ausstoßanteil von respektablen 600.000 Hektolitern meint, hatte 2016 mit einer nationalen Aldi-Listung im deutschen Biermarkt den finalen Dosen-Turbo gezündet und für ein Raunen in der Brauwirtschaft gesorgt.


Kommen nach der Wahl strengere Regeln für Dosen?

Noch Jahre zuvor an der Seite der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und mit Jürgen Resch als Gast in Krombach hatte sich der Premium-Marktführer leise aus dem Unterstützerkreis verabschiedet und sich lieber für das Ausschöpfen von Markenpotenzial entschieden. Eine durchaus verständliche Entscheidung, denn die Dose sollte eine Renaissance erleben.

2018 hatte Krombacher dann die Fremdabfüllung der Dose vom niederländischen Lohnabfüller Refresco Group N.V. bei Rotterdam zurück ins Haus geholt, nachdem Krones eine neue Dosenabfüllanlage installiert hatte. Die Mengen stiegen dank Aldi so rasant, dass die eigene Abfüllung sinnstiftend und zu guter Letzt auch renditeförderlich war. Dass Krombacher 2019 den Sprung über die Sechs-Millionen-Hektoliter-Schwelle der Dose zu verdanken hatte, ist längst kein Geheimnis.

Energy-Segment definiert sich über Einweggebinde

Derweil arbeitet Coca-Cola daran, den Anteil von Glas-Mehrweg zu fördern – auch in weiser Voraussicht, dass die große Einwegabhängigkeit bei einer politisch neuen Ausrichtung zum Damokles-Schwert werden könnte. Unabhängig davon befeuert Coca-Cola das nationale Einweggeschäft über viele Aktionskanäle mit Mehrstückverpackungen: Vom folierten Vierer-Pack bis zum 18er-Dosen-Tray werden vielfältige Varianten preisattraktiv ausgespielt. Noch schwerer wiegt die Bedeutung der Dose für Red Bull, dessen Markenimage mit der Einwegdose geradezu eine Symbiose eingegangen ist. Das gesamte Energy-Segment definiert sich heute auch bei den Wettbewerbsprodukten über die Dose und bedient das gesamte Preisband inzwischen mit unterschiedlichen Füllmengen.

Mehrweg oder Einweg? Oder besser: Mehrweg und Einweg!

Die Zukunftsfrage stellt sich mehr denn je. Mehrweg oder Einweg? Oder besser: Mehrweg und Einweg! Hinter vorgehaltener Hand wird befürchtet, dass die Frontenbildung in der Getränkewirtschaft in Erwartung einer veränderten politischen Willensbildung noch stärker polarisieren könnte. Die Unsicherheit über die Zukunftsfähigkeit eines verbrauchergerechten Gebindemixes bleibt. Langjährigen Weggefährten der Getränkewirtschaft ist das Szenario der rot-grünen Einwegbepfandung von 2002 immer noch vor Augen – der Super-Gau führte schließlich zur kompletten Auslistung von Einweggebinden.

Damals führten die großen Brauer mit ihrer Arbeitsgemeinschaft Marke Verpackung einen letztlich gescheiterten Rechtsstreit gegen die Verpackungsverordnung. Der grüne Bundesumweltminister Jürgen Trittin hatte, gestützt von der Deutschen Umwelthilfe (DUH), sein Ziel erreicht und wurde ungewollt zum Geburtshelfer eines PET-Flaschenbooms.

Verbraucher entscheidet: Dose auch ein Stück Lebensgefühl

Für Coca-Cola, Red Bull und Krombacher geht es um viel, zumindest aber um veritable Mengen, die sich nicht einfach in Mehrwegabsätze umswitchen lassen. Mehr noch: Es droht Imageschaden, denn NGOs wie Foodwatch haben längst ein Auge auf die großen Marken geworfen, die mit einem allzu vordergründigen Naturengagement rasch in Glaubwürdigkeitsnöte kommen könnten.

Letztlich wird es der Verbraucher richten. Bei allen Diskussionen um Mehrwegbecher bei Kaffee und sonstigen Einwegverboten bedeutet die Getränkedose letztlich auch ein Stück Lebensgefühl. Da möchten zur Dose eben nicht alle Nein sagen, egal was eine neue Bundesregierung in der neuen Legislaturperiode beschließen wird.

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Kommen nach der Wahl strengere Regeln für Dosen? 1
Bundestagswahl

Kommen strengere Regeln für Einweg?

Coke, Red Bull und Krombacher – für die Dosenmarktführer bei Softdrinks, Energy-Getränken und Bier wird der Urnengang 2021 zur Schicksalswahl. Sie dürften nach der Wahlentscheidung der deutschen Verbraucher die Luft anhalten. Schon jetzt zeichnen sich mit der unwägbaren Regierungsbildung neue, unkalkulierbare Mehrheiten ab, die es dem prosperierenden Einweggeschäft schwer machen könnten.

Der Verbraucher hat in der Gebindefrage indes längst abgestimmt: Gerade in der letzten Legislaturperiode konnte die Einwegdose ihren Marktanteil in Deutschland deutlich ausbauen. Tatsächlich ist das Einwegpfand kein Makel mehr – die Energy-Generation lernte die Leichtigkeit der Dose zu schätzen, der Pfandverlust spielt gerade im Out-of-home-Bereich kaum noch eine Rolle.

Einweg-Reglementierung kann Arbeitsplätze kosten

Keiner sprach es im Bundestagswahlkampf deutlicher aus als Karsten Uhlmann vom Frankfurter Brauhaus. „Wir wünschen uns, dass die nächste Bundesregierung ein auf Fakten basierendes Verhältnis zu den verschiedenen Verpackungsformen hat“, sagte der Geschäftsführer gegenüber der Märkischen Oderzeitung. Sein Frankfurter Brauhaus als Kopf der TCB-Gruppe gilt in der Branche als Einwegbefürworter – ganz gleich ob bei PET oder der Dose.

Die Brauer von der Oder mit einer Dependance in Hannover beliefern zahlreiche Vertriebsschienen mit Dosenware, die Bier in der Halbliterdose zum umschlagbaren Einstiegspreis von 39 Cent in die Regale der Discounter bringt. Politisch gewollte Verbote, so Uhlmanns Warnung, würden Arbeitsplätze am Stammsitz in Frankfurt/Oder „massiv gefährden“. Die Sorge Uhlmanns scheint angesichts einer neuen Klimapolitik der neuen Bundesregierung durchaus berechtigt. Und auch für andere Anbieter hängt eine Menge vom politischen Kräftespiel der nächsten Regierungskoalition ab.

Krombacher zündete finalen Dosen-Turbo

Premium-Dosenmarktführer Krombacher, der in seinem Nachhaltigkeitsbericht 2019 von einem Einweganteil von rund zehn Prozent spricht und damit einen Ausstoßanteil von respektablen 600.000 Hektolitern meint, hatte 2016 mit einer nationalen Aldi-Listung im deutschen Biermarkt den finalen Dosen-Turbo gezündet und für ein Raunen in der Brauwirtschaft gesorgt.


Kommen nach der Wahl strengere Regeln für Dosen?

Noch Jahre zuvor an der Seite der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und mit Jürgen Resch als Gast in Krombach hatte sich der Premium-Marktführer leise aus dem Unterstützerkreis verabschiedet und sich lieber für das Ausschöpfen von Markenpotenzial entschieden. Eine durchaus verständliche Entscheidung, denn die Dose sollte eine Renaissance erleben.

2018 hatte Krombacher dann die Fremdabfüllung der Dose vom niederländischen Lohnabfüller Refresco Group N.V. bei Rotterdam zurück ins Haus geholt, nachdem Krones eine neue Dosenabfüllanlage installiert hatte. Die Mengen stiegen dank Aldi so rasant, dass die eigene Abfüllung sinnstiftend und zu guter Letzt auch renditeförderlich war. Dass Krombacher 2019 den Sprung über die Sechs-Millionen-Hektoliter-Schwelle der Dose zu verdanken hatte, ist längst kein Geheimnis.

Energy-Segment definiert sich über Einweggebinde

Derweil arbeitet Coca-Cola daran, den Anteil von Glas-Mehrweg zu fördern – auch in weiser Voraussicht, dass die große Einwegabhängigkeit bei einer politisch neuen Ausrichtung zum Damokles-Schwert werden könnte. Unabhängig davon befeuert Coca-Cola das nationale Einweggeschäft über viele Aktionskanäle mit Mehrstückverpackungen: Vom folierten Vierer-Pack bis zum 18er-Dosen-Tray werden vielfältige Varianten preisattraktiv ausgespielt. Noch schwerer wiegt die Bedeutung der Dose für Red Bull, dessen Markenimage mit der Einwegdose geradezu eine Symbiose eingegangen ist. Das gesamte Energy-Segment definiert sich heute auch bei den Wettbewerbsprodukten über die Dose und bedient das gesamte Preisband inzwischen mit unterschiedlichen Füllmengen.

Mehrweg oder Einweg? Oder besser: Mehrweg und Einweg!

Die Zukunftsfrage stellt sich mehr denn je. Mehrweg oder Einweg? Oder besser: Mehrweg und Einweg! Hinter vorgehaltener Hand wird befürchtet, dass die Frontenbildung in der Getränkewirtschaft in Erwartung einer veränderten politischen Willensbildung noch stärker polarisieren könnte. Die Unsicherheit über die Zukunftsfähigkeit eines verbrauchergerechten Gebindemixes bleibt. Langjährigen Weggefährten der Getränkewirtschaft ist das Szenario der rot-grünen Einwegbepfandung von 2002 immer noch vor Augen – der Super-Gau führte schließlich zur kompletten Auslistung von Einweggebinden.

Damals führten die großen Brauer mit ihrer Arbeitsgemeinschaft Marke Verpackung einen letztlich gescheiterten Rechtsstreit gegen die Verpackungsverordnung. Der grüne Bundesumweltminister Jürgen Trittin hatte, gestützt von der Deutschen Umwelthilfe (DUH), sein Ziel erreicht und wurde ungewollt zum Geburtshelfer eines PET-Flaschenbooms.

Verbraucher entscheidet: Dose auch ein Stück Lebensgefühl

Für Coca-Cola, Red Bull und Krombacher geht es um viel, zumindest aber um veritable Mengen, die sich nicht einfach in Mehrwegabsätze umswitchen lassen. Mehr noch: Es droht Imageschaden, denn NGOs wie Foodwatch haben längst ein Auge auf die großen Marken geworfen, die mit einem allzu vordergründigen Naturengagement rasch in Glaubwürdigkeitsnöte kommen könnten.

Letztlich wird es der Verbraucher richten. Bei allen Diskussionen um Mehrwegbecher bei Kaffee und sonstigen Einwegverboten bedeutet die Getränkedose letztlich auch ein Stück Lebensgefühl. Da möchten zur Dose eben nicht alle Nein sagen, egal was eine neue Bundesregierung in der neuen Legislaturperiode beschließen wird.

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