Die Stimmung in der getränkeorientierten Gastronomie hat sich etwas aufgehellt, bleibt aber von Kostendruck und vorsichtiger Planung geprägt. Nach dem neuen Gastivo Gastro Monitor 2026 bewerten rund 46 Prozent der befragten Betriebe ihre aktuelle Geschäftslage als eher gut oder sehr gut. 40,6 Prozent ordnen ihre Lage neutral ein. Der Monitor spricht damit von einer Branche zwischen Stabilität und vorsichtigem Optimismus.
Der von der Gastivo Portal GmbH, einer digitalen Bestellplattform für die Gastronomie, veröffentlichte Monitor basiert auf einer bundesweiten Befragung von 552 Gastronomiebetrieben sowie auf der Auswertung von Bestelldaten von mehr als 14.000 Gastivo Kunden. Es ist die zweite Auflage der Untersuchung.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich ein weitgehend ausgeglichenes Bild. 33,9 Prozent der Betriebe berichten von einer unveränderten Geschäftslage. 34,1 Prozent melden eine Verbesserung, 32,1 Prozent eine Verschlechterung. Für das laufende Jahr erwarten 34,8 Prozent eine etwas verbesserte Entwicklung, 28,8 Prozent rechnen mit einer stabilen Lage. Eine deutliche Verbesserung erwarten 7,8 Prozent der Befragten.
Die größten Belastungen bleiben die Kosten. 29,8 Prozent der Betriebe nennen Warenpreise als wichtigste Herausforderung, 19,5 Prozent die Betriebskosten. Personalmangel liegt mit 9,7 Prozent deutlich dahinter, sinkende Nachfrage mit 8,7 Prozent ebenfalls. Beim Einkauf reagieren viele Betriebe entsprechend vorsichtig. Rund 69 Prozent achten stark auf Preise, 41 Prozent reduzieren ihre Bestellmengen.
Alkoholfreie Getränke legen zu
In dieser Lage gewinnen alkoholfreie Getränke weiter an Bedeutung. Laut Monitor ist der Absatz alkoholfreier Getränke in den vergangenen zwölf Monaten bei 55 Prozent der befragten Betriebe gestiegen. 39 Prozent melden eine stabile Entwicklung, nur 6 Prozent einen Rückgang. Die Bestelldaten von Gastivo zeigen ebenfalls Wachstum: Bei 38 Prozent der Kunden stieg das Bestellvolumen alkoholfreier Getränke im Jahr 2026.
Besonders gefragt ist alkoholfreies Bier. 75,2 Prozent der Betriebe, die eine stärkere Nachfrage nach alkoholfreien Kategorien registrieren, nennen diese Warengruppe. Es folgen Limonaden und Softdrinks mit 68,1 Prozent sowie Wasser mit 47,1 Prozent. Auch die Sortimente werden breiter. 54,2 Prozent der befragten Betriebe bieten inzwischen Mocktails an, 53,3 Prozent alkoholfreie Spritz Varianten. Alkoholfreie Spirituosen Alternativen kommen auf 37 Prozent, alkoholfreie Longdrinks auf 36,1 Prozent und alkoholfreie Weine auf 35,9 Prozent.
Gastivo Geschäftsführer Matthias Pindur sieht darin eine strukturelle Entwicklung. Alkoholfreie Alternativen für Bier, Wein oder Aperitif seien „längst mehr sind als eine Ergänzung der Getränkekarte“, erklärte er. Sie entwickelten sich „zu einer eigenen Kategorie auf der Getränkekarte“.
Auch die Digitalisierung ist in der Gastronomie angekommen, allerdings mit deutlichen Reibungspunkten. 30 Prozent der Betriebe nennen zu hohe Kosten als größte Herausforderung bei digitalen Systemen, 25 Prozent eine schlechte Systemintegration. Mehr als die Hälfte bewertet die Vernetzung von Kasse, Bestellungen und Lager als sehr wichtig.

























































































