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Bitburger hilft Wirten beim Neustart
Corona-Krise

Bitburger hilft Wirten beim Neustart

Die Bitburger Braugruppe ist von der Gastronomie-Schließung besonders hart getroffen. In rund 50.000 Gaststätten werden die Marken des Unternehmens ausgeschenkt. Obwohl die Politik bislang noch keine Perspektiven für einen Neustart der Gastronomie aufzeigt, hat die Braugruppe einen sogenannten 6-Punkte-Plan ausgearbeitet, um ihre Wirte zu unterstützen. Im Interview mit Getränke News erklärt Gastro-Chef Rainer Noll die Hintergründe.


Rainer Noll, Gastro-Chef der Bitburger Braugrupe
Rainer Noll, Leiter Außer-Haus-Markt der Bitburger Braugruppe

Getränke News: Bitburger ist als Fassbiermarke Nummer 1 besonders stark von der Schließung der Gastronomie betroffen. Wie habe Sie Ihren Gastronomiekunden bislang geholfen?

Noll: Wir standen von Anfang an in sehr engem Austausch mit unseren Kunden. Unsere Außendienstmitarbeiter waren und sind jederzeit mobil zu erreichen. So haben wir nie den Kontakt zu den Wirten verloren. Auf unserer Online-Plattform „www.dasgastroportal.de“ haben wir bereits sehr früh alle wichtigen Informationen bereitgestellt und Checklisten veröffentlicht, wie man an die Fördertöpfe kommt. Aktuell stehen dort Informationen rund um die Wiedereröffnungsphase und was dabei alles zu beachten ist. 

Tatsache ist: Es gibt in allen Medien eine Flut von Informationen und Regeln, die sich in den einzelnen Bundesländern teilweise unterscheiden. Diese haben wir entsprechend aufbereitet und bereitgestellt. Außerdem wurden unsere Mitarbeiter zu den wichtigsten Themen geschult und stehen unseren Kunden mit individueller Beratung zur Seite. 

Getränke News: Gab es auch Liquiditätshilfen seitens Bitburger? 

Noll: Wir haben in individuellen Gesprächen mit unseren Kunden geprüft, welche Möglichkeiten bestehen, an Fördermittel zu kommen. Das hat überraschend gut geklappt: Wer gut vorbereitet war, hatte das Geld teilweise innerhalb von 48 Stunden nach Antragstellung auf dem Konto. 

Außerdem haben wir, wo es nötig war, Darlehen und Mieten gestundet. Abgelaufene Ware oder Bier, bei dem das Mindesthaltbarkeitsdatum in den nächsten Wochen abläuft, haben wir zurückgenommen. Die Kunden bekommen es zu 100 Prozent gutgeschrieben. 

Getränke News: Österreich öffnet ab Mitte Mai wieder die Gastronomie. Könnte es auch bei uns bald wieder losgehen?

Noll: Auch wir wünschen uns weitere Lockerungen. Dabei sollte die Gesundheit des Personals und der Gäste immer im Vordergrund stehen. Gerade die Gastronomie ist jedoch in der Lage, entsprechende Schutzmaßnahmen umzusetzen. So könnten beispielsweise Restaurants mit 200 Sitzplätzen bei einer Bewirtung von 50 Gästen für ausreichend Abstand sorgen. Gaststätten mit zwei Eingängen könnten den einen zum Ein-, den anderen zum Ausgang machen. Das Reservieren von Tischen ist ebenfalls gelernt, und so könnten durch Buchungen und entsprechende Zeitslots die belegbaren Plätze optimal genutzt werden.

Auch Kneipen könnten mit entsprechenden Konzepten schon bald wieder öffnen. Deshalb wäre es jetzt sehr wichtig, dass die Gastronomie seitens der Politik schnell eine Perspektive für einen achtsamen Neustart aufgezeigt bekommt.

Getränke News: Wie planen Sie den Neustart?

Noll: Die Bitburger Braugruppe unterstützt ihre Gastronomiepartner mit einem 6-Punkte-Plan. Dabei gehen wir auf die unterschiedlichen Bedürfnisse unserer Wirte ein. Zum Neustart stellen wir beispielsweise Freiware als Soforthilfe zur Verfügung. Ein weiterer Punkt, der uns sehr wichtig ist, ist die Schankanlagenhygiene. Unabhängig vom Virus sollte eine Schankanlage, wenn sie längere Zeit außer Betrieb war, vor der Inbetriebnahme professionell chemisch-mechanisch gereinigt werden. Diese Mehrkosten übernehmen wir, ohne dass der Gastronom in Vorleistung gehen muss. Die Rechnungen für die Schankanlagenreinigung gehen direkt zu uns, wir bezahlen sie dann. 

Getränke News: Welche Punkte stehen noch auf Ihrem Plan?

Noll: Die große Mehrheit unserer Gastronomen verwendet heute Gläserspülmaschinen. Sie erhalten von uns neutrale Tischaufsteller mit der Botschaft „Zum Wohl auf Ihre Gesundheit – unsere Gläser sind hygienisch gespült“. Diejenigen, die noch von Hand spülen, erhalten von uns Informationen zu Spülmaschinen und Herstellern. Mit diesen haben wir außerdem Sonderkonditionen vereinbart, die wir an unsere Kunden weitergeben. Auch Informationen und Bezugsquellen für Hygiene- und Desinfektionsartikel stellen wir unseren Wirten zur Verfügung. 

Wir empfehlen unseren Kunden außerdem den sogenannten „Begrüßungsschluck für die Stammgäste“. Dafür schicken wir den Wirten kostenlos unsere 0,1-Liter-Markengläser, aus denen bei der Wiederöffnung der Begrüßungsschluck getrunken wird und die die Gäste als Erinnerung mit nach Hause nehmen können. 

Getränke News: Finanzminister Olaf Scholz spricht für die Zukunft von einer „neuen Normalität“. Wie wird diese neue Normalität in der Gastronomie aussehen?

Noll: Bis alles wieder einigermaßen normal abläuft, wird es mindestens noch bis Jahresende dauern. Danach wird die neue Normalität vermutlich so aussehen, dass wir noch stärker auf die Hygiene achten als wir das bereits vor der Corona-Krise getan haben. Die Gäste werden in puncto Hygiene sehr sensibel sein. Darauf müssen sich die Wirte einstellen. So könnten beispielsweise künftig Desinfektionsmittelspender an den Ein- und Ausgängen sowie auf den Toiletten platziert werden. Tische und andere Flächen sollten noch öfter als bisher gereinigt werden. 

Getränke News: Wie viele Gastronomen werden auf der Strecke bleiben?

Noll: Betriebe, die bereits vorher Schwierigkeiten hatten, werden die Krise nicht überstehen. Gastronomen, die vorher ein gutes Auskommen hatten, werden zwar in diesem Jahr deutliche Umsatzrückgänge verzeichnen, danach aber wieder durchstarten. Ich glaube, dass es 30 bis 35 Prozent der Betriebe nicht schaffen werden. Die Umsätze werden insgesamt  jedoch nicht in dem Maße zurückgehen, sondern neu verteilt werden. Tatsache ist: Die Gastronomie hat eine hohe gesellschaftliche Bedeutung. Die Leute wollen sich dort treffen und ihre sozialen Kontakte pflegen. Und sollten wir künftig mehr als bisher im Homeoffice arbeiten, wird die Gastronomie für soziale Kontakte weiter an Bedeutung gewinnen.


Über die Bitburger Braugruppe

Die Bitburger Braugruppe ist ein Familienunternehmen mit rund 1.700 Be- schäftigten und wird heute in der siebten Generation geführt. Zur Braugruppe gehören die Marken Bitburger, König, Köstritzer, Licher, Wernesgrüner sowie Königsbacher und Nette. Darüber hinaus besteht eine Vertriebspartnerschaft mit der Benediktiner Weißbräu GmbH. 

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Bitburger hilft Wirten beim Neustart

Die Bitburger Braugruppe ist von der Gastronomie-Schließung besonders hart getroffen. In rund 50.000 Gaststätten werden die Marken des Unternehmens ausgeschenkt. Obwohl die Politik bislang noch keine Perspektiven für einen Neustart der Gastronomie aufzeigt, hat die Braugruppe einen sogenannten 6-Punkte-Plan ausgearbeitet, um ihre Wirte zu unterstützen. Im Interview mit Getränke News erklärt Gastro-Chef Rainer Noll die Hintergründe.


Rainer Noll, Gastro-Chef der Bitburger Braugrupe
Rainer Noll, Leiter Außer-Haus-Markt der Bitburger Braugruppe

Getränke News: Bitburger ist als Fassbiermarke Nummer 1 besonders stark von der Schließung der Gastronomie betroffen. Wie habe Sie Ihren Gastronomiekunden bislang geholfen?

Noll: Wir standen von Anfang an in sehr engem Austausch mit unseren Kunden. Unsere Außendienstmitarbeiter waren und sind jederzeit mobil zu erreichen. So haben wir nie den Kontakt zu den Wirten verloren. Auf unserer Online-Plattform „www.dasgastroportal.de“ haben wir bereits sehr früh alle wichtigen Informationen bereitgestellt und Checklisten veröffentlicht, wie man an die Fördertöpfe kommt. Aktuell stehen dort Informationen rund um die Wiedereröffnungsphase und was dabei alles zu beachten ist. 

Tatsache ist: Es gibt in allen Medien eine Flut von Informationen und Regeln, die sich in den einzelnen Bundesländern teilweise unterscheiden. Diese haben wir entsprechend aufbereitet und bereitgestellt. Außerdem wurden unsere Mitarbeiter zu den wichtigsten Themen geschult und stehen unseren Kunden mit individueller Beratung zur Seite. 

Getränke News: Gab es auch Liquiditätshilfen seitens Bitburger? 

Noll: Wir haben in individuellen Gesprächen mit unseren Kunden geprüft, welche Möglichkeiten bestehen, an Fördermittel zu kommen. Das hat überraschend gut geklappt: Wer gut vorbereitet war, hatte das Geld teilweise innerhalb von 48 Stunden nach Antragstellung auf dem Konto. 

Außerdem haben wir, wo es nötig war, Darlehen und Mieten gestundet. Abgelaufene Ware oder Bier, bei dem das Mindesthaltbarkeitsdatum in den nächsten Wochen abläuft, haben wir zurückgenommen. Die Kunden bekommen es zu 100 Prozent gutgeschrieben. 

Getränke News: Österreich öffnet ab Mitte Mai wieder die Gastronomie. Könnte es auch bei uns bald wieder losgehen?

Noll: Auch wir wünschen uns weitere Lockerungen. Dabei sollte die Gesundheit des Personals und der Gäste immer im Vordergrund stehen. Gerade die Gastronomie ist jedoch in der Lage, entsprechende Schutzmaßnahmen umzusetzen. So könnten beispielsweise Restaurants mit 200 Sitzplätzen bei einer Bewirtung von 50 Gästen für ausreichend Abstand sorgen. Gaststätten mit zwei Eingängen könnten den einen zum Ein-, den anderen zum Ausgang machen. Das Reservieren von Tischen ist ebenfalls gelernt, und so könnten durch Buchungen und entsprechende Zeitslots die belegbaren Plätze optimal genutzt werden.

Auch Kneipen könnten mit entsprechenden Konzepten schon bald wieder öffnen. Deshalb wäre es jetzt sehr wichtig, dass die Gastronomie seitens der Politik schnell eine Perspektive für einen achtsamen Neustart aufgezeigt bekommt.

Getränke News: Wie planen Sie den Neustart?

Noll: Die Bitburger Braugruppe unterstützt ihre Gastronomiepartner mit einem 6-Punkte-Plan. Dabei gehen wir auf die unterschiedlichen Bedürfnisse unserer Wirte ein. Zum Neustart stellen wir beispielsweise Freiware als Soforthilfe zur Verfügung. Ein weiterer Punkt, der uns sehr wichtig ist, ist die Schankanlagenhygiene. Unabhängig vom Virus sollte eine Schankanlage, wenn sie längere Zeit außer Betrieb war, vor der Inbetriebnahme professionell chemisch-mechanisch gereinigt werden. Diese Mehrkosten übernehmen wir, ohne dass der Gastronom in Vorleistung gehen muss. Die Rechnungen für die Schankanlagenreinigung gehen direkt zu uns, wir bezahlen sie dann. 

Getränke News: Welche Punkte stehen noch auf Ihrem Plan?

Noll: Die große Mehrheit unserer Gastronomen verwendet heute Gläserspülmaschinen. Sie erhalten von uns neutrale Tischaufsteller mit der Botschaft „Zum Wohl auf Ihre Gesundheit – unsere Gläser sind hygienisch gespült“. Diejenigen, die noch von Hand spülen, erhalten von uns Informationen zu Spülmaschinen und Herstellern. Mit diesen haben wir außerdem Sonderkonditionen vereinbart, die wir an unsere Kunden weitergeben. Auch Informationen und Bezugsquellen für Hygiene- und Desinfektionsartikel stellen wir unseren Wirten zur Verfügung. 

Wir empfehlen unseren Kunden außerdem den sogenannten „Begrüßungsschluck für die Stammgäste“. Dafür schicken wir den Wirten kostenlos unsere 0,1-Liter-Markengläser, aus denen bei der Wiederöffnung der Begrüßungsschluck getrunken wird und die die Gäste als Erinnerung mit nach Hause nehmen können. 

Getränke News: Finanzminister Olaf Scholz spricht für die Zukunft von einer „neuen Normalität“. Wie wird diese neue Normalität in der Gastronomie aussehen?

Noll: Bis alles wieder einigermaßen normal abläuft, wird es mindestens noch bis Jahresende dauern. Danach wird die neue Normalität vermutlich so aussehen, dass wir noch stärker auf die Hygiene achten als wir das bereits vor der Corona-Krise getan haben. Die Gäste werden in puncto Hygiene sehr sensibel sein. Darauf müssen sich die Wirte einstellen. So könnten beispielsweise künftig Desinfektionsmittelspender an den Ein- und Ausgängen sowie auf den Toiletten platziert werden. Tische und andere Flächen sollten noch öfter als bisher gereinigt werden. 

Getränke News: Wie viele Gastronomen werden auf der Strecke bleiben?

Noll: Betriebe, die bereits vorher Schwierigkeiten hatten, werden die Krise nicht überstehen. Gastronomen, die vorher ein gutes Auskommen hatten, werden zwar in diesem Jahr deutliche Umsatzrückgänge verzeichnen, danach aber wieder durchstarten. Ich glaube, dass es 30 bis 35 Prozent der Betriebe nicht schaffen werden. Die Umsätze werden insgesamt  jedoch nicht in dem Maße zurückgehen, sondern neu verteilt werden. Tatsache ist: Die Gastronomie hat eine hohe gesellschaftliche Bedeutung. Die Leute wollen sich dort treffen und ihre sozialen Kontakte pflegen. Und sollten wir künftig mehr als bisher im Homeoffice arbeiten, wird die Gastronomie für soziale Kontakte weiter an Bedeutung gewinnen.


Über die Bitburger Braugruppe

Die Bitburger Braugruppe ist ein Familienunternehmen mit rund 1.700 Be- schäftigten und wird heute in der siebten Generation geführt. Zur Braugruppe gehören die Marken Bitburger, König, Köstritzer, Licher, Wernesgrüner sowie Königsbacher und Nette. Darüber hinaus besteht eine Vertriebspartnerschaft mit der Benediktiner Weißbräu GmbH. 

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