Die Strategieberatung Roland Berger rechnet mit einem langfristigen Rückgang des weltweiten Alkoholkonsums. In einer aktuellen Analyse beschreibt das Unternehmen den Markt nicht als vorübergehend schwach, sondern als strukturell unter Druck. Als Ursachen nennt Roland Berger unter anderem ein wachsendes Gesundheitsbewusstsein, veränderte Konsumgewohnheiten jüngerer Generationen, demografische Entwicklungen sowie zunehmende Regulierung.
Besonders in entwickelten Märkten sei der Pro-Kopf-Konsum zuletzt gesunken oder stagniert. Im Negativszenario könnte sich das weltweite Konsumvolumen bis 2050 halbieren, heißt es in der Studie. Als Vergleich verweist Roland Berger auf die Tabakindustrie. In Japan sei der Zigarettenkonsum zwischen 2000 und 2024 infolge höherer Steuern, regulatorischer Eingriffe und gesellschaftlicher Veränderungen um 74,5 Prozent zurückgegangen.
Die Autoren erwarten zudem eine weitere Verschärfung staatlicher Eingriffe. Neben Steuern und Restriktionen setzten Regierungen zunehmend auf Aufklärung und Verhaltenssteuerung. Verwiesen wird unter anderem auf Präventions- und Bildungsprogramme in Polen, Vietnam und China.
Wachstumschancen sieht Roland Berger vor allem bei alkoholfreien und funktionalen Getränken sowie im Premiumsegment. Gleichzeitig könnten Künstliche Intelligenz und neue Fermentationstechnologien an Bedeutung gewinnen, etwa bei personalisierten Produktempfehlungen, Produktionssteuerung oder Präzisionslandwirtschaft. Die Branche müsse sich deshalb strategisch neu aufstellen, folgert die Beratung. Unternehmen sollten sich nicht mehr allein auf Mengenwachstum verlassen, sondern neue Geschäftsmodelle und technologische Kompetenzen entwickeln.
























































































