Eine Allianz aus Wein-, Sekt- und Spirituosenwirtschaft fordert die Mitglieder des Deutschen Bundestages auf, die im Haushaltsbegleitgesetz 2027 vorgesehenen Steuererhöhungen auf Sekt und Spirituosen zu streichen. Der Gesetzentwurf sieht vor, die Alkohol-, Schaumwein- und Zwischenerzeugnissteuer sowie die Alkopopsteuer jeweils um 20 Prozent anzuheben.
Zu den Unterzeichnern des offenen Briefs gehören der Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure (BSI), der Bundesverband Wein, Sekt und Spirituosen, der Deutsche Weinbauverband, der Deutsche Raiffeisenverband, der Bundesverband der Obstverschlussbrenner und der Verband Traditioneller Sektmacher. Mehr als 100 Unternehmen und weitere Organisationen aus der Wertschöpfungskette haben sich nach Angaben des BSI angeschlossen. Auch europäische Weinverbände und Unternehmen aus mehreren EU-Staaten unterstützen den Brief.
Die Allianz bezweifelt, dass höhere Verbrauchsteuern die erwarteten zusätzlichen Einnahmen bringen. Sinkende Absatzmengen und Ausweichreaktionen der Verbraucher könnten nach Auffassung des BSI ebenso wie geringere Einnahmen aus Umsatzsteuer, Gewerbesteuer und lohnbezogenen Abgaben dazu führen, dass die Maßnahmen wirkungslos blieben oder die Einnahmen sogar sinken würden. Der offene Brief kritisiert zudem, dass eine belastbare wirtschaftliche und fiskalische Folgenabschätzung fehle.
„Es ist ein starkes Signal, dass Wein-, Sekt- und Spirituosenwirtschaft sowie die ganze Wertschöpfungskette in dieser Frage an einem Strang ziehen“, erklärt BSI-Geschäftsführerin Angelika Wiesgen-Pick. Der Verband werde seine Argumente gegen die Steuererhöhung im parlamentarischen Verfahren weiter einbringen.
Auch die gesundheitspolitische Begründung für die geplanten Steuererhöhungen weist der BSI zurück. Der Verband verweist auf die Drogenaffinitätsstudie 2025 des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit. Demnach erreichte der Anteil regelmäßiger Alkoholkonsumenten unter den 12- bis 17-Jährigen 2025 den niedrigsten Wert seit Beginn der Zeitreihe 1979. Bei den 18- bis 25-Jährigen lag der wöchentliche Konsum bei beiden Geschlechtern auf dem niedrigsten Stand seit 1973.

























































































