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„Erdinger Brauhaus ist mehr als eine Marke“
Erdinger

„Erdinger Brauhaus ist mehr als eine neue Marke“

Vom anhaltenden Hellbier- und Natur-Radler-Trend will auch die Privatbrauerei Erdinger Weißbräu profitieren und bringt nun bundesweit unter der Marke Erdinger Brauhaus ein Helles und einen Natur-Radler auf den Markt. Getränke News sprach mit Erdingers Marketing- und Vertriebsgeschäftsführer Josef Westermeier über die Hintergründe. 


Erdinger Brauhaus Helles und Natur-Radler
Der Auftritt der beiden Neuheiten unterscheidet sich deutlich von dem der Mitbewerber. (Fotos: Erdinger/Fotomontage GN)

Getränke News: Warum hat es so lange gedauert, bis Erdinger mit einem Hellen kommt?

Westermeier: Das liegt an der besonderen Situation in Erding. 1992 hat unser Inhaber Werner Brombach die Fischers Stiftungsbräu gekauft und damit eine untergärige Biertradition, deren Wurzeln bis in Jahr 1691 zurückreichen. Deshalb fühlte sich Werner Brombach verpflichtet, die Marke Stiftungsbräu weiterzuführen und die untergärigen Biere weiter unter dieser Marke anzubieten.

Wir waren außerdem der Meinung, dass wir mit einem hervorragenden Hellen und dem Absender der Stiftungsbrauerei Erfolg haben werden. Das hat in der Gastronomie auch gut funktioniert, jedoch außerhalb unseres Kerngebiets im Handel nicht. Die Einkäufer des Handels haben uns in den letzten Jahren immer wieder gefragt, warum es unter der starken Marke Erdinger kein Helles gibt.

Nun haben wir in Sachen untergärige Bierspezialitäten eine Art Emanzipationsprozess durchlaufen und uns dazu entschieden, ein Helles unter Erdinger auf den Markt zu bringen, und zwar unter der neuen Marke Erdinger Brauhaus.

Getränke News: Warum nicht einfach unter Erdinger?

Westermeier: Die Marke Erdinger steht für Weißbierspezialitäten. Ein Erdinger Helles hätten viele Verbraucher als ein helles Weißbier wahrgenommen und nicht als untergäriges Hellbier. Deshalb haben wir eine neue Dachmarke kreiert, unter der wir untergärige Biere und andere Spezialitäten – wie unser Helles und unser Natur-Radler – glaubwürdig auf den Markt bringen können. Erdinger Brauhaus ist allerdings mehr als eine Marke. Es ist das Versprechen von Werner Brombach an die Zukunft der Bierstadt Erding.

Getränke News: Wie schwierig war es, Werner Brombach von diesem Schritt zu überzeugen?

Westermeier: Es war überhaupt nicht schwierig. Er war sofort bereit, sich mit untergärigen Bieren und Spezialitäten unter der neuen Marke Erdinger Brauhaus breiter aufzustellen und die Brauerei dadurch weiterhin erfolgreich in die Zukunft zu führen. Tatsache ist: Erding ist historisch schon immer eine Bierstadt gewesen. Hier gab es einmal 17 Brauereien, heute nur noch die Erdinger Weißbräu. Werner Brombach ist der Einzige, der in der Lage ist, das Vermächtnis der Bierstadt Erding aufrechtzuerhalten. Und immerhin braut Werner Brombach schon seit 1992 unter seiner Ägide untergärige Biere.

Die Marke Stiftungsbräu mit ihren Bierspezialitäten wird es in der Region jedoch weiterhin geben und auch von dem verkauften Hellen unter Erdinger Brauhaus gehen weiterhin einen Euro pro Hektoliter an die Fischers Wohltätigkeitsstiftung.

Getränke News: Warum kommt das Helle in einem grünen Kasten? Warum nicht in einem blauen wie die meisten anderen großen Hellbiermarken?

Westermeier: Uns war es wichtig, uns in diesem hart umkämpften Markt klar zu differenzieren und aus diesem Grund haben wir uns von Anfang an gegen einen blauen Kasten und für einen grünen Kasten entschieden. Der grüne Kasten bildet den Farbcode unserer neuen Marke Erdinger Brauhaus ab und ist in Zukunft ebenso bei sämtlichen Werbemitteln zu finden. Lediglich zum Transport der 0,33-Liter-Longneck-Flaschen in die Gastronomie und für die Sixpacks nutzen wir in der Einführungsphase noch unseren roten Kasten. Aber in Zukunft soll es auch hierfür einen grünen Kasten geben.


Rückenetiketten Erdinger Brauhaus Helles und Erdinger Brauhaus Natur-Radler
Die Informationen zu den beiden neuen Spezialitäten sind auf den Rückenetiketten grafisch modern inszeniert. (Foto: Erdinger)

Getränke News: Wie ist das neue Helle preislich positioniert?

Westermeier: Wir wollen, dass das Helle in etwa zum gleichen Preis angeboten wird wie Erdinger Weißbier. Der Rampenpreis des Hellen ist zwar aus der Tradition heraus günstiger, da die Weißbier-Herstellung durch die zweite Gärung in der Flasche aufwendiger ist. Die Vermarktungskonditionen für das Helle sind jedoch niedriger als die des Weißbiers. Somit dürfte der Verkaufspreis des Hellen in der Gastronomie und im Handel in etwa der Gleiche sein wie der von unserem Weißbier.

Getränke News: Zuletzt gab es aus Teilen des Handels Widerstand gegen die aktuelle Preiserhöhung von Erdinger.

Westermeier: Wenn Teile des Handels mit uns nicht über unsere substanziellen Preiserhöhungen reden wollen, ist das für mich ein nicht gerade partnerschaftliches Verhalten. Wer will, dass die Kultur der bayerischen Biere Bestand hat, der muss Preiserhöhungen infolge massiv gestiegener Produktionskosten akzeptieren. Das gilt für die gesamte Branche. Denn eines steht fest: Wer diese Kosten nicht weitergibt, wird auf Dauer nicht überleben.

Getränke News: Wie lautet Ihr Vertriebsplan für Helles und Natur-Radler?

Westermeier: Wir gehen mit den beiden Neuheiten bundesweit zeitgleich in den Handel und in die Gastronomie. Unsere Vertriebsmannschaft freut sich darauf, mit dem Hellen und dem Natur-Radler neue Impulse zu setzen. Bislang kommen beide Neuheiten bei unseren Kunden sehr gut an. Für die Gastronomie haben wir ein eigenes Glas entwickelt: einen Willibecher, der durch das modern inszenierte Markenlogo die Tradition und die Moderne verbindet.

Getränke News: Was ist in Sachen Werbung geplant?

Westermeier: Wir starten mit Radiospots, jedoch ohne Seen, Kloster oder Geschichten aus dem Biergarten. Die beiden Neuheiten werden in den Funkspots frech mit bayerischem Augenzwinkern und dem Claim ,Aus Liebe zum Bier‘ von Kathi und Basti in Szene gesetzt. Das sind die beiden frisch Verliebten auf den Etiketten des Hellen und des Natur-Radlers. Zusätzlich kommunizieren wir in den sozialen Medien und werben mit Plakaten, Print- und Online-Anzeigen sowie am PoS. TV-Spots wird es vorerst nicht geben.

Getränke News: Wie sehen Sie grundsätzlich die Entwicklung der bayerischen Bierspezialitäten? Wird hier die Nachfrage außerhalb Bayerns weiterwachsen?

Westermeier: Helles und Weißbier stehen für bayerische Lebensfreude. Wir werden beim Weißbier eine Renaissance erleben, die Sorte wird wieder zur alten Stärke zurückkommen. Weißbier ist durch seine Geschmacksfülle und Aromenvielfalt einzigartig. Dazu das spezielle Glas und die Rituale beim Einschenken, wie das Aufschütteln der Hefe. Weißbier ist eben ein echtes Lebensgefühl.

Hellbier wird weiterwachsen und dabei dem Pils Marktanteile wegnehmen. Meine Prognose: Pils wird in den nächsten Jahren auf 40 Prozent Marktanteil zurückgehen, Helles um weitere zehn Prozent wachsen. Helles ist mild und hat einen süffigeren Charakter als Pils. Helles ist wie ein guter Freund, den man schon lange kennt und mit dem man sich immer wieder gerne trifft.

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„Erdinger Brauhaus ist mehr als eine neue Marke“

Vom anhaltenden Hellbier- und Natur-Radler-Trend will auch die Privatbrauerei Erdinger Weißbräu profitieren und bringt nun bundesweit unter der Marke Erdinger Brauhaus ein Helles und einen Natur-Radler auf den Markt. Getränke News sprach mit Erdingers Marketing- und Vertriebsgeschäftsführer Josef Westermeier über die Hintergründe. 


Erdinger Brauhaus Helles und Natur-Radler
Der Auftritt der beiden Neuheiten unterscheidet sich deutlich von dem der Mitbewerber. (Fotos: Erdinger/Fotomontage GN)

Getränke News: Warum hat es so lange gedauert, bis Erdinger mit einem Hellen kommt?

Westermeier: Das liegt an der besonderen Situation in Erding. 1992 hat unser Inhaber Werner Brombach die Fischers Stiftungsbräu gekauft und damit eine untergärige Biertradition, deren Wurzeln bis in Jahr 1691 zurückreichen. Deshalb fühlte sich Werner Brombach verpflichtet, die Marke Stiftungsbräu weiterzuführen und die untergärigen Biere weiter unter dieser Marke anzubieten.

Wir waren außerdem der Meinung, dass wir mit einem hervorragenden Hellen und dem Absender der Stiftungsbrauerei Erfolg haben werden. Das hat in der Gastronomie auch gut funktioniert, jedoch außerhalb unseres Kerngebiets im Handel nicht. Die Einkäufer des Handels haben uns in den letzten Jahren immer wieder gefragt, warum es unter der starken Marke Erdinger kein Helles gibt.

Nun haben wir in Sachen untergärige Bierspezialitäten eine Art Emanzipationsprozess durchlaufen und uns dazu entschieden, ein Helles unter Erdinger auf den Markt zu bringen, und zwar unter der neuen Marke Erdinger Brauhaus.

Getränke News: Warum nicht einfach unter Erdinger?

Westermeier: Die Marke Erdinger steht für Weißbierspezialitäten. Ein Erdinger Helles hätten viele Verbraucher als ein helles Weißbier wahrgenommen und nicht als untergäriges Hellbier. Deshalb haben wir eine neue Dachmarke kreiert, unter der wir untergärige Biere und andere Spezialitäten – wie unser Helles und unser Natur-Radler – glaubwürdig auf den Markt bringen können. Erdinger Brauhaus ist allerdings mehr als eine Marke. Es ist das Versprechen von Werner Brombach an die Zukunft der Bierstadt Erding.

Getränke News: Wie schwierig war es, Werner Brombach von diesem Schritt zu überzeugen?

Westermeier: Es war überhaupt nicht schwierig. Er war sofort bereit, sich mit untergärigen Bieren und Spezialitäten unter der neuen Marke Erdinger Brauhaus breiter aufzustellen und die Brauerei dadurch weiterhin erfolgreich in die Zukunft zu führen. Tatsache ist: Erding ist historisch schon immer eine Bierstadt gewesen. Hier gab es einmal 17 Brauereien, heute nur noch die Erdinger Weißbräu. Werner Brombach ist der Einzige, der in der Lage ist, das Vermächtnis der Bierstadt Erding aufrechtzuerhalten. Und immerhin braut Werner Brombach schon seit 1992 unter seiner Ägide untergärige Biere.

Die Marke Stiftungsbräu mit ihren Bierspezialitäten wird es in der Region jedoch weiterhin geben und auch von dem verkauften Hellen unter Erdinger Brauhaus gehen weiterhin einen Euro pro Hektoliter an die Fischers Wohltätigkeitsstiftung.

Getränke News: Warum kommt das Helle in einem grünen Kasten? Warum nicht in einem blauen wie die meisten anderen großen Hellbiermarken?

Westermeier: Uns war es wichtig, uns in diesem hart umkämpften Markt klar zu differenzieren und aus diesem Grund haben wir uns von Anfang an gegen einen blauen Kasten und für einen grünen Kasten entschieden. Der grüne Kasten bildet den Farbcode unserer neuen Marke Erdinger Brauhaus ab und ist in Zukunft ebenso bei sämtlichen Werbemitteln zu finden. Lediglich zum Transport der 0,33-Liter-Longneck-Flaschen in die Gastronomie und für die Sixpacks nutzen wir in der Einführungsphase noch unseren roten Kasten. Aber in Zukunft soll es auch hierfür einen grünen Kasten geben.


Rückenetiketten Erdinger Brauhaus Helles und Erdinger Brauhaus Natur-Radler
Die Informationen zu den beiden neuen Spezialitäten sind auf den Rückenetiketten grafisch modern inszeniert. (Foto: Erdinger)

Getränke News: Wie ist das neue Helle preislich positioniert?

Westermeier: Wir wollen, dass das Helle in etwa zum gleichen Preis angeboten wird wie Erdinger Weißbier. Der Rampenpreis des Hellen ist zwar aus der Tradition heraus günstiger, da die Weißbier-Herstellung durch die zweite Gärung in der Flasche aufwendiger ist. Die Vermarktungskonditionen für das Helle sind jedoch niedriger als die des Weißbiers. Somit dürfte der Verkaufspreis des Hellen in der Gastronomie und im Handel in etwa der Gleiche sein wie der von unserem Weißbier.

Getränke News: Zuletzt gab es aus Teilen des Handels Widerstand gegen die aktuelle Preiserhöhung von Erdinger.

Westermeier: Wenn Teile des Handels mit uns nicht über unsere substanziellen Preiserhöhungen reden wollen, ist das für mich ein nicht gerade partnerschaftliches Verhalten. Wer will, dass die Kultur der bayerischen Biere Bestand hat, der muss Preiserhöhungen infolge massiv gestiegener Produktionskosten akzeptieren. Das gilt für die gesamte Branche. Denn eines steht fest: Wer diese Kosten nicht weitergibt, wird auf Dauer nicht überleben.

Getränke News: Wie lautet Ihr Vertriebsplan für Helles und Natur-Radler?

Westermeier: Wir gehen mit den beiden Neuheiten bundesweit zeitgleich in den Handel und in die Gastronomie. Unsere Vertriebsmannschaft freut sich darauf, mit dem Hellen und dem Natur-Radler neue Impulse zu setzen. Bislang kommen beide Neuheiten bei unseren Kunden sehr gut an. Für die Gastronomie haben wir ein eigenes Glas entwickelt: einen Willibecher, der durch das modern inszenierte Markenlogo die Tradition und die Moderne verbindet.

Getränke News: Was ist in Sachen Werbung geplant?

Westermeier: Wir starten mit Radiospots, jedoch ohne Seen, Kloster oder Geschichten aus dem Biergarten. Die beiden Neuheiten werden in den Funkspots frech mit bayerischem Augenzwinkern und dem Claim ,Aus Liebe zum Bier‘ von Kathi und Basti in Szene gesetzt. Das sind die beiden frisch Verliebten auf den Etiketten des Hellen und des Natur-Radlers. Zusätzlich kommunizieren wir in den sozialen Medien und werben mit Plakaten, Print- und Online-Anzeigen sowie am PoS. TV-Spots wird es vorerst nicht geben.

Getränke News: Wie sehen Sie grundsätzlich die Entwicklung der bayerischen Bierspezialitäten? Wird hier die Nachfrage außerhalb Bayerns weiterwachsen?

Westermeier: Helles und Weißbier stehen für bayerische Lebensfreude. Wir werden beim Weißbier eine Renaissance erleben, die Sorte wird wieder zur alten Stärke zurückkommen. Weißbier ist durch seine Geschmacksfülle und Aromenvielfalt einzigartig. Dazu das spezielle Glas und die Rituale beim Einschenken, wie das Aufschütteln der Hefe. Weißbier ist eben ein echtes Lebensgefühl.

Hellbier wird weiterwachsen und dabei dem Pils Marktanteile wegnehmen. Meine Prognose: Pils wird in den nächsten Jahren auf 40 Prozent Marktanteil zurückgehen, Helles um weitere zehn Prozent wachsen. Helles ist mild und hat einen süffigeren Charakter als Pils. Helles ist wie ein guter Freund, den man schon lange kennt und mit dem man sich immer wieder gerne trifft.

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