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Bierpreise weiter in Bewegung
LEH-Aktionen

Bierpreise weiter in Bewegung

Die deutsche Brauwirtschaft gehört nicht zu den Preistreibern im deutschen LEH. Zum Ende des Sommers bewegt sich das Aktionspreisniveau noch auf Pandemieniveau – leichte Ausschläge gibt es nach oben, aber auch nach unten. Die Preisschwelle für Premium-Pils liegt in der Aktion unverändert um die 10 Euro, Weißbier und Helles ist schon für 13 Euro zu haben. 

Marktführer nach Brunnenzukauf mit Paukenschlag 

Die Krombacher-Dose für 0,57 Euro, den Kasten Kölsch für 6,99 Euro – der Handel schont die Verbraucherportemonnaies! Währenddessen stöhnen regionale Brauer unter der Kostenlast immer lauter, hadern aber mit dem entscheidenden Schritt der Bierpreiserhöhung. Die Sorge vor schwindenden Mengen wird auch durch die jüngste Meldung des Statistischen Bundesamtes gestützt, die allein im hochsommerlichen Juli einen Marktverlust von 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr bilanziert. Überdies findet sich die Preiserhöhung vom Frühjahr im nationalen Markt nur selektiv wieder. 

Ein deutliches Statement hat Krombacher gleich nach dem Kauf der Heil- und Mineralquellen Germete in Warburg gesetzt. Bei Marktkauf im Paderborner Land wird der Brunnenkasten der nun gruppenzugehörigen B-Marke Warburger Waldquell zum Preis von 2 Euro angeboten. Und den 20er-Halbliterkasten gibt es für schlanke 10 Euro gleich dazu. 

Grund zu solch impulsstarker Preisaggressivität hat nicht nur der Handel, auch die Siegerländer Familienbrauerei hat längst der „brauwirtschaftliche Fluch“ der 6-Millionen-Ausstoßschwelle erreicht. Seither versucht Krombacher vergeblich, die einstige Bestmarke zurückzuerobern. Das Key-Account-Management der Brauerei muss mächtig ackern. Mehrstück-Aktionen des Marktführers sollen im Osten Boden gut machen. In dieser Woche gibt es drei Halbliter-Dosen Krombacher beim „Netto mit dem Scottie“ für 1,70 Euro – der Stückpreis von 0,57 Euro wird zum Einweg-Hingucker. Die Einkäufer von Aldi Nord und Süd dürften das Wettbewerbsgeschehen mit Argusaugen verfolgen, denn sie waren es, die erst vor wenigen Wochen der Krombacher-Preiserhöhung von 0,79 Euro auf 0,85 Euro folgten. 

Aldi wirbt stattdessen mit dem „Aldipa“, einem IPA von Brewdog, für 0,99 Euro. Im Schlepptau gibt es Bitburger Pils und Franziskaner Weißbier – ebenfalls in der Halbliter-Dose – für 0,69 Euro. Ohnehin scheint in diesen Tagen das Dosensegment stärker in den Fokus gerückt zu sein. Kaufland verteilt einen Rundumschlag und verspricht seinen Kunden einen 20-Prozent-Abschlag auf das gesamte Dosensegment – ganz gleich, ob Pils oder Biermix, ganz gleich, ob Premium oder Preiseinstieg.

Warsteiner-Aktionspreis liegt unter Holsten-Niveau

Während der Deutsche Brauer-Bund nicht müde wird, längst überfällige Preissteigerungen anzumahnen, halten sich dessen Direktmitglieder, aber auch die Mitglieder der Landesverbände zurück. Es steht außer Frage, dass der Kostendruck enorm ist. Allein der seit Beginn der Wetteraufzeichnung wärmste Sommer mit immer noch erfreulichen Fassbierabsätzen dürfte die Zurückhaltung in Sachen Preiserhöhung begründen. Und während die Hopfenpreise bislang keine Rolle spielten, droht den Brauern nach einer schlechten Ernte jetzt auch aus dieser bislang befriedeten Richtung Ungemach.

Der Handel versucht unterdessen die Käuferfrequenz zu halten – die großen Biermarken machen es möglich. Edeka definiert die Preisschwelle für die Spezialitäten von AB Inbev inzwischen bei unter 13 Euro. Sowohl Franziskaner als auch Löwenbräu Oktoberfestbier wechseln für 12,99 Euro den Besitzer, während Jever und Radeberger Pilsener aus dem Hause Oetker zwar für 10,99 Euro zu haben sind, jedoch im Süden unter der Wahrnehmungsschwelle laufen. Rewe hat Warsteiner unverändert an der unteren Skala eingepreist. In der Doppelkasten-Aktion liegt die Halbliter-Kiste bei 9,40 Euro und damit unter Holsten-Niveau. Deren 20er-Halbliter-Kasten steht bei Markant ebenso wie Lübzer für 9,99 Euro im Angebot.

Im Schatten des Doms: Den Kasten Kölsch für 6,99 Euro

Dafür versuchen sich die Brauer in Teilmärkten unverändert aggressiv zu positionieren. Selbst der ansonsten gern von den Kölner Brauern als preisgepflegt beschriebene Kölsch-Markt erlebt spürbare Preisattacken. Früh Kölsch gibt es in dieser Woche in den lokalen Netto-Discountern beim Kauf von drei Kästen mit einer Diskontierung von 20 Prozent und damit zum Einzelpreis von 12,60 Euro. Aber es geht auch für deutlich weniger – ohne sichtbares Traditionshaus versteht sich. Den Halbliter-Kasten Colonius stellt Netto für 6,99 Euro ins Schaufenster. Die Marke wurde 2015 von der Traugott Simon Brau und Vertriebsgesellschaft in Köln angemeldet und tauchte wenige Monate später im Netto-Sortiment auf – damals für 7,99 Euro. Sechs Jahre später liegt der Aktionspreis immer noch darunter. Gebraut wurde Colonius-Kölsch damals bei der Sünner-Brauerei, die zu Jahresbeginn unters Dach der Brauerei Malzmühle schlüpfte – die Marktkonzentration im kleinen Kölner Bierkosmos geht leise weiter. Dafür ist in „Kölle am Rhing“ von der Inflation im Bierregal kaum etwas spürbar.

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Die deutsche Brauwirtschaft gehört nicht zu den Preistreibern im deutschen LEH. Zum Ende des Sommers bewegt sich das Aktionspreisniveau noch auf Pandemieniveau – leichte Ausschläge gibt es nach oben, aber auch nach unten. Die Preisschwelle für Premium-Pils liegt in der Aktion unverändert um die 10 Euro, Weißbier und Helles ist schon für 13 Euro zu haben. 

Marktführer nach Brunnenzukauf mit Paukenschlag 

Die Krombacher-Dose für 0,57 Euro, den Kasten Kölsch für 6,99 Euro – der Handel schont die Verbraucherportemonnaies! Währenddessen stöhnen regionale Brauer unter der Kostenlast immer lauter, hadern aber mit dem entscheidenden Schritt der Bierpreiserhöhung. Die Sorge vor schwindenden Mengen wird auch durch die jüngste Meldung des Statistischen Bundesamtes gestützt, die allein im hochsommerlichen Juli einen Marktverlust von 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr bilanziert. Überdies findet sich die Preiserhöhung vom Frühjahr im nationalen Markt nur selektiv wieder. 

Ein deutliches Statement hat Krombacher gleich nach dem Kauf der Heil- und Mineralquellen Germete in Warburg gesetzt. Bei Marktkauf im Paderborner Land wird der Brunnenkasten der nun gruppenzugehörigen B-Marke Warburger Waldquell zum Preis von 2 Euro angeboten. Und den 20er-Halbliterkasten gibt es für schlanke 10 Euro gleich dazu. 

Grund zu solch impulsstarker Preisaggressivität hat nicht nur der Handel, auch die Siegerländer Familienbrauerei hat längst der „brauwirtschaftliche Fluch“ der 6-Millionen-Ausstoßschwelle erreicht. Seither versucht Krombacher vergeblich, die einstige Bestmarke zurückzuerobern. Das Key-Account-Management der Brauerei muss mächtig ackern. Mehrstück-Aktionen des Marktführers sollen im Osten Boden gut machen. In dieser Woche gibt es drei Halbliter-Dosen Krombacher beim „Netto mit dem Scottie“ für 1,70 Euro – der Stückpreis von 0,57 Euro wird zum Einweg-Hingucker. Die Einkäufer von Aldi Nord und Süd dürften das Wettbewerbsgeschehen mit Argusaugen verfolgen, denn sie waren es, die erst vor wenigen Wochen der Krombacher-Preiserhöhung von 0,79 Euro auf 0,85 Euro folgten. 

Aldi wirbt stattdessen mit dem „Aldipa“, einem IPA von Brewdog, für 0,99 Euro. Im Schlepptau gibt es Bitburger Pils und Franziskaner Weißbier – ebenfalls in der Halbliter-Dose – für 0,69 Euro. Ohnehin scheint in diesen Tagen das Dosensegment stärker in den Fokus gerückt zu sein. Kaufland verteilt einen Rundumschlag und verspricht seinen Kunden einen 20-Prozent-Abschlag auf das gesamte Dosensegment – ganz gleich, ob Pils oder Biermix, ganz gleich, ob Premium oder Preiseinstieg.

Warsteiner-Aktionspreis liegt unter Holsten-Niveau

Während der Deutsche Brauer-Bund nicht müde wird, längst überfällige Preissteigerungen anzumahnen, halten sich dessen Direktmitglieder, aber auch die Mitglieder der Landesverbände zurück. Es steht außer Frage, dass der Kostendruck enorm ist. Allein der seit Beginn der Wetteraufzeichnung wärmste Sommer mit immer noch erfreulichen Fassbierabsätzen dürfte die Zurückhaltung in Sachen Preiserhöhung begründen. Und während die Hopfenpreise bislang keine Rolle spielten, droht den Brauern nach einer schlechten Ernte jetzt auch aus dieser bislang befriedeten Richtung Ungemach.

Der Handel versucht unterdessen die Käuferfrequenz zu halten – die großen Biermarken machen es möglich. Edeka definiert die Preisschwelle für die Spezialitäten von AB Inbev inzwischen bei unter 13 Euro. Sowohl Franziskaner als auch Löwenbräu Oktoberfestbier wechseln für 12,99 Euro den Besitzer, während Jever und Radeberger Pilsener aus dem Hause Oetker zwar für 10,99 Euro zu haben sind, jedoch im Süden unter der Wahrnehmungsschwelle laufen. Rewe hat Warsteiner unverändert an der unteren Skala eingepreist. In der Doppelkasten-Aktion liegt die Halbliter-Kiste bei 9,40 Euro und damit unter Holsten-Niveau. Deren 20er-Halbliter-Kasten steht bei Markant ebenso wie Lübzer für 9,99 Euro im Angebot.

Im Schatten des Doms: Den Kasten Kölsch für 6,99 Euro

Dafür versuchen sich die Brauer in Teilmärkten unverändert aggressiv zu positionieren. Selbst der ansonsten gern von den Kölner Brauern als preisgepflegt beschriebene Kölsch-Markt erlebt spürbare Preisattacken. Früh Kölsch gibt es in dieser Woche in den lokalen Netto-Discountern beim Kauf von drei Kästen mit einer Diskontierung von 20 Prozent und damit zum Einzelpreis von 12,60 Euro. Aber es geht auch für deutlich weniger – ohne sichtbares Traditionshaus versteht sich. Den Halbliter-Kasten Colonius stellt Netto für 6,99 Euro ins Schaufenster. Die Marke wurde 2015 von der Traugott Simon Brau und Vertriebsgesellschaft in Köln angemeldet und tauchte wenige Monate später im Netto-Sortiment auf – damals für 7,99 Euro. Sechs Jahre später liegt der Aktionspreis immer noch darunter. Gebraut wurde Colonius-Kölsch damals bei der Sünner-Brauerei, die zu Jahresbeginn unters Dach der Brauerei Malzmühle schlüpfte – die Marktkonzentration im kleinen Kölner Bierkosmos geht leise weiter. Dafür ist in „Kölle am Rhing“ von der Inflation im Bierregal kaum etwas spürbar.

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