Brewdog hat doch noch eine Zukunft: Tilray Brands, ein international aufgestelltes US-Lifestyle- und Konsumgüter-Unternehmen, hat Teile des insolventen schottischen Craftbier-Konzerns übernommen. Das teilte der Anbieter von Getränken, Cannabis-Produkten und Wellness-Artikeln Anfang dieser Woche in einer Pressemeldung mit. Zuerst berichtete das Branchenmagazin „Inside“ über den Deal. In Deutschland wird Brewdog allerdings wohl künftig nicht mehr vertreten sein.
Laut einem Bericht der „Berliner Morgenpost“ hat das Unternehmen beim Berliner Amtsgericht Insolvenzantrag gestellt. Sowohl die Brauerei mit Biergarten in Mariendorf als auch die Bar in Berlin Mitte schließen. Der Standort in Friedrichshain und die Filiale in Wiesbaden wurden bereits zur Jahreswende geschlossen. Auch in Hamburg soll Brewdog bald dicht machen.
Konkrete Gründe nannte Brewdog-Gründer und CEO James Watt gegenüber der Tageszeitung nicht. Tatsache ist, dass der anfängliche Craftbier-Hype hierzulande längst zu Ende ist. Prognosen zweistelliger Marktanteile erfüllten sich bei weitem nicht, nach mehr als zehn Jahren in Deutschland erreichte der Marktanteil nicht einmal ein Prozent.
Hürden waren für viele Verbraucher der oftmals wenig zugängliche Geschmack und die hohen Preise (wir berichteten regelmäßig). Zudem fiel es den Herstellern schwer, sich angesichts der traditionellen deutschen Bierkultur und des vielseitigen Marktangebots hierzulande zu behaupten.
Über Brewdog in Deutschland macht indessen auch Tilray keine Angaben. Die gerade abgeschlossene Transaktion umfasse die weltweite Marke und die zugehörigen Eigentumsrechte, die Brauereiaktivitäten in Großbritannien sowie elf strategische Brewpubs im Vereinigten Königreich und in Irland. Als Kaufpreis gibt das Unternehmen 33 Millionen Pfund Sterling (rund 38 Millionen Euro) an. Mit den erworbenen Aktivitäten will Tilray jährlich rund 200 Millionen US-Dollar (172 Millionen Euro) Nettoumsatz generieren.
Separate Verhandlungen über den Erwerb weiterer Vermögenswerte in den USA und Australien sollen voraussichtlich in den nächsten 30 Tagen abgeschlossen werden.


























































































