Die Braubranche steht weiterhin weltweit unter Druck. 2025 ging die globale Bierproduktion gegenüber dem Vorjahr leicht zurück, der Ausstoß sank um 0,7 Prozent auf insgesamt knapp 1,9 Milliarden Hektoliter. Das geht aus dem Barth Haas-Bericht 2025/2026 hervor, den das Hopfenunternehmen in seiner jährlichen Pressekonferenz präsentierte.
Trotz unterschiedlicher oder teilweise gegenläufiger Tendenzen in den einzelnen Ländern entwickelte sich die Produktion unter dem Strich auf praktisch allen Kontinenten negativ. Die einzige Ausnahme bildete Afrika mit einem leichten Mengenplus. „Insbesondere in vielen traditionellen Märkten stagniert oder sinkt der Bierkonsum, während alkoholfreie und -arme Getränke an Bedeutung gewinnen“, fasst Thomas Raiser, Geschäftsführer von Barth Haas, die Entwicklung zusammen.
Deutschland erstmals unter 80 Millionen Hektolitern
Schlechter als der Weltmarkt entwickelte sich 2025 die deutsche Brauwirtschaft, deren Ausstoß um rund 5,6 Prozent auf 79,24 Millionen Hektoliter zurückging. Erstmals sank damit der Bierabsatz in Deutschland unter die Marke von 80 Millionen Hektolitern. „Wir verzeichnen Verluste in einer Dimension, die wir nicht erwarten konnten“, erklärt Heinrich Meier, Autor des BarthHaas-Berichts. Wie im Vorjahr erreichte Deutschland dennoch wieder Platz 6 im internationalen Ranking der Braunationen. Die Plätze 1 bis 5 belegen unverändert China, die USA, Brasilien, Mexiko und Russland.

Das schlechte Abschneiden Deutschlands, des größten Marktes in Westeuropa, schlug dabei auch auf die Bilanz für die Europäische Union durch, wo der Ausstoß insgesamt um 3,1 Prozent auf rund 333,6 Millionen Hektoliter zurückging.
Fürs laufende Jahr 2026 sieht BarthHaas zwar eine Stabilisierung der Weltbierausstoßes, aber keine spürbare Erholung des Marktes. „Wir rechnen mit einer weitgehend gleichbleibenden, tendenziell etwas niedrigeren Produktion“, fasst Thomas Raiser zusammen. „Wachstum in Afrika, Asien sowie Mittel- und Südamerika dürfte durch Rückgänge in Europa und Nordamerika aufgezehrt werden.“
Hopfenmarkt weltweit nach wie vor unter Druck
Trotz weiterer Flächenreduzierungen bleibt deshalb auch der weltweite Hopfenmarkt nach Einschätzung von Barth Haas weiter unter Druck. Die globale Hopfenanbaufläche sank zur Ernte 2025 um 5,5 Prozent auf 52.660 Hektar. Auch die Erntemenge ging zurück: Weltweit wurden 109.188 Tonnen Hopfen geerntet, 3,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Größtes Hopfenanbauland blieb – knapp vor den USA – Deutschland mit 18.962 Hektar. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Flächenrückgang um 6,5 Prozent.
Angesichts des weltweit rückläufigen Bierausstoßes überstieg die Hopfenproduktion trotz der geringeren Anbaufläche auch 2025 weiterhin den Bedarf. „Der Markt ist noch nicht im Gleichgewicht“, erläutert Heinrich Meier.
Deutschland reduziert Fläche weiter
Auch 2026 setzt sich der Rückgang der Hopfenanbaufläche in Deutschland fort. Nach Angaben des Verbandes Deutscher Hopfenpflanzer umfasst sie 17.861 Hektar und liegt damit um sechs Prozent unter dem Vorjahr.

Weltweit liegt die Flächenreduktion 2026 bei rund 1.300 Hektar. Die strukturelle Überversorgung bleibt damit nach Einschätzung von BarthHaas bestehen. Zugleich geraten die Betriebe weiter unter Druck: Die Produktionskosten im Hopfenanbau und in der Verarbeitung steigen, während das Marktgeschehen weiterhin von erheblichen Überkapazitäten gekennzeichnet ist.
„Die globale Hopfen- und Bierbranche befindet sich in einer Phase tiefgreifender struktureller Veränderungen“, sagt Barth Haas-Geschäftsführer Thomas Raiser. „Ein anhaltendes Überangebot trifft auf verändertes Konsumverhalten und steigenden wirtschaftlichen Druck entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Entscheidend wird sein, wie anpassungsfähig die Branche vom Hopfenanbau bis zur Brauwirtschaft bleibt.“
























































































