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Deutsche Brauer fahren runter
Corona-Krise

Deutsche Brauer fahren runter

Die deutschen Brauer ziehen aufgrund der Corona-Krise ihren Außendienst zurück. So finden beispielsweise bei der Bitburger Braugruppe, Krombacher, Paulaner, Veltins und Warsteiner aktuell keine Kundenbesuche mehr statt. Veltins-Sprecher Ulrich Biene: „Damit reagieren wir auf die weitreichenden behördlichen Reglementierungen im gastronomischen Geschäft in allen Teilen Deutschlands, wo durch Betriebsschließungen keine Ansprechpartner mehr bereitstehen.“ Außerdem hätten zahlreiche Handelszentralen für ihre Outlets Besuchsverbote ausgesprochen, um dem Kundenandrang Vorzug zu geben. Dadurch könnten im Handel auch keine Sonderplatzierungen mehr aufgebaut werden. Die Außendienstmitarbeiter seien von nun an uneingeschränkt im Homeoffice erreichbar, erklärt Biene.

Und auch die größte deutsche Braugruppe Radeberger zieht ihre Außendienstmannschaften Gastronomie und Handel mit dem heutigen Tag aus der „Feldarbeit“ ab. „Sie werden unseren Kunden und Partnern bis auf Weiteres mit mobiler Arbeit von zu Hause als Ansprechpartner und Berater telefonisch zur Verfügung stehen“, sagt Radeberger-Sprecherin Birte Kleppien auf Anfrage von Getränke News.

Auch Warsteiner hat reagiert: „Zum Schutz unserer Vertriebskollegen haben wir gestern Abend mit sofortiger Wirkung die Kundenbesuche untersagt, denn als Unternehmen tragen wir eine große Verantwortung. Für uns hat die Sicherheit und Gesundheit unserer Kollegen höchste Priorität“, sagt Warsteiner-Sprecherin Sinje Vogelsang. Die getroffenen staatlichen Maßnahmen seien nachvollziehbar und gerechtfertigt. Allerdings verschärfe sich die wirtschaftliche Situation für die Gastronomie und damit auch die Brauereien von Tag zu Tag. „Durch die Absage tausender Veranstaltungen und der Fußball-Europameisterschaft wird die Branche ebenfalls hart getroffen. Noch ist es viel zu früh für eine Prognose, aber die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die gesamte Braubranche werden massiv sein“, sagt die Warsteiner-Sprecherin. 

Tiefgreifende Folgen für das Gastro-Geschäft

„Manche Brauereien haben einen Gastro-Anteil von 80 Prozent, für diese Betriebe geht es schnell um die Existenz. Im Durchschnitt werden rund 20 Prozent des in Deutschland gebrauten Bieres über die Gastronomie abgesetzt“, erklärt Holger Eichele Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes. „Die Situation der Gastronomie macht uns große Sorgen. Wir teilen die Bewertung des Dehoga: Ohne schnelle und unbürokratische staatliche Hilfen, etwa über einen Fonds, drohen irreparable wirtschaftliche Schäden. Viele Gasthäuser, Restaurants, Kneipen, Clubs und Bars werden diese existenzielle Krise ohne Soforthilfen nicht überleben“, sagt Eichele.

Die Bitburger Braugruppe beliefert über 50.000 Gastronomie-Objekte in Deutschland und ist damit von der Krise besonders hart getroffen. „Natürlich haben die Ausbreitung des Corona-Virus und die aktuellen Maßnahmen der Politik zur Eindämmung des Virus auch tiefgreifende Folgen für das Geschäft und die tägliche Arbeit der Bitburger Braugruppe. Wie für uns alle wird aber entscheidend sein, wie lange die derzeitige Situation andauern wird“, sagt Axel Dahm, Sprecher der Geschäftsführung der Bitburger Braugruppe. „Höchste Priorität haben für uns in dieser Situation die Gesundheit unserer Mitarbeiter und deren Angehörigen, die Grundversorgung unserer Kunden sowie die Aufrechterhaltung unseres Geschäftsbetriebes, soweit dies möglich ist“, so der Bitburger-Chef. Eine schnelle und weitreichende Einrichtung von Heimarbeitsplätzen zur Unterstützung der gesellschaftlich notwendigen Reduktion von Sozialkontakten sei in der Unternehmensgruppe bereits umgesetzt worden. „Dabei bleiben wir mit allen unseren Handelspartnern, Kunden, den Behörden und Unternehmen im ständigen Austausch und setzen uns im Rahmen unserer Möglichkeiten weiter dafür ein, gemeinsam mit unseren Partnern diese enorme Herausforderung bestmöglich zu meistern“, sagt Dahm. 

Getränkemärkte bleiben geöffnet

„Für die Versorgungslage in Deutschland, aber auch für die Hersteller ist entscheidend, dass Bund und Länder beschlossen haben, Getränkemärkte von Schließungen grundsätzlich auszunehmen und die Öffnungszeiten zu verlängern. Das ist ein wichtiger Schritt, für den wir uns als Dachverband massiv eingesetzt haben“, so der Brauer-Bund-Geschäftsführer. Im Unterschied zu anderen EU-Staaten wurden in Deutschland Getränke nicht allein über klassische Supermärkte und Discounter bezogen, sondern zu einem großen Teil über den Getränkehandel und die Getränkefachmärkte, erklärt Eichele. Tatsache ist: Bundesweit versorgen neben 34.800 Lebensmittelgeschäften fast 10.000 Getränkefachmärkte die Bevölkerung. Etwa ein Drittel des Gesamtumsatzes von Getränken entfällt auf diese Abholmärkte, die über eine effektive Logistik versorgt werden. Der Anteil alkoholfreier Getränke liegt dabei bei 62 Prozent, das größte Absatzsegment ist Mineralwasser.

Exportgeschäfte brechen ein

Fest steht: Die Corona-Pandemie hat massive Auswirkungen auf die Brauereien in Deutschland. Neben dem Wegfall großer Teile des Gastronomie-Geschäfts sind auch die Exporte in die wichtigsten Auslandsmärkte eingebrochen. So ist Italien mit einem Volumen von fast 3,4 Millionen Hektolitern (2019) der wichtigste Auslandsmarkt für die deutschen Brauereien, gefolgt von China mit 1,8 Millionen Hektolitern (2019). Für beide Länder müssen die Planungen drastisch nach unten korrigiert werden, stellenweise sind Lieferketten und Geschäftsbeziehungen völlig zum Erliegen gekommen. Mit jeder Woche wächst die Wahrscheinlichkeit, dass weitere Exportmärkte einbrechen. Auch die Warsteiner Brauerei spürt bereits die Folgen im Exportgeschäft: „In dem für uns wichtigen asiatischen Markt hat sich das Konsumverhalten stark verändert. Die Absätze gehen zurück“, sagt Vogelsang. Für Brauer-Bund-Geschäftsführer Holger Eichele steht jetzt schon fest: „Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise auf die gesamte Getränkeindustrie werden dramatisch sein.“

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Die deutschen Brauer ziehen aufgrund der Corona-Krise ihren Außendienst zurück. So finden beispielsweise bei der Bitburger Braugruppe, Krombacher, Paulaner, Veltins und Warsteiner aktuell keine Kundenbesuche mehr statt. Veltins-Sprecher Ulrich Biene: „Damit reagieren wir auf die weitreichenden behördlichen Reglementierungen im gastronomischen Geschäft in allen Teilen Deutschlands, wo durch Betriebsschließungen keine Ansprechpartner mehr bereitstehen.“ Außerdem hätten zahlreiche Handelszentralen für ihre Outlets Besuchsverbote ausgesprochen, um dem Kundenandrang Vorzug zu geben. Dadurch könnten im Handel auch keine Sonderplatzierungen mehr aufgebaut werden. Die Außendienstmitarbeiter seien von nun an uneingeschränkt im Homeoffice erreichbar, erklärt Biene.

Und auch die größte deutsche Braugruppe Radeberger zieht ihre Außendienstmannschaften Gastronomie und Handel mit dem heutigen Tag aus der „Feldarbeit“ ab. „Sie werden unseren Kunden und Partnern bis auf Weiteres mit mobiler Arbeit von zu Hause als Ansprechpartner und Berater telefonisch zur Verfügung stehen“, sagt Radeberger-Sprecherin Birte Kleppien auf Anfrage von Getränke News.

Auch Warsteiner hat reagiert: „Zum Schutz unserer Vertriebskollegen haben wir gestern Abend mit sofortiger Wirkung die Kundenbesuche untersagt, denn als Unternehmen tragen wir eine große Verantwortung. Für uns hat die Sicherheit und Gesundheit unserer Kollegen höchste Priorität“, sagt Warsteiner-Sprecherin Sinje Vogelsang. Die getroffenen staatlichen Maßnahmen seien nachvollziehbar und gerechtfertigt. Allerdings verschärfe sich die wirtschaftliche Situation für die Gastronomie und damit auch die Brauereien von Tag zu Tag. „Durch die Absage tausender Veranstaltungen und der Fußball-Europameisterschaft wird die Branche ebenfalls hart getroffen. Noch ist es viel zu früh für eine Prognose, aber die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die gesamte Braubranche werden massiv sein“, sagt die Warsteiner-Sprecherin. 

Tiefgreifende Folgen für das Gastro-Geschäft

„Manche Brauereien haben einen Gastro-Anteil von 80 Prozent, für diese Betriebe geht es schnell um die Existenz. Im Durchschnitt werden rund 20 Prozent des in Deutschland gebrauten Bieres über die Gastronomie abgesetzt“, erklärt Holger Eichele Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes. „Die Situation der Gastronomie macht uns große Sorgen. Wir teilen die Bewertung des Dehoga: Ohne schnelle und unbürokratische staatliche Hilfen, etwa über einen Fonds, drohen irreparable wirtschaftliche Schäden. Viele Gasthäuser, Restaurants, Kneipen, Clubs und Bars werden diese existenzielle Krise ohne Soforthilfen nicht überleben“, sagt Eichele.

Die Bitburger Braugruppe beliefert über 50.000 Gastronomie-Objekte in Deutschland und ist damit von der Krise besonders hart getroffen. „Natürlich haben die Ausbreitung des Corona-Virus und die aktuellen Maßnahmen der Politik zur Eindämmung des Virus auch tiefgreifende Folgen für das Geschäft und die tägliche Arbeit der Bitburger Braugruppe. Wie für uns alle wird aber entscheidend sein, wie lange die derzeitige Situation andauern wird“, sagt Axel Dahm, Sprecher der Geschäftsführung der Bitburger Braugruppe. „Höchste Priorität haben für uns in dieser Situation die Gesundheit unserer Mitarbeiter und deren Angehörigen, die Grundversorgung unserer Kunden sowie die Aufrechterhaltung unseres Geschäftsbetriebes, soweit dies möglich ist“, so der Bitburger-Chef. Eine schnelle und weitreichende Einrichtung von Heimarbeitsplätzen zur Unterstützung der gesellschaftlich notwendigen Reduktion von Sozialkontakten sei in der Unternehmensgruppe bereits umgesetzt worden. „Dabei bleiben wir mit allen unseren Handelspartnern, Kunden, den Behörden und Unternehmen im ständigen Austausch und setzen uns im Rahmen unserer Möglichkeiten weiter dafür ein, gemeinsam mit unseren Partnern diese enorme Herausforderung bestmöglich zu meistern“, sagt Dahm. 

Getränkemärkte bleiben geöffnet

„Für die Versorgungslage in Deutschland, aber auch für die Hersteller ist entscheidend, dass Bund und Länder beschlossen haben, Getränkemärkte von Schließungen grundsätzlich auszunehmen und die Öffnungszeiten zu verlängern. Das ist ein wichtiger Schritt, für den wir uns als Dachverband massiv eingesetzt haben“, so der Brauer-Bund-Geschäftsführer. Im Unterschied zu anderen EU-Staaten wurden in Deutschland Getränke nicht allein über klassische Supermärkte und Discounter bezogen, sondern zu einem großen Teil über den Getränkehandel und die Getränkefachmärkte, erklärt Eichele. Tatsache ist: Bundesweit versorgen neben 34.800 Lebensmittelgeschäften fast 10.000 Getränkefachmärkte die Bevölkerung. Etwa ein Drittel des Gesamtumsatzes von Getränken entfällt auf diese Abholmärkte, die über eine effektive Logistik versorgt werden. Der Anteil alkoholfreier Getränke liegt dabei bei 62 Prozent, das größte Absatzsegment ist Mineralwasser.

Exportgeschäfte brechen ein

Fest steht: Die Corona-Pandemie hat massive Auswirkungen auf die Brauereien in Deutschland. Neben dem Wegfall großer Teile des Gastronomie-Geschäfts sind auch die Exporte in die wichtigsten Auslandsmärkte eingebrochen. So ist Italien mit einem Volumen von fast 3,4 Millionen Hektolitern (2019) der wichtigste Auslandsmarkt für die deutschen Brauereien, gefolgt von China mit 1,8 Millionen Hektolitern (2019). Für beide Länder müssen die Planungen drastisch nach unten korrigiert werden, stellenweise sind Lieferketten und Geschäftsbeziehungen völlig zum Erliegen gekommen. Mit jeder Woche wächst die Wahrscheinlichkeit, dass weitere Exportmärkte einbrechen. Auch die Warsteiner Brauerei spürt bereits die Folgen im Exportgeschäft: „In dem für uns wichtigen asiatischen Markt hat sich das Konsumverhalten stark verändert. Die Absätze gehen zurück“, sagt Vogelsang. Für Brauer-Bund-Geschäftsführer Holger Eichele steht jetzt schon fest: „Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise auf die gesamte Getränkeindustrie werden dramatisch sein.“

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