Die Hawesko Holding hat ihre Prognose für das Geschäftsjahr 2026 gesenkt. Der Wein- und Spirituosenhändler erwartet nun einen Umsatzrückgang von zwei bis vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bislang war das Unternehmen von einem Umsatzanstieg um bis zu zwei Prozent ausgegangen. 2025 hatte der Umsatz bei 622 Millionen Euro gelegen. Auch die Erwartungen für das operative Ergebnis wurden reduziert.
Im ersten Halbjahr sank der Konzernumsatz von 285,1 Millionen auf 274,8 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) ging von 6,1 auf 5,1 Millionen Euro zurück. Gleichzeitig stieg die Rohertragsmarge von 43,9 auf 45,2 Prozent. Hawesko führt dies unter anderem auf Kostenmaßnahmen und Effizienzprogramme sowie die Abgabe unrentabler B2B-Umsätze in Höhe von rund fünf Millionen Euro zurück.
Für das Gesamtjahr rechnet Hawesko nun mit einem operativen Ebit vor einmaligen Aufwendungen von 23 bis 26 Millionen Euro. Zuvor waren 28 bis 32 Millionen Euro vorgesehen. Zusätzlich erwartet das Unternehmen einmalige Aufwendungen von bis zu vier Millionen Euro.
Entwicklung weiterhin schlechter als erwartet
Als Gründe für die schwächere Entwicklung nennt Hawesko geopolitische Konflikte, steigende Preise, eine ausgeprägte Konsumzurückhaltung und den schrumpfenden deutschen Weinmarkt. Die Geschäftsentwicklung im dritten Quartal liege weiterhin unter den Erwartungen. Für den weiteren Jahresverlauf zeichne sich allenfalls eine überschaubare saisonale Belebung ab. Für den gesamten deutschen Weinmarkt erwartet das Unternehmen in diesem Jahr einen Umsatzrückgang von rund sechs Prozent.
Im Retail-Segment ging der Umsatz im ersten Halbjahr um 1,5 Prozent zurück. Bei Jacques’ betrug das Minus 0,8 Prozent. Wein & Co. verzeichnete einen stärkeren Rückgang, den Hawesko unter anderem mit einem schwachen Online-Geschäft und Anlaufschwierigkeiten beim Wechsel des Logistikdienstleisters begründet.
Im B2B-Geschäft sank der Umsatz um 4,9 Prozent. Dabei gab Hawesko nach eigenen Angaben unprofitable Umsätze ab. Die operative Ebitda-Rendite des Segments stieg von 4,2 auf 4,7 Prozent, das operative Ebit von 2,4 auf 2,6 Millionen Euro.
E-Commerce soll verschlankt werden
Handlungsbedarf sieht Hawesko insbesondere im E-Commerce. Für den Herbst kündigt das Unternehmen Maßnahmen an, mit denen die Strukturen schlanker aufgestellt werden sollen. Gleichzeitig werde das Effizienzprogramm „Fokus“ intensiviert. In IT, künstliche Intelligenz und Werbung investierte Hawesko im ersten Halbjahr 1,5 Millionen Euro mehr als im Vorjahreszeitraum.
Auch die Bündelung der Logistikaktivitäten im Zentrallager Tornesch wird fortgesetzt. Sie soll nach aktueller Planung im ersten Quartal 2027 abgeschlossen sein. Bereits im Herbst 2026 sollen bislang für Berlin vorgesehene Aktivitäten teilweise aus Tornesch bedient werden.

























































































