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„Craftbier entwickelt sich nicht wie erhofft“
Biermarkt

„Craftbier entwickelt sich nicht wie erhofft“

Die Radeberger Gruppe übernimmt den Vertrieb der Braufactum-Biere. Die Vertriebsorganisation des Craftbrauers wird aufgelöst. 2009 als einer der Pioniere der deutschen Craftbier-Szene gestartet, hat die eigenständige Radeberger-Tochter seitdem viel für die Entwicklung und den Ausbau dieses Marktes getan. Fest steht: Braufactum hat sich mittlerweile als ein wesentlicher Akteur und Treiber des Craftbier-Segments in Deutschland etabliert. Warum der bislang eigenständige Vertrieb nun von Radeberger übernommen wird, erläutert Braufactum-Geschäftsführer Dr. Marc Rauschmann im Interview mit Getränke News.


Getränke News: Craftbier ist in Deutschland sehr vielversprechend gestartet, konnte aber nie so richtig wachsen… 

Rauschmann: Leider müssen wir feststellen, dass sich das Segment in Deutschland deutlich verhaltener entwickelt hat als erwartet, und das trotz anfänglicher Begeisterung von Absatzmittlern und Bierliebhabern für Craftbier. 

Getränke News: Was hatten Sie denn erwartet?

Rauschmann: Marktkenner hatten zweistellige Marktanteile für die deutschen Craftbrauer prognostiziert. Nach mehr als zehn Jahren stagniert nun das Segment bei weniger als einem Prozent Marktanteil. Und das zieht Konsequenzen nach sich: Flächen im Handel für diese besonderen Biere stagnieren oder werden reduziert, die Zahl der auf Craftbier spezialisierten Gastronomien entwickelt sich nicht im erhofften Maße. Die Corona-Krise hat die Situation nun verschärft. Tatsache ist: Trotz aller Begeisterung bleibt Craftbier ein Nischengeschäft, das unheimlich viel Kraft, Anstrengungen und Ressourcen erfordert, um es voranzutreiben. 

Weil das so ist, haben wir unsere Aufstellung überprüft: Ist es möglich, aus eigener Kraft, mit unseren verfügbaren Mitteln, unserer Manpower und unserer Aufstellung die Braufactum-Biere in absehbarer Zeit zu der Entwicklung zu führen, die für den wirtschaftlichen Erfolg unabdingbar ist? Oder braucht Braufactum mehr Vertriebspower, um Kunden und Konsumenten, die sich für außergewöhnliche Bierstile begeistern, dauerhaft in ausreichender Zahl zu erreichen? 

Getränke News: Sie haben sich für mehr Vertriebspower entschieden.

Rauschmann: Wir haben festgestellt, dass wir, um unsere Ziele zu erreichen, die volle Unterstützung einer nationalen Verkaufsmannschaft in Handel und Gastronomie brauchen. Gleichzeitig müssen wir die durch viele Rampen und Produktionsstandorte entstandene Komplexität abbauen. Kurz: Es bedarf einer starken Schulter, die Marke und Biere weiter voranbringen kann. So, wie wir es im Export und bei unseren Fassbieren bereits erfolgreich praktiziert haben, die schon seit einigen Jahren von der Radeberger Gruppe vertrieblich unterstützt werden. 

Getränke News: Die Radeberger Gruppe wird also künftig auch alle Braufactum-Biere vertreiben?

Rauschmann: Zum Jahresende werden wir unsere eigenständige Organisationsform auflösen und ihre Strukturen weitestgehend in die Radeberger Gruppe überführen. Sie wird dann die Vermarktung unserer Braufactum-Biere in Gastronomie und Handel mit ihrer Außendienstmannschaft vollumfänglich unterstützen. Das Braufactum-Team wird daher zu diesem Zeitpunkt in Teilen aufgelöst. 

Getränke News: Bleiben Sie weiterhin verantwortlich für Braufactum?

Rauschmann: Thorsten Schreiber und ich bleiben weiterhin Geschäftsführer bei Braufactum und werden der Marke, neben neuen Aufgaben in der Radeberger Gruppe, auch weiterhin treu bleiben. Wir werden beide weiterhin die Markenführung verantworten. Dabei bleibe ich nach außen das „Gesicht der Marke“, während Thorsten Schreiber sich um Logistik und Prozess-Steuerung kümmern wird. Jochen Rosinus wird neben neuen Aufgaben im Export auch weiterhin als Vertriebsleiter Braufactum das Key Account Management für unsere Marke fortführen.

Getränke News: Und die anderen Kollegen?

Rauschmann: Für einige Kolleginnen und Kollegen, die mit viel Leidenschaft und Herzblut mit uns gearbeitet haben, konnten wir bereits neue Aufgaben innerhalb unseres Mutterhauses finden. Das freut uns besonders. Da die Braufactum-Biere ungefähr die Hälfte ihres Absatzes außerhalb Deutschlands erzielen, werden die Kolleginnen und Kollegen zu großen Teilen in der Exportabteilung der Radeberger Gruppe angebunden, um dort neben ihren Tätigkeiten für die Marke Braufactum auch andere Aufgaben wahrzunehmen. So ist auf allen Ebenen bestmögliche Kontinuität gewährleistet, was uns sehr freut. 

Getränke News: Ist die Auflösung Ihrer Vertriebsorganisation also der richtige Schritt für Braufactum?

Rauschmann: Wir gehen diesen Schritt mit dem berühmten lachenden und weinenden Auge an: Wir schauen auf eine spannende, anstrengende, aber vor allem auch unglaublich kreative und uns alle prägende Phase zurück, in der wir ein Segment eröffnen und mitgestalten durften. Wir freuen uns jetzt aber auch, dass unsere Marke und Bierstile mit der Unterstützung einer größeren Vertriebsmannschaft die Unterstützung bekommen, die es braucht. Denn das war und ist ja unser erklärtes Ziel: möglichst vielen Menschen zu zeigen, was Bier (auch) kann. 


Über Braufactum

Die Internationale Brau-Manufacturen GmbH ist ein sogenannter Craftbrauer und bietet unter der Marke Braufactum hochwertige Bierspezialitäten an. Das Unternehmen wurde im August 2009 gegründet und ist eine eigenständige Tochter der Radeberger Gruppe. Geschäftsführer sind Dr. Marc Rauschmann, der für die Produkte und die Qualitätssicherung verantwortlich ist, und Thorsten Schreiber, Experte für Logistik.


Über die Radeberger Gruppe

Die Radeberger Gruppe ist mit einem Getränkeabsatz von rund 11,6 Millionen Hektolitern Deutschlands größte private Brauereigruppe und Teil des Familienunternehmens Dr. August Oetker KG in Bielefeld. Weltweit belegt das Unternehmen Platz 23 im Ranking der größten Brauereigruppen.

Mit ihrem Getränkeportfolio internationaler, nationaler und regionaler Biermarken (u.a. Radeberger, Jever, Schöfferhofer, Clausthaler) und alkoholfreier Getränke, ihren Getränkefachgroßhändlern, einem Streckenlogistiker, einem Getränke-Einzelhändler sowie einem Express-Lieferdienst und verschiedenen Beteiligungen und starken Schulterschlüssen mit Marktbegleitern ist sie in allen Bereichen des Getränkemarktes vertreten. 2019 erzielte die Radeberger Gruppe Umsatzerlöse von 1.741 Millionen Euro.


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„Craftbier entwickelt sich nicht wie erhofft“
Biermarkt

„Craftbier entwickelt sich nicht wie erhofft“

Die Radeberger Gruppe übernimmt den Vertrieb der Braufactum-Biere. Die Vertriebsorganisation des Craftbrauers wird aufgelöst. 2009 als einer der Pioniere der deutschen Craftbier-Szene gestartet, hat die eigenständige Radeberger-Tochter seitdem viel für die Entwicklung und den Ausbau dieses Marktes getan. Fest steht: Braufactum hat sich mittlerweile als ein wesentlicher Akteur und Treiber des Craftbier-Segments in Deutschland etabliert. Warum der bislang eigenständige Vertrieb nun von Radeberger übernommen wird, erläutert Braufactum-Geschäftsführer Dr. Marc Rauschmann im Interview mit Getränke News.


Getränke News: Craftbier ist in Deutschland sehr vielversprechend gestartet, konnte aber nie so richtig wachsen… 

Rauschmann: Leider müssen wir feststellen, dass sich das Segment in Deutschland deutlich verhaltener entwickelt hat als erwartet, und das trotz anfänglicher Begeisterung von Absatzmittlern und Bierliebhabern für Craftbier. 

Getränke News: Was hatten Sie denn erwartet?

Rauschmann: Marktkenner hatten zweistellige Marktanteile für die deutschen Craftbrauer prognostiziert. Nach mehr als zehn Jahren stagniert nun das Segment bei weniger als einem Prozent Marktanteil. Und das zieht Konsequenzen nach sich: Flächen im Handel für diese besonderen Biere stagnieren oder werden reduziert, die Zahl der auf Craftbier spezialisierten Gastronomien entwickelt sich nicht im erhofften Maße. Die Corona-Krise hat die Situation nun verschärft. Tatsache ist: Trotz aller Begeisterung bleibt Craftbier ein Nischengeschäft, das unheimlich viel Kraft, Anstrengungen und Ressourcen erfordert, um es voranzutreiben. 

Weil das so ist, haben wir unsere Aufstellung überprüft: Ist es möglich, aus eigener Kraft, mit unseren verfügbaren Mitteln, unserer Manpower und unserer Aufstellung die Braufactum-Biere in absehbarer Zeit zu der Entwicklung zu führen, die für den wirtschaftlichen Erfolg unabdingbar ist? Oder braucht Braufactum mehr Vertriebspower, um Kunden und Konsumenten, die sich für außergewöhnliche Bierstile begeistern, dauerhaft in ausreichender Zahl zu erreichen? 

Getränke News: Sie haben sich für mehr Vertriebspower entschieden.

Rauschmann: Wir haben festgestellt, dass wir, um unsere Ziele zu erreichen, die volle Unterstützung einer nationalen Verkaufsmannschaft in Handel und Gastronomie brauchen. Gleichzeitig müssen wir die durch viele Rampen und Produktionsstandorte entstandene Komplexität abbauen. Kurz: Es bedarf einer starken Schulter, die Marke und Biere weiter voranbringen kann. So, wie wir es im Export und bei unseren Fassbieren bereits erfolgreich praktiziert haben, die schon seit einigen Jahren von der Radeberger Gruppe vertrieblich unterstützt werden. 

Getränke News: Die Radeberger Gruppe wird also künftig auch alle Braufactum-Biere vertreiben?

Rauschmann: Zum Jahresende werden wir unsere eigenständige Organisationsform auflösen und ihre Strukturen weitestgehend in die Radeberger Gruppe überführen. Sie wird dann die Vermarktung unserer Braufactum-Biere in Gastronomie und Handel mit ihrer Außendienstmannschaft vollumfänglich unterstützen. Das Braufactum-Team wird daher zu diesem Zeitpunkt in Teilen aufgelöst. 

Getränke News: Bleiben Sie weiterhin verantwortlich für Braufactum?

Rauschmann: Thorsten Schreiber und ich bleiben weiterhin Geschäftsführer bei Braufactum und werden der Marke, neben neuen Aufgaben in der Radeberger Gruppe, auch weiterhin treu bleiben. Wir werden beide weiterhin die Markenführung verantworten. Dabei bleibe ich nach außen das „Gesicht der Marke“, während Thorsten Schreiber sich um Logistik und Prozess-Steuerung kümmern wird. Jochen Rosinus wird neben neuen Aufgaben im Export auch weiterhin als Vertriebsleiter Braufactum das Key Account Management für unsere Marke fortführen.

Getränke News: Und die anderen Kollegen?

Rauschmann: Für einige Kolleginnen und Kollegen, die mit viel Leidenschaft und Herzblut mit uns gearbeitet haben, konnten wir bereits neue Aufgaben innerhalb unseres Mutterhauses finden. Das freut uns besonders. Da die Braufactum-Biere ungefähr die Hälfte ihres Absatzes außerhalb Deutschlands erzielen, werden die Kolleginnen und Kollegen zu großen Teilen in der Exportabteilung der Radeberger Gruppe angebunden, um dort neben ihren Tätigkeiten für die Marke Braufactum auch andere Aufgaben wahrzunehmen. So ist auf allen Ebenen bestmögliche Kontinuität gewährleistet, was uns sehr freut. 

Getränke News: Ist die Auflösung Ihrer Vertriebsorganisation also der richtige Schritt für Braufactum?

Rauschmann: Wir gehen diesen Schritt mit dem berühmten lachenden und weinenden Auge an: Wir schauen auf eine spannende, anstrengende, aber vor allem auch unglaublich kreative und uns alle prägende Phase zurück, in der wir ein Segment eröffnen und mitgestalten durften. Wir freuen uns jetzt aber auch, dass unsere Marke und Bierstile mit der Unterstützung einer größeren Vertriebsmannschaft die Unterstützung bekommen, die es braucht. Denn das war und ist ja unser erklärtes Ziel: möglichst vielen Menschen zu zeigen, was Bier (auch) kann. 


Über Braufactum

Die Internationale Brau-Manufacturen GmbH ist ein sogenannter Craftbrauer und bietet unter der Marke Braufactum hochwertige Bierspezialitäten an. Das Unternehmen wurde im August 2009 gegründet und ist eine eigenständige Tochter der Radeberger Gruppe. Geschäftsführer sind Dr. Marc Rauschmann, der für die Produkte und die Qualitätssicherung verantwortlich ist, und Thorsten Schreiber, Experte für Logistik.


Über die Radeberger Gruppe

Die Radeberger Gruppe ist mit einem Getränkeabsatz von rund 11,6 Millionen Hektolitern Deutschlands größte private Brauereigruppe und Teil des Familienunternehmens Dr. August Oetker KG in Bielefeld. Weltweit belegt das Unternehmen Platz 23 im Ranking der größten Brauereigruppen.

Mit ihrem Getränkeportfolio internationaler, nationaler und regionaler Biermarken (u.a. Radeberger, Jever, Schöfferhofer, Clausthaler) und alkoholfreier Getränke, ihren Getränkefachgroßhändlern, einem Streckenlogistiker, einem Getränke-Einzelhändler sowie einem Express-Lieferdienst und verschiedenen Beteiligungen und starken Schulterschlüssen mit Marktbegleitern ist sie in allen Bereichen des Getränkemarktes vertreten. 2019 erzielte die Radeberger Gruppe Umsatzerlöse von 1.741 Millionen Euro.


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