AKTUALISIERT. Für den ursprünglichen Beitrag „Beckers Bester offenbar vor Insolvenz“, der am 2. Juni veröffentlicht wurde, lag bis zum Redaktionsschluss keine Stellungnahme des Unternehmens vor. Nach Veröffentlichung des Artikels hat Beckers Bester nun auf die Anfrage von Getränke News reagiert und eine Stellungnahme zur aktuellen Situation übermittelt. Die neuen Informationen wurden in den Beitrag eingearbeitet.
Nach einer kompletten Neupositionierung der Marke, mehreren Wechseln in der Geschäftsführung und verschiedenen Crowdinvesting-Runden steht der Fruchtsafthersteller Beckers Bester offenbar vor einer umfassenden Restrukturierung. Wie zuerst die „Lebensmittel Zeitung“ berichtete, teilte die Investmentplattform Invesdor (zuvor Finnest) Anlegern mit, das Unternehmen bereite eine Insolvenz in Eigenverwaltung vor. Eine entsprechende Bestätigung des Unternehmens liegt bislang nicht vor.
Den Angaben zufolge erhalten zahlreiche Investoren seit Mitte vergangenen Jahres keine vereinbarten Zins- und Rückzahlungen mehr. Der Zahlungsstopp werde mit einem sogenannten Solvenzvorbehalt begründet. Das bedeutet, dass Auszahlungen die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens gefährden könnten. Laut Berichten der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ geht es um mehrere Millionen Euro, die unter anderem in den Ausbau der Produktion fließen sollten.
Inzwischen hat sich Beckers Bester selbst zur aktuellen Situation geäußert. In einer Stellungnahme an Geschäftspartner verweist das Unternehmen auf die schwierige Entwicklung des deutschen Fruchtsaftmarktes. Demnach sei der Pro-Kopf-Verbrauch von Fruchtsäften in Deutschland von mehr als 40 Litern im Jahr 1995 auf 24 Liter im Jahr 2024 gesunken. Besonders betroffen seien qualitativ hochwertige und damit höherpreisige Produkte.
Als Reaktion kündigt das Unternehmen eine Restrukturierung an. Künftig wolle man sich stärker auf Lohnabfüllungen konzentrieren, das Sortiment der Kernmarke straffen und neue saisonale Produkte entwickeln. Zugleich müsse die Finanzierungsstruktur neu geordnet werden. Nach Angaben der Geschäftsführung laufen derzeit Verhandlungen mit Gläubigern über Beiträge zu einer erfolgreichen Restrukturierung. Produktion und Auslieferung würden jedoch uneingeschränkt fortgeführt.
Bei dem Saftunternehmen kriselt es offenbar schon länger. Im Interview mit Getränke News im März 2022 räumte der damalige geschäftsführende Gesellschafter Sebastian Koeppel ein, es werde für Safthersteller immer schwieriger, Finanzierungen über Banken zu realisieren. Damals waren bereits mehrfach Crowdinvestings angelaufen.
Knapp ein Jahr später zog sich Koeppel komplett aus dem Unternehmen zurück und gab seine Gesellschaftsanteile innerhalb der Inhaberfamilie weiter. Sein Nachfolger an der Spitze des Unternehmens wurde zunächst Frank Scheidemann, der vom Mineralbrunnen Überkingen-Teinach zu Beckers Bester kam. Mehrfach wurden in der Folge die Geschäftsführung umstrukturiert und leitende Köpfe ausgetauscht.
Seit Dezember 2025 führt Wolf-Peter Korth das Unternehmen; damit steht Beckers Bester – nach dem Einsatz mehrerer externer Manager – wieder unter der Leitung der Eigentümerfamilie. Als Grund dafür gab Korth Ende letzten Jahres an, man wolle die Herausforderungen aus schwierigen Zeiten aktiv angehen, um den Bestand des Familienunternehmens weiterhin zu sichern.
Ob die nun angekündigte Restrukturierung tatsächlich im Rahmen eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung erfolgen wird, wie mehrere Medien berichten, ließ Beckers Bester in seiner Stellungnahme offen.
























































































