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Der Dialog ist "mehr als gestört"
Wasserstreit

Der Dialog ist „mehr als gestört“

Der Dialog der Mineralbrunnenbranche mit der Politik ist „mehr als gestört“. Das kritisierte Dr. Karl Tack, Vorsitzender des Mineralbrunnenverbands VDM, anlässlich eines Parlamentarischen Abends letzte Woche in Berlin. Im Rahmen eines Symposiums diskutierten Repräsentanten der Mineralbrunnen mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften, NGOs und Wissenschaft über das Themenfeld „Leitungswasser versus Mineralwasser“. 

„Wir haben zu sprechen über die Zulässigkeit und Grenzen staatlicher Eingriffe in den Wettbewerb“, richtete Tack das Wort auch an Bundesernährungsministerin Julia Klöckner, die als Keynote-Sprecherin bei der Konferenz zu Gast war. Im Zusammenhang mit dem verstärkten „Plastik-Bashing“ unterstrich der Verbandschef, es sei „absolut unzulässig“, den Brunnen die Vermüllung der Weltmeere anzulasten. Durch das weltweit vorbildliche Mehrweg-, Rücknahme- und Recyclingsystem werde sichergestellt, dass keine Flaschen der deutschen Mineralbrunnen in die Ozeane gelangten. (Nach anfänglicher Zurückhaltung hatte sich der VDM erstmals im Sommer letzten Jahres in der Diskussion rund ums Wasser öffentlich zu Wort gemeldet.)

An Trinkbrunnen keine lückenlose Kontrolle

Auch die von Bundesumweltministerin Svenja Schulze mit verschiedenen Maßnahmen vorangetriebene „Wasserwende“ zugunsten von Leitungswasser weist der Verband zurück. Das Naturprodukt Mineralwasser dürfe nicht mit dem oftmals chemisch aufbereiteten Oberflächen- und Grundwasser gleichgesetzt werden, betonte Tack. So würden beispielsweise an öffentlichen Trinkbrunnen „keine zeitnahen und lückenlosen Qualitätskontrollen“ stattfinden wie sie für Lebensmittel vorgeschrieben seien.

Und noch eines wurde bei dem Symposium überdeutlich: Für die Brunnenbranche könnte es am Ende sogar um die Existenz gehen. Neben dem Bundesumweltministerium unterstütze insbesondere auch die Europäische Kommission gesetzliche Vorhaben zur kostenlosen Bereitstellung von Trinkwasser in öffentlichen und privaten Bereichen, so der Verbandsvorsitzende. Würden aufgrund dieser Vorhaben, die sich auch auf Gaststätten und Hotels erstrecken, Verbraucher nur 200 Milliliter Mineral- durch Leitungswasser ersetzen, bräche der Absatz der Brunnenbranche um 50 Prozent ein. Die möglichen Auswirkungen auf die Arbeitsplätze entlang der Wertschöpfungskette würden von der Politik „schlichtweg ausgeblendet“, so Tack. 

„Unnötigen Dirigismus unterlassen“

Im Namen des VDM und seiner Partner – des Dehoga-Bundesverbands, der Genossenschaft Deutscher Brunnen (GDB), des GFGH-Bundesverbands und der Gewerkschaft NGG – forderte Tack die Politik abschließend auf, „die Bevormundung des Verbrauchers zu unterlassen und stattdessen die Wahlfreiheit eines mündigen Bürgers zu akzeptieren“. Die Politik solle „unnötigen Dirigismus unterlassen“ und sich auf die Prinzipien einer sozialen Marktwirtschaft besinnen. 

Trotz aller scharfen Worte sucht der VDM offenbar nicht die Konfrontation. Man werde in Zukunft verstärkt „den konstruktiven Dialog“ vor allem mit dem Bundesumweltministerium suchen, kündigte Tack an. Denn eigentlich könne man doch dort „einen natürlichen Bündnispartner erwarten“, wenn es „um den Schutz der Natur und der natürlichen Ressource Mineralwasser“ gehe.

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Wasserstreit

Der Dialog ist „mehr als gestört“

Der Dialog der Mineralbrunnenbranche mit der Politik ist „mehr als gestört“. Das kritisierte Dr. Karl Tack, Vorsitzender des Mineralbrunnenverbands VDM, anlässlich eines Parlamentarischen Abends letzte Woche in Berlin. Im Rahmen eines Symposiums diskutierten Repräsentanten der Mineralbrunnen mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften, NGOs und Wissenschaft über das Themenfeld „Leitungswasser versus Mineralwasser“. 

„Wir haben zu sprechen über die Zulässigkeit und Grenzen staatlicher Eingriffe in den Wettbewerb“, richtete Tack das Wort auch an Bundesernährungsministerin Julia Klöckner, die als Keynote-Sprecherin bei der Konferenz zu Gast war. Im Zusammenhang mit dem verstärkten „Plastik-Bashing“ unterstrich der Verbandschef, es sei „absolut unzulässig“, den Brunnen die Vermüllung der Weltmeere anzulasten. Durch das weltweit vorbildliche Mehrweg-, Rücknahme- und Recyclingsystem werde sichergestellt, dass keine Flaschen der deutschen Mineralbrunnen in die Ozeane gelangten. (Nach anfänglicher Zurückhaltung hatte sich der VDM erstmals im Sommer letzten Jahres in der Diskussion rund ums Wasser öffentlich zu Wort gemeldet.)

An Trinkbrunnen keine lückenlose Kontrolle

Auch die von Bundesumweltministerin Svenja Schulze mit verschiedenen Maßnahmen vorangetriebene „Wasserwende“ zugunsten von Leitungswasser weist der Verband zurück. Das Naturprodukt Mineralwasser dürfe nicht mit dem oftmals chemisch aufbereiteten Oberflächen- und Grundwasser gleichgesetzt werden, betonte Tack. So würden beispielsweise an öffentlichen Trinkbrunnen „keine zeitnahen und lückenlosen Qualitätskontrollen“ stattfinden wie sie für Lebensmittel vorgeschrieben seien.

Und noch eines wurde bei dem Symposium überdeutlich: Für die Brunnenbranche könnte es am Ende sogar um die Existenz gehen. Neben dem Bundesumweltministerium unterstütze insbesondere auch die Europäische Kommission gesetzliche Vorhaben zur kostenlosen Bereitstellung von Trinkwasser in öffentlichen und privaten Bereichen, so der Verbandsvorsitzende. Würden aufgrund dieser Vorhaben, die sich auch auf Gaststätten und Hotels erstrecken, Verbraucher nur 200 Milliliter Mineral- durch Leitungswasser ersetzen, bräche der Absatz der Brunnenbranche um 50 Prozent ein. Die möglichen Auswirkungen auf die Arbeitsplätze entlang der Wertschöpfungskette würden von der Politik „schlichtweg ausgeblendet“, so Tack. 

„Unnötigen Dirigismus unterlassen“

Im Namen des VDM und seiner Partner – des Dehoga-Bundesverbands, der Genossenschaft Deutscher Brunnen (GDB), des GFGH-Bundesverbands und der Gewerkschaft NGG – forderte Tack die Politik abschließend auf, „die Bevormundung des Verbrauchers zu unterlassen und stattdessen die Wahlfreiheit eines mündigen Bürgers zu akzeptieren“. Die Politik solle „unnötigen Dirigismus unterlassen“ und sich auf die Prinzipien einer sozialen Marktwirtschaft besinnen. 

Trotz aller scharfen Worte sucht der VDM offenbar nicht die Konfrontation. Man werde in Zukunft verstärkt „den konstruktiven Dialog“ vor allem mit dem Bundesumweltministerium suchen, kündigte Tack an. Denn eigentlich könne man doch dort „einen natürlichen Bündnispartner erwarten“, wenn es „um den Schutz der Natur und der natürlichen Ressource Mineralwasser“ gehe.

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