Werner Brombach, Inhaber der Privatbrauerei Erdinger Weißbräu, ist am Samstag im Alter von 86 Jahren nach kurzer Krankheit im Kreise seiner Familie gestorben. Mehr als sechs Jahrzehnte bestimmte er die Entwicklung der Brauerei, die er von einem regionalen Betrieb zu einem international ausgerichteten Weißbierunternehmen ausbaute.
Brombach trat 1965 in das Unternehmen seines Vaters Franz ein. Der Diplom-Braumeister und Diplom-Kaufmann übernahm nach dessen Tod 1975 die alleinige Verantwortung. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Brauerei bereits deutlich zugelegt: Beim Einstieg Brombachs lag der Jahresausstoß bei 40.000 Hektolitern, 1977 waren es 225.000 Hektoliter. 1990 überschritt Erdinger erstmals die Marke von einer Million Hektolitern. „Mein Idealismus treibt mich an: Gutes noch besser zu machen“, lautete sein Motto.
Brombach setzte früh auf den Vertrieb von Weißbier außerhalb Bayerns und auf den Aufbau einer eigenständigen Marke. Erdinger gehörte zu den ersten Brauereien, die Werbekampagnen für Weißbier starteten. Ein weiterer wichtiger Schritt war 2001 die Neupositionierung von Erdinger Alkoholfrei als isotonischer Durstlöscher für Sportler. Damit gehörte Erdinger zu den Wegbereitern einer Entwicklung, die später das gesamte Segment alkoholfreier Biere prägen sollte. Bereits fünf Jahre später war Erdinger Alkoholfrei Marktführer bei alkoholfreien Bieren.
An der Produktion am Stammsitz hielt Brombach fest. Erdinger vergab keine Braulizenzen und braute ausschließlich in Erding. Parallel investierte das Unternehmen in die technische Ausstattung. 2017 wurden die Abfüll- und Verpackungsanlagen umfangreich modernisiert und erweitert.
Auch den Einstieg in untergärige Biere bereitete Brombach frühzeitig vor. 1991 erwarb er Fischer’s Stiftungsbräu und sicherte damit nach Darstellung des Unternehmens die Hellbier-Tradition in Erding. Seit 2022 bietet die Brauerei unter der Marke Erdinger Brauhaus auch untergärige Biere an.
Zum Markenaufbau gehörte über Jahrzehnte auch die Zusammenarbeit mit bekannten Sportlern und Persönlichkeiten. Als Markenbotschafter traten unter anderem Franz Beckenbauer, Magdalena Neuner, Jürgen Klopp und Triathlet Patrick Lange auf. Zuletzt verpflichtete Erdinger Thomas Müller.
Die Nachfolge im Unternehmen leitete Brombach schrittweise ein. 2022 übergab er den Vorsitz der Geschäftsführung an Dr. Stefan Kreisz. Brombach blieb Inhaber und Alleingesellschafter und weiterhin in wichtige Entscheidungen eingebunden. 2025 brachte er seine Anteile an der Privatbrauerei in die Werner-Brombach-Familien-Stiftung ein. Damit regelte er die Eigentümerstruktur der Brauerei für die Zeit nach seinem Tod. Bis zuletzt vertrat er die Stiftung als alleiniger Vorstand. Sie soll die Brauerei nach den im Unternehmen festgelegten Leitwerten sowie der bisherigen Marken- und Qualitätspolitik fortführen.
Für seine unternehmerische Tätigkeit wurde Brombach unter anderem mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet. Seit 2012 war er Träger des Ehrenrings in Gold des Landkreises Erding und zudem Ehrenbürger der Stadt Erding. Außerdem erhielt er die Bayerische Gastlichkeitsmedaille und den Ehrenpreis der Deutschen Getränkebranche.
„Mein Lebensinhalt ist es, Brauer mit Leib und Seele zu sein“, sagte Brombach einmal über sich selbst. Noch zu seinem 85. Geburtstag Ende 2024 führte er den Erfolg des Unternehmens vor allem auf seine Mannschaft, klare Unternehmensstrukturen sowie das Bewusstsein für Tradition und Qualität zurück.
Werner Brombach hinterlässt seine Tochter Claudia und seinen Schwiegersohn Alexander.

























































































