Der Preisdruck im deutschen Biermarkt bleibt hoch. Ein Aktionspreis von 9,99 Euro für große Premiummarken hat sich etabliert, oft wird diese Schwelle sogar unterschritten. Kaufland bietet Beck’s aktuell für 9,66 Euro an.
Seit Beginn der Fußballweltmeisterschaft setzt der Handel verstärkt auf niedrige Aktionspreise bei bekannten Biermarken. Auch Monate nach dem Turnier gibt es keine Anzeichen für eine grundlegende Änderung. Diese Entwicklung unterscheidet sich von früheren Aktionszyklen, bei denen besonders niedrige Preise meist nur kurzzeitig galten.
Vor allem große Filialisten nutzen Marken wie Krombacher, Veltins, Bitburger oder Beck’s, um Frequenz, Absatz und Umsatz zu steigern. Für höherpreisige Regionalbiere verschärft sich dadurch der Wettbewerb. Sie geraten im Aktionsgeschäft gegenüber den reichweitenstarken Premiummarken zunehmend ins Hintertreffen.
Marken fahren unterschiedliche Strategien
Bei den großen Biermarken zeigen sich derzeit deutliche Unterschiede in der Aktionspolitik des Handels. Während Warsteiner seit Wochen kaum noch in den Angebotsprospekten vertreten ist, werden Marken wie Krombacher, Beck’s und Radeberger weiterhin stark über den Preis vermarktet.
Besonders deutlich wird dies bei Beck’s. Kaufland bietet die Marke in dieser Woche für 9,66 Euro an und unterschreitet damit die vielfach gesetzte Schwelle von 9,99 Euro. Gegenüber dem regulären Preis entspricht dies einer Ersparnis von 51 Prozent. Für AB Inbev dürfte die Aktion vor allem zusätzliche Absatzmengen bringen.
Auch Radeberger wird weiterhin für 9,99 Euro angeboten und bleibt damit knapp unter der für Verbraucher psychologisch wichtigen Grenze von zehn Euro je Kasten. Inzwischen werden viele Marken der Radeberger Gruppe in Aktionen für weniger als zehn Euro angeboten.
Krombacher mit Mengenrabatt
Die Preisaktionen beschränken sich nicht auf einzelne Vertriebslinien. Marktkauf bietet Krombacher derzeit in einer gestaffelten Drei-Kasten-Aktion an. Je nach Abnahmemenge sinkt der Preis von 11,99 Euro über 10,99 Euro auf 9,99 Euro. Die Ersparnis steigt dabei von 33 auf bis zu 44 Prozent.
Auch Penny setzt bei Marken der Radeberger Gruppe auf Preise unter zehn Euro. Berliner Pilsener wird für 9,49 Euro angeboten, was einer Ersparnis von 40 Prozent entspricht. Ur-Krostitzer kostet 9,99 Euro, hier beträgt der Preisnachlass 39 Prozent.
Helle Biere finden sich ebenfalls regelmäßig in den Aktionen, werden aber weniger stark über den Preis vermarktet als die großen Pilsmarken. So bietet Penny drei Halbliter-Dosen Benediktiner Hell für 1,99 Euro an. Die Ersparnis beträgt 32 Prozent.
Aktionen auch jenseits des Pils
Auch bei Cola-Mischgetränken und im Preiseinstiegssegment setzt der Handel auf deutliche Preisaktionen. Penny bietet Paulaner Spezi in der 0,33-Liter-Dose für 0,69 Euro an, was einer Ersparnis von 27 Prozent entspricht. Bei Netto kostet der 20er-Kasten 10,99 Euro, 33 Prozent weniger als regulär.
Am unteren Ende der Preisskala bleiben klassische Biermarken ebenfalls stark aktionsgetrieben. Rewe bietet Paderborner für 7,99 Euro und Oettinger für 6,99 Euro an. Bei Kaufland ist Wicküler ebenfalls für 6,99 Euro erhältlich.
Regionale Biere seltener in der Aktion
Die großen Premiummarken bleiben auch im vierten Monat ein zentraler Treiber des Aktionsgeschäfts. Regionale Biere mit höherer Preispositionierung sind dagegen deutlich seltener in den großen Preisaktionen des Handels vertreten.
Wie unterschiedlich die Aktionsmechanik ausfallen kann, zeigt Augustiner. Edeka in Memmingen bewirbt die Marke aktuell für 17,99 Euro als „Superknüller“, obwohl der Preisnachlass nur 1,50 Euro beträgt.
Für Verbraucher bedeutet die anhaltend hohe Aktionsfrequenz weiterhin zahlreiche Möglichkeiten, bekannte Biermarken deutlich unter ihren regulären Verkaufspreisen zu kaufen.

























































































