Die Park & Bellheimer AG beteiligt sich an der Rettung der insolventen Mannheimer Privatbrauerei Eichbaum und übernimmt künftig zentrale Teile des Geschäfts. Eine Gläubigerversammlung machte den Weg für das Sanierungskonzept frei.
Vorgesehen ist eine Aufteilung der Aktivitäten: Ein Finanzinvestor übernimmt den Standort Mannheim sowie das Auslandsgeschäft, während Park & Bellheimer künftig das inländische Markengeschäft und den Vertrieb verantwortet.
Der Vorstandsvorsitzende von Park & Bellheimer, Roald Pauli, sagte in einem Gespräch mit der „Rheinpfalz“, dass unter dem Dach des Unternehmens eine eigene Vertriebsgesellschaft gegründet werden soll. Zudem sei geplant, das Bier weiterhin in Mannheim zu brauen, die Abfüllung jedoch künftig in Bellheim vorzunehmen.
Mit dem Einstieg verbindet Pauli auch strategische Erwartungen: Künftig könnten die Produkte von Park & Bellheimer in der gesamten Metropolregion vertrieben werden. Bislang lag der Schwerpunkt vor allem auf der Pfalz und dem benachbarten Frankreich. Auch für die alkoholfreien Getränke der Marke Bellaris sieht er zusätzliche Absatzchancen.
Die Sanierung geht jedoch mit einem deutlichen Einschnitt einher. Von derzeit rund 290 Beschäftigten sollen weniger als 100 im Unternehmen verbleiben. Es sei sehr bitter, dass nur rund ein Drittel der Arbeitsplätze bei der Traditionsbrauerei erhalten werden sollen, sagte Hakan Ulucay, Vorsitzender des Landesbezirks Südwest der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Zugleich biete die Lösung eine Perspektive für die verbleibenden Beschäftigten.
Hintergrund der Insolvenz sind rückläufige Umsätze im Export sowie eine sinkende Nachfrage im Inland, die zu einem erheblichen Liquiditätsengpass geführt hatten. Eichbaum hatte im Oktober 2025 ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt, das inzwischen im Hauptverfahren läuft. Die finanzielle Lage der Brauerei galt seit Längerem als angespannt. Mutmaßlich wegen Liquiditätsengpässen hatte Eichbaum bereits im Oktober 2025 die Markenrechte an Karamalz an die Brauerei Veltins verkauft – ein Schritt, der die wirtschaftliche Schieflage offenbar nicht aufhalten konnte. Mit dem Verlust von Karamalz hat Eichbaum seine umsatzstärkste Marke verloren.
Während die Marke Eichbaum nur noch regional Bedeutung hat, lag der Schwerpunkt des Geschäfts im Bereich der Handelsmarken, vor allem für den Export. Dieses Segment hatte zuletzt ebenfalls gelitten. Eichbaum belieferte auch nach Beginn des Ukraine-Kriegs weiterhin den russischen Markt. Durch neue Einfuhrbeschränkungen war dieses Exportgeschäft inzwischen weitgehend zum Erliegen gekommen.






















































































