Die Eat Beer Biotech GmbH aus Stralsund hat einen weiteren Schritt in Richtung industrieller Nutzung von Biertreber gemacht. Das Schwesterunternehmen der Störtebeker Braumanufaktur ist in die Pilotphase seiner Technologie zur Herstellung alternativer Proteine aus Brauereinebenströmen gestartet.
In der Pilotanlage wird Biertreber mithilfe von Pilzfermentation zu einer proteinhaltigen Myzelmasse verarbeitet. Ziel des Projekts ist es, eine technische Lösung zu entwickeln, mit der Brauereien Proteine direkt am eigenen Standort herstellen können – ohne zusätzlichen Personalaufwand. Die Anlage dient aktuell der Optimierung des Fermentationsprozesses sowie der Qualität des Endprodukts, eines auf Austernpilz basierenden Myzels.

Daneben arbeitet das junge Unternehmen um die Geschäftsführer Malte Nordmann und Jens Reineke sowie CTO Dr. Mark Schneeberger an den logistischen und digitalen Grundlagen für das ganzheitliche System. „Was wir hier machen, ist pure Innovation – da gibt es keine Lösungen von der Stange“, sagt Schneeberger. „Die Pilotphase liefert uns wichtige Prozess- und Produktdaten.“ Diese fließen unter anderem in die Weiterentwicklung einer KI-gestützten Steuerung ein, die künftig den Fermentationsprozess automatisiert begleiten soll.
Nach Unternehmensangaben funktioniert der Prozess unabhängig von der eingesetzten Treberart – etwa aus Gerste, Weizen oder Roggen. Ziel sei es, die Abläufe bis 2026 unter verschiedenen betrieblichen Rahmenbedingungen zu standardisieren und so die Marktreife vorzubereiten. Die erzeugte Myzelmasse wird derzeit unter anderem für Tests in der Lebensmittelverarbeitung genutzt, etwa zur Entwicklung von Fleischalternativen.

Langfristig will Eat Beer eine Plattformlösung anbieten, die sich an unterschiedliche Brauereistrukturen anpassen lässt. „Jeder Betrieb arbeitet mit eigenen Rohstoffen, Rezepturen und Prozessen. Unser System muss flexibel genug sein, um diese Unterschiede abzubilden“, sagt Geschäftsführer Malte Nordmann. Perspektivisch soll die Software den gesamten Fermentations- und Herstellungsprozess standortindividuell steuern.
Da es sich bei den hergestellten Proteinen um neuartige Lebensmittel handelt, ist für eine Markteinführung eine Zulassung durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit erforderlich. Eat Beer setzt dabei auf die systematische Erhebung von Prozess- und Produktdaten, um den Zulassungsprozess fachlich zu unterstützen.
Wie Brauereien in Zeiten sinkender Absätze neue Wege gehen können, ist auch Thema beim Getränkekongress Sidekick von Getränke News. Mit „Beer & Beyond“ steht ein Vortrag mit anschließender Podiumsdiskussion auf der Agenda.
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