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Brauereien verlängern Fassbier-Haltbarkeit 1
Biermarkt

Brauereien verlängern Fassbier-Haltbarkeit

Um zu vermeiden, dass aufgrund von Gastronomieschließungen noch mehr Fassbier vernichtet werden muss, verlängern einige Brauereien das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD). So ist zum Beispiel künftig das frisch gebraute Pils der Bitburger Brauerei neun statt sechs Monate lang haltbar. Andere Brauer, wie beispielsweise Krombacher, geben schon länger eine Haltbarkeit von neun Monaten auf ihre Biere. Sollte also im Herbst ein erneuter Lockdown kommen, müsste danach vermutlich nicht mehr ganz so viel Fassbier zurückgenommen werden. 

Warsteiner setzt Fasskrause ein

Einen anderen Weg geht aktuell jedoch die Warsteiner Brauerei. Statt ihre Ware aus dem Verkehr zu ziehen und die längere Haltbarkeit erst auf die frischen Biere zu geben, verlängert das Unternehmen diese bei ihren Kunden vor Ort mit einer Fasskrause. Damit wird einfach das MHD der Fässer um zwei Monate verlängert.

Warsteiner Fasskrause
Die Warsteiner Brauerei verlängert das MHD mit einer Fasskrause.

Unter den Logos von Warsteiner, Herforder, Frankenheim und König Ludwig ist die Überschrift „Zwei Monate Verlängerung der Mindesthaltbarkeit“ zu lesen. Darunter der Text: „Bei sachgemäßer Lagerung erfüllt das in diesem Fass enthaltene Bier uneingeschränkt unsere Qualitätsansprüche und die unserer Kunden über das ursprünglich vergebene und aufgedruckte Mindesthaltbarkeitsdatum maximal zwei Monate länger. Auch innerhalb dieser zwei Monate kann das Bier einwandfrei ausgeschenkt und ohne Qualitätsverlust genossen werden.“ Die Warsteiner Brauerei ist mit diesem Vorgehen allerdings nicht allein. Wie aus dem Getränkefachgroßhandel zu hören ist, sollen auch andere Brauereien auf diese Weise das Bier zwei Monate länger verkehrsfähig machen. AB Inbev soll so bei Beck’s das MHD sogar um drei Monate verlängern.

Zu gut für die Tonne

„Wir alle kennen die Informationskampagne ,Zu gut für die Tonne!‘ der Bundesregierung, die sich gegen Lebensmittelverschwendung richtet“, sagt Warsteiner-Sprecherin Sinje Vogelsang. „Auch wir handeln nachhaltig und möchten zum einen Rücklieferungen – und damit verbunden unnötige Lkw-Fahrten – sowie zum anderen die Entsorgung von mehreren tausend Fässern einwandfreier Güte vermeiden.“

Die Abteilung Qualitätssicherung der Warsteiner Brauerei habe umfangreiche Tests für jede Bier-Charge durchgeführt. „Wir können deshalb unser Qualitätsversprechen um zwei Monate über das aufgedruckte Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus verlängern“, erklärt Vogelsang. Bei sachgemäßer Lagerung der Produkte garantiere die Brauerei die gewohnte Premium-Qualität. „Der genannte Lösungsweg wird von unseren Kunden sehr begrüßt, weil er einwandfreie Produkte garantiert und zugleich Umwelt und Ressourcen schont“, so die Sprecherin.

MHD ist kein Verbrauchsdatum

Tatsache ist: Das MHD ist kein Verbrauchsdatum, sondern es garantiert die einwandfreie Güte und die spezifischen Eigenschaften eines Lebensmittels für einen bestimmten Zeitraum – bei Bier etwa Aroma, Geschmack oder Nährwerte. „Die Festsetzung des MHD wird von unseren Brauereien gewöhnlich sehr eng gefasst. Eine Anpassung des MHD für einzelne Produkte in besonderen Situationen wie etwa der Corona-Krise ist bei Brauereien wie auch anderen Unternehmen der Ernährungswirtschaft ohne weiteres möglich“, sagt Holger Eichele, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, auf Anfrage von Getränke News.

Qualitätskontrollen stellten nämlich sicher, dass die Biere bei sach- und fachgerechter Lagerung auch bei verlängertem MHD ihre einwandfreie Qualität uneingeschränkt behalten würden, so Eichele. „Aus bisheriger Erfahrung können wir berichten, dass die Resonanz der Kunden sehr positiv ist, auch vor dem Hintergrund der Schonung von Rohstoffen und Ressourcen sowie des Vermeidens von Lebensmittelabfällen.“

Biergeschmack verändert sich

Klar ist: Einige Brauereien und Lebensmittelbetriebe verlängern das Mindesthaltbarkeitsdatum, um Ressourcen-Verschwendung zu vermeiden. Andere Brauereien bleiben bei ihrem bisherigen MHD. So beispielsweise die Brauerei Veltins, die unverändert eine Mindesthaltbarkeit von sechs Monaten garantiert. „Bei uns geht die Frische vor“, sagt Veltins-Sprecher Ulrich Biene. Fest steht: Bier ist ein Frischeprodukt, das zwar nicht so schnell schlecht wird und sich deutlich länger hält als auf den Etiketten angegeben, es verändert aber den Geschmack und altert. Bei malzbetonten Bieren und Bieren mit hohem Alkoholgehalt kann das sogar den Geschmack verbessern. Beim Pils leidet aber mit zunehmendem Alter die Hopfenaromatik. Eine um drei Monate verlängerte Haltbarkeit dürfte sich jedoch beim Fassbier kaum merklich auf den Geschmack auswirken, auf die Umlaufgeschwindigkeit der Fässer allerdings schon.


Der Artikel wurde aufgrund einer Stellungnahme von Warsteiner vom 16. März aktualisiert.

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Brauereien verlängern Fassbier-Haltbarkeit

Um zu vermeiden, dass aufgrund von Gastronomieschließungen noch mehr Fassbier vernichtet werden muss, verlängern einige Brauereien das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD). So ist zum Beispiel künftig das frisch gebraute Pils der Bitburger Brauerei neun statt sechs Monate lang haltbar. Andere Brauer, wie beispielsweise Krombacher, geben schon länger eine Haltbarkeit von neun Monaten auf ihre Biere. Sollte also im Herbst ein erneuter Lockdown kommen, müsste danach vermutlich nicht mehr ganz so viel Fassbier zurückgenommen werden. 

Warsteiner setzt Fasskrause ein

Einen anderen Weg geht aktuell jedoch die Warsteiner Brauerei. Statt ihre Ware aus dem Verkehr zu ziehen und die längere Haltbarkeit erst auf die frischen Biere zu geben, verlängert das Unternehmen diese bei ihren Kunden vor Ort mit einer Fasskrause. Damit wird einfach das MHD der Fässer um zwei Monate verlängert.

Warsteiner Fasskrause
Die Warsteiner Brauerei verlängert das MHD mit einer Fasskrause.

Unter den Logos von Warsteiner, Herforder, Frankenheim und König Ludwig ist die Überschrift „Zwei Monate Verlängerung der Mindesthaltbarkeit“ zu lesen. Darunter der Text: „Bei sachgemäßer Lagerung erfüllt das in diesem Fass enthaltene Bier uneingeschränkt unsere Qualitätsansprüche und die unserer Kunden über das ursprünglich vergebene und aufgedruckte Mindesthaltbarkeitsdatum maximal zwei Monate länger. Auch innerhalb dieser zwei Monate kann das Bier einwandfrei ausgeschenkt und ohne Qualitätsverlust genossen werden.“ Die Warsteiner Brauerei ist mit diesem Vorgehen allerdings nicht allein. Wie aus dem Getränkefachgroßhandel zu hören ist, sollen auch andere Brauereien auf diese Weise das Bier zwei Monate länger verkehrsfähig machen. AB Inbev soll so bei Beck’s das MHD sogar um drei Monate verlängern.

Zu gut für die Tonne

„Wir alle kennen die Informationskampagne ,Zu gut für die Tonne!‘ der Bundesregierung, die sich gegen Lebensmittelverschwendung richtet“, sagt Warsteiner-Sprecherin Sinje Vogelsang. „Auch wir handeln nachhaltig und möchten zum einen Rücklieferungen – und damit verbunden unnötige Lkw-Fahrten – sowie zum anderen die Entsorgung von mehreren tausend Fässern einwandfreier Güte vermeiden.“

Die Abteilung Qualitätssicherung der Warsteiner Brauerei habe umfangreiche Tests für jede Bier-Charge durchgeführt. „Wir können deshalb unser Qualitätsversprechen um zwei Monate über das aufgedruckte Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus verlängern“, erklärt Vogelsang. Bei sachgemäßer Lagerung der Produkte garantiere die Brauerei die gewohnte Premium-Qualität. „Der genannte Lösungsweg wird von unseren Kunden sehr begrüßt, weil er einwandfreie Produkte garantiert und zugleich Umwelt und Ressourcen schont“, so die Sprecherin.

MHD ist kein Verbrauchsdatum

Tatsache ist: Das MHD ist kein Verbrauchsdatum, sondern es garantiert die einwandfreie Güte und die spezifischen Eigenschaften eines Lebensmittels für einen bestimmten Zeitraum – bei Bier etwa Aroma, Geschmack oder Nährwerte. „Die Festsetzung des MHD wird von unseren Brauereien gewöhnlich sehr eng gefasst. Eine Anpassung des MHD für einzelne Produkte in besonderen Situationen wie etwa der Corona-Krise ist bei Brauereien wie auch anderen Unternehmen der Ernährungswirtschaft ohne weiteres möglich“, sagt Holger Eichele, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, auf Anfrage von Getränke News.

Qualitätskontrollen stellten nämlich sicher, dass die Biere bei sach- und fachgerechter Lagerung auch bei verlängertem MHD ihre einwandfreie Qualität uneingeschränkt behalten würden, so Eichele. „Aus bisheriger Erfahrung können wir berichten, dass die Resonanz der Kunden sehr positiv ist, auch vor dem Hintergrund der Schonung von Rohstoffen und Ressourcen sowie des Vermeidens von Lebensmittelabfällen.“

Biergeschmack verändert sich

Klar ist: Einige Brauereien und Lebensmittelbetriebe verlängern das Mindesthaltbarkeitsdatum, um Ressourcen-Verschwendung zu vermeiden. Andere Brauereien bleiben bei ihrem bisherigen MHD. So beispielsweise die Brauerei Veltins, die unverändert eine Mindesthaltbarkeit von sechs Monaten garantiert. „Bei uns geht die Frische vor“, sagt Veltins-Sprecher Ulrich Biene. Fest steht: Bier ist ein Frischeprodukt, das zwar nicht so schnell schlecht wird und sich deutlich länger hält als auf den Etiketten angegeben, es verändert aber den Geschmack und altert. Bei malzbetonten Bieren und Bieren mit hohem Alkoholgehalt kann das sogar den Geschmack verbessern. Beim Pils leidet aber mit zunehmendem Alter die Hopfenaromatik. Eine um drei Monate verlängerte Haltbarkeit dürfte sich jedoch beim Fassbier kaum merklich auf den Geschmack auswirken, auf die Umlaufgeschwindigkeit der Fässer allerdings schon.


Der Artikel wurde aufgrund einer Stellungnahme von Warsteiner vom 16. März aktualisiert.

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