Das aktuelle Gerichtsverfahren um die Wasserrechte der Mineralbrunnen Hochwald Sprudel und Schwollener könnte die vor einigen Jahren in Politik, Gesellschaft und Medien emotional geführte Diskussion um die Trinkwassernutzung wieder aufleben lassen. Laut einem aktuellen Bericht des Südwestrundfunks (SWR) dürfen die beiden Unternehmen kein Wasser mehr aus dem Nationalpark Hunsrück-Hochwald fördern.
Nach einem mehrjährigen Streit hat die zuständige Wasserbehörde SGD Nord einen Antrag auf weitere Wasserentnahmen abgelehnt. Die Wasserrechte hatten die Brunnen allerdings bereits erworben, bevor das betreffende Gebiet als Nationalpark ausgewiesen wurde. Experten und Naturschützer kritisierten, dass sich das Abpumpen von Millionen Litern aus den sechs bestehenden Brunnen negativ auf Wälder und Moore auswirken könnte.
Die Unternehmen sind anderer Meinung, berufen sich auf ihren Bestandsschutz und haben Eilanträge gegen die Entscheidung beim Verwaltungsgericht Koblenz eingereicht. Laut dem Münchner Rechtsanwalt, der die Betriebe vertritt, darf die behördliche Entscheidung bis zur Überprüfung der Rechtmäßigkeit nicht vollzogen werden, daher tritt das bereits zu Ende April verfügte Verbot bis zur Gerichtsentscheidung nicht in Kraft. Das berichtet die Tageszeitung „Trierischer Volksfreund“.
Fall nicht auf andere Regionen übertragbar
Eine Signalwirkung mit Blick auf andere Mineralbrunnen ist wohl derzeit nicht zu befürchten. Wasserrechtliche Genehmigungsverfahren betrachteten prinzipiell den jeweiligen Einzelfall, die klimatischen und hydrogeologischen Gegebenheiten am Standort, erklärt Maik Hünefeld, Kommunikationschef beim Verband Deutscher Mineralbrunnen (VDM), auf Anfrage von Getränke News. Auf andere Regionen oder Betriebe seien sie nicht unmittelbar übertragbar.
Doch selbst für den Fall, dass Hochwald und Schwollener Recht bekommen, dürfte die Frage die Branche auch in Zukunft begleiten, denn mit den spürbaren Auswirkungen des Klimawandels hat auch in Deutschland, das per Definition als „wasserreich“ gilt, das Thema Wasserrechte an Priorität gewonnen. „Mögliche zukünftige regionale und zeitlich begrenzte Engpässe erfordern Investitionen in die jeweilige Wasserversorgungs-Infrastruktur sowie in Grundwasserneubildung“, erklärt Hünefeld.
Mineralbrunnen nutzen allerdings dem VDM zufolge weniger als 0,6 Prozent des Grundwassers und gehören damit zu den kleinsten Wassernutzern. Laut dem Verband gehen die Mitglieder dennoch verantwortungsvoll damit um – es werde grundsätzlich „nicht mehr Wasser entnommen als dem natürlichen Dargebot entspricht“. Denn, so VDM-Sprecher Maik Hünefeld: „Die Geschäftsgrundlage ist eine intakte Natur“.
























































































