Mit einem rückläufigen, aber dennoch deutlich positiven Betriebsergebnis hat die Berentzen-Gruppe das erste Halbjahr 2025 abgeschlossen. Probleme bereitete insbesondere der schwächelnde Spirituosenmarkt, während Teile des alkoholfreien Geschäfts zulegen konnten.
Konkret verzeichnete der Konzern in den ersten sechs Monaten Umsatzerlöse von 79,9 Millionen Euro, was einem Minus von 9,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (88,4 Mio.) entspricht. Ein Teil davon ist allerdings auf den Wegfall der inzwischen veräußerten Betriebsstätte Grüneberg zurückzuführen; ohne sie lag der Umsatz im Vorjahr bei 84,7 Millionen Euro. Das Konzernbetriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank verglichen mit dem Vorjahreszeitraum von 5,4 auf 3,2 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) belief sich auf 7,4 nach 9,4 Millionen Euro.
Berentzen spürt Konsumverzicht beim Alkohol
„Die Entwicklung im ersten Halbjahr 2025 blieb damit hinter unseren Erwartungen zurück, was insbesondere auf sehr herausfordernde Marktbedingungen im Bereich Spirituosen zurückzuführen ist“, kommentiert Oliver Schwegmann, CEO der Berentzen-Gruppe, die Zahlen. Die anhaltende und sich zum Teil noch verstärkende Konsumzurückhaltung der Verbraucher beim Alkohol habe dazu geführt, dass der Spirituosenmarkt in Deutschland im bisherigen Jahresverlauf insgesamt von signifikanten Absatz- und Umsatzrückgängen geprägt war.
Diesen Trend spüre auch Berentzen, vor allem bei den Markenspirituosen. So seien beispielsweise sämtliche Aktionen mit dem Discount für die Liköre der Marke Berentzen im ersten Halbjahr ausgeblieben. „Wirklich Freude“ mache hingegen die Marke „Mio Mio“ mit einem Umsatzplus von 13,2 Prozent. Auch das internationale Geschäft mit den strategisch wichtigen Premium- und Mediumspirituosen im Handelsmarkenbereich habe ein zweistelligen Umsatzwachstum erzielt.
In Folge der bei den Spirituosen gesunkenen Umsatzerlöse und aufgrund erhöhter Marketingaufwendungen für die Marke Berentzen schnitt das Segment schlechter ab als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Auch die erhöhten Marketingkosten für „Mio Mio“ belasteten laut Schwegmann das Ergebnis. „Wir haben uns ganz bewusst entschieden, die mediale Präsenz dieser beiden für uns so wichtigen Marken trotz des aktuellen Umfeldes zu erhöhen, um langfristiges und nachhaltiges Wachstum zu erzielen. Schwächelnde Märkte können auch eine Chance sein, sich mit Marktanteilsgewinnen zu profilieren“, betont Schwegmann. Genau das sei in den ersten sechs Monaten bereits gelungen.
Zweite Jahreshälfte voraussichtlich auf Niveau des Vorjahres
Unter dem Strich führten im ersten Halbjahr 2025 deutlich geringere Zinsaufwendungen und das Ausbleiben von Ergebnissondereffekten zu einem um 3,5 Millionen Euro verbesserten, positiven Konzernergebnis.
Vor dem Hintergrund der Entwicklung im ersten Halbjahr passt die Berentzen-Gruppe ihre Prognose für das Geschäftsjahr 2025 an. Anders als erwartet, hellte sich die 2024 sehr schlechte Konsumstimmung nicht auf, sondern verschlechterte sich bei Spirituosen sogar noch. Trotz dieses Marktumfelds rechnet man bei Berentzen damit, dass die geplanten Marketingaktivitäten bereits im weiteren Jahresverlauf wirken und die Gruppe in der zweiten Jahreshälfte Umsatzerlöse und Ergebniskennziffern auf dem starken Niveau des Vorjahres zeigen kann.

























































































