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Gerolsteiner baut Marktführerschaft aus
Mineralbrunnen

Gerolsteiner baut Marktführerschaft aus

Gerolsteiner ist bislang gut durch die Corona-Zeit gekommen. In den letzten zwölf Monaten (November 2019 bis Oktober 2020) wuchs der Handels-Umsatz des Brunnens – bei minimal steigenden Absatzzahlen – um 2,0 Prozent. Das berichtete das Management im Rahmen einer Online-Pressekonferenz unter Verweis auf das Nielsen-Handelspanel, das die Entwicklung in LEH, Drogerie- und Getränkefachmärkten abbildet. Insgesamt habe die Krise im Handel bisher „keine großen Effekte“ auf Mineralwasser gehabt, fasste Roel Annega, Vorsitzender der Geschäftsführung, zusammen. Im Gastronomie-Geschäft und bei den To-go-Gebinden sei aber der Absatz über das ganze Jahr geringer gewesen. Eine Prognose fürs Gesamtjahr wollte Annega allerdings wegen der Unsicherheit der Lage noch nicht abgeben.

Neben Corona machten indessen weitere äußere Einflüsse dem Unternehmen zu schaffen – wie die zunehmende Kritik an Kunststoffverpackungen oder die hitzig geführte Debatte „Leitungs- versus Mineralwasser“ und die zunehmende Marktbedeutung von Wassersprudlern. In dieser allgemein schwierigen Situation habe Gerolsteiner aber „Stärke bewiesen“ und sich besser entwickelt als der Markt, führte Marketingleiter Marcus Macioszek aus: Mit seinem Umsatzplus von 2,0 Prozent beim Mineralwasser lag der Brunnen deutlich über der Kategorie, die im 12-Monats-Zeitraum um 1,3 Prozent auf rund 3,9 Milliarden Euro verlor.

Zahl der Stammverwender wächst

Mit dem Plus konnte Gerolsteiner auch seine Marktführerschaft auf 9,4 Prozent weiter ausbauen. Zugleich sei es gelungen, den Anteil loyaler Stammverwender zu steigern. Laut GfK Consumer Scan wuchs er von Juli 2019 bis Juni 2020 von 31 auf 35 Prozent; aktuell kaufen sie 82 Prozent der abgesetzten Menge. Für die Markenstärke spricht laut dem Marketingleiter auch der um 3,2 Prozent gestiegene Durchschnittspreis.

Eine Maßzahl für den Erfolg von Mineralwassermarken ist inzwischen auch der Austausch einer angestammten Marke durch Sprudler-Patronen. Laut Macioszek fiel er für Gerolsteiner zuletzt unterproportional aus – und das in Zeiten, in denen erstmals die Zahl der „Nur-Leitungswasser-Trinker“ über die der „Nur-Mineralwasser-Trinker“ stieg.

Starke Marken müssten sich heute an die Zeit anpassen und sich ständig verändern, erklärte Oliver Leisse, Zukunftsforscher beim Institut „Seemore“, Hamburg, der den Auftakt-Vortrag zu dem Presse-Event hielt. Das heißt, „die Marke der Zukunft passt sich schnell an, gestaltet den Wandel und macht relevante Angebote“. Künftige Kaufentscheidungen beruhten auf Überzeugungen, Werten und Haltungen, so Leisse. Deshalb könnten Unternehmen und Marken „nicht mehr neutral sein“.

Klimaneutral entlang der Wertschöpfungskette

Als „Vorreiter und Impulsgeber“ in diesem Sinne sieht sich Gerolsteiner nach eigenem Bekunden in Sachen Nachhaltigkeit. Sein im letzten Jahr verkündetes Ziel, entlang der gesamten Wertschöpfungskette klimaneutral zu werden, hat der Brunnen bereits im Mai als „erreicht“ gemeldet. Wie bereits mehrfach berichtet, sind auch die Ziele für die nächsten Jahre „ambitioniert“. So soll beispielsweise der CO2-Ausstoß am Standort bis 2030 um 59 Prozent reduziert werden. Da Klimaschutz nur gemeinsam gelingen könne, suche man zudem den Dialog zu Partnern und Lieferanten.

Zugleich wächst angesichts der politisch geführten Diskussion um den umweltfreundlichen Wasserkonsum die Notwendigkeit, sich deutlicher denn je von Leitungswasser abzuheben. Ein zentraler Punkt in diesen Bemühungen ist die noch stärkere Fokussierung auf den hohen Mineralstoffgehalt der Marke, der auch in der neuen, seit August laufenden Werbekampagne in den Mittelpunkt gerückt wird.

Erfrischungsgetränke sollen zweites Standbein werden

Zudem will sich die Marke über ihre Innovationskraft vom Wettbewerb differenzieren. So werde zum einen das Kernsortiment Mineralwasser immer wieder erweitert – wie demnächst durch die neue Variante „Feinperlig“ mit sehr niedrigem CO2-Gehalt; darüber hinaus plant das Unternehmen, sein Portfolio an Erfrischungsgetränken auszubauen, um sich damit „ein zweites Standbein“ zu schaffen, wie Roel Annega mitteilte.

In diesem Segment sind laut dem Gerolsteiner-Chef für 2021 allein drei Neuheiten geplant, beginnend mit der „Leichten Schorle“ in zwei Sorten, die zu Jahresbeginn in den Markt eingeführt werden sollen. Hinzukommen drei „Anlasskonzepte“, darunter das Trio aus „Sortenreinen Apfelschorlen“, von dem man sich eine Wiederholung des Premierenerfolgs aus diesem Jahr erhofft. Als „Design Editions“ werden weitere vier Neuheiten gelauncht, wie die Sonderauflage zur Fußball-EM und eine „Kids Edition“ zum Schulstart.

Dass die Strategie offenbar aufgeht, zeigt am Ende wieder ein Blick auf die Zahlen: Wie bereits in den letzten Jahren, haben laut GfK Consumer Panel auch 2020 wieder hochpreisige Wassersegmente Marktanteile gewonnen – zuungunsten des Preiseinstiegs. Offenbar gelingt es den bekannten Marken deutlich besser, sich mit ihren Premiumkonzepten von der Konkurrenz durch Leitungswasser und Sprudelgeräte abzuheben.

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Gerolsteiner baut Marktführerschaft aus
Mineralbrunnen

Gerolsteiner baut Marktführerschaft aus

Gerolsteiner ist bislang gut durch die Corona-Zeit gekommen. In den letzten zwölf Monaten (November 2019 bis Oktober 2020) wuchs der Handels-Umsatz des Brunnens – bei minimal steigenden Absatzzahlen – um 2,0 Prozent. Das berichtete das Management im Rahmen einer Online-Pressekonferenz unter Verweis auf das Nielsen-Handelspanel, das die Entwicklung in LEH, Drogerie- und Getränkefachmärkten abbildet. Insgesamt habe die Krise im Handel bisher „keine großen Effekte“ auf Mineralwasser gehabt, fasste Roel Annega, Vorsitzender der Geschäftsführung, zusammen. Im Gastronomie-Geschäft und bei den To-go-Gebinden sei aber der Absatz über das ganze Jahr geringer gewesen. Eine Prognose fürs Gesamtjahr wollte Annega allerdings wegen der Unsicherheit der Lage noch nicht abgeben.

Neben Corona machten indessen weitere äußere Einflüsse dem Unternehmen zu schaffen – wie die zunehmende Kritik an Kunststoffverpackungen oder die hitzig geführte Debatte „Leitungs- versus Mineralwasser“ und die zunehmende Marktbedeutung von Wassersprudlern. In dieser allgemein schwierigen Situation habe Gerolsteiner aber „Stärke bewiesen“ und sich besser entwickelt als der Markt, führte Marketingleiter Marcus Macioszek aus: Mit seinem Umsatzplus von 2,0 Prozent beim Mineralwasser lag der Brunnen deutlich über der Kategorie, die im 12-Monats-Zeitraum um 1,3 Prozent auf rund 3,9 Milliarden Euro verlor.

Zahl der Stammverwender wächst

Mit dem Plus konnte Gerolsteiner auch seine Marktführerschaft auf 9,4 Prozent weiter ausbauen. Zugleich sei es gelungen, den Anteil loyaler Stammverwender zu steigern. Laut GfK Consumer Scan wuchs er von Juli 2019 bis Juni 2020 von 31 auf 35 Prozent; aktuell kaufen sie 82 Prozent der abgesetzten Menge. Für die Markenstärke spricht laut dem Marketingleiter auch der um 3,2 Prozent gestiegene Durchschnittspreis.

Eine Maßzahl für den Erfolg von Mineralwassermarken ist inzwischen auch der Austausch einer angestammten Marke durch Sprudler-Patronen. Laut Macioszek fiel er für Gerolsteiner zuletzt unterproportional aus – und das in Zeiten, in denen erstmals die Zahl der „Nur-Leitungswasser-Trinker“ über die der „Nur-Mineralwasser-Trinker“ stieg.

Starke Marken müssten sich heute an die Zeit anpassen und sich ständig verändern, erklärte Oliver Leisse, Zukunftsforscher beim Institut „Seemore“, Hamburg, der den Auftakt-Vortrag zu dem Presse-Event hielt. Das heißt, „die Marke der Zukunft passt sich schnell an, gestaltet den Wandel und macht relevante Angebote“. Künftige Kaufentscheidungen beruhten auf Überzeugungen, Werten und Haltungen, so Leisse. Deshalb könnten Unternehmen und Marken „nicht mehr neutral sein“.

Klimaneutral entlang der Wertschöpfungskette

Als „Vorreiter und Impulsgeber“ in diesem Sinne sieht sich Gerolsteiner nach eigenem Bekunden in Sachen Nachhaltigkeit. Sein im letzten Jahr verkündetes Ziel, entlang der gesamten Wertschöpfungskette klimaneutral zu werden, hat der Brunnen bereits im Mai als „erreicht“ gemeldet. Wie bereits mehrfach berichtet, sind auch die Ziele für die nächsten Jahre „ambitioniert“. So soll beispielsweise der CO2-Ausstoß am Standort bis 2030 um 59 Prozent reduziert werden. Da Klimaschutz nur gemeinsam gelingen könne, suche man zudem den Dialog zu Partnern und Lieferanten.

Zugleich wächst angesichts der politisch geführten Diskussion um den umweltfreundlichen Wasserkonsum die Notwendigkeit, sich deutlicher denn je von Leitungswasser abzuheben. Ein zentraler Punkt in diesen Bemühungen ist die noch stärkere Fokussierung auf den hohen Mineralstoffgehalt der Marke, der auch in der neuen, seit August laufenden Werbekampagne in den Mittelpunkt gerückt wird.

Erfrischungsgetränke sollen zweites Standbein werden

Zudem will sich die Marke über ihre Innovationskraft vom Wettbewerb differenzieren. So werde zum einen das Kernsortiment Mineralwasser immer wieder erweitert – wie demnächst durch die neue Variante „Feinperlig“ mit sehr niedrigem CO2-Gehalt; darüber hinaus plant das Unternehmen, sein Portfolio an Erfrischungsgetränken auszubauen, um sich damit „ein zweites Standbein“ zu schaffen, wie Roel Annega mitteilte.

In diesem Segment sind laut dem Gerolsteiner-Chef für 2021 allein drei Neuheiten geplant, beginnend mit der „Leichten Schorle“ in zwei Sorten, die zu Jahresbeginn in den Markt eingeführt werden sollen. Hinzukommen drei „Anlasskonzepte“, darunter das Trio aus „Sortenreinen Apfelschorlen“, von dem man sich eine Wiederholung des Premierenerfolgs aus diesem Jahr erhofft. Als „Design Editions“ werden weitere vier Neuheiten gelauncht, wie die Sonderauflage zur Fußball-EM und eine „Kids Edition“ zum Schulstart.

Dass die Strategie offenbar aufgeht, zeigt am Ende wieder ein Blick auf die Zahlen: Wie bereits in den letzten Jahren, haben laut GfK Consumer Panel auch 2020 wieder hochpreisige Wassersegmente Marktanteile gewonnen – zuungunsten des Preiseinstiegs. Offenbar gelingt es den bekannten Marken deutlich besser, sich mit ihren Premiumkonzepten von der Konkurrenz durch Leitungswasser und Sprudelgeräte abzuheben.

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