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Alkoholbranche drängt auf Kurswechsel
Handelskrieg

Alkoholbranche drängt auf Kurswechsel

Trotz des Machtwechsels in den USA wird die EU wegen unerlaubter Subventionen für den US-Flugzeughersteller Boeing neue Strafzölle auf US-Importe einführen. Dies verkündete EU-Handelskommissar Valdis Dombrovskis gestern. Dagegen formiert sich jetzt eine breite Front aus 20 Verbänden der Alkoholindustrie in der Europäischen Union, den Vereinigten Staaten und Großbritannien.

Konkret will die EU 25 Prozent Zoll auf Rum, Weinbrand, Wodka und Wermut aus den USA erheben. Dies werde die Spannungen rund um den Airbus-Boeing-Streit erhöhen und den einst boomenden transatlantischen Getränkehandel weiter beschädigen, warnen die Unterzeichner, wie der europäische Dachverband Spirits Europe mitteilt.

In der Corona-Krise eine zusätzliche Bürde

„Die Anwendung exzessiver und ungerechtfertigter Zölle muss enden“, fordert die Verbände-Allianz. Unter den Besteuerungen hätten Konsumenten und Gastgewerbe ebenso zu leiden wie Hersteller, Händler und Importeure von Spirituosen, Wein und Bier. Sie seien schwer von einem Streit betroffen, der mit ihrer Branche gar nichts zu tun habe. Gerade in der Corona-Pandemie seien die Zölle eine gewaltige zusätzliche Bürde.

Auf eine schnelle Beseitigung der gegenseitigen Strafzölle drängen auch deutsche und europäische Weinexporteure und fordern dazu eine Rückkehr an den Verhandlungstisch. Dies teilt der Verband Deutscher Weinexporteure (VDW) in einer aktuellen Pressemeldung mit. Dass die EU-Kommission nicht abwarten wolle, ob der künftige US-Präsident Joe Biden einen Kurswechsel in der amerikanischen Handelspolitik einleite, sehe die Branche „eher kritisch“, so der VDW, dessen Dachverband CEEV die Forderungen mit unterschrieben hat.

Zölle 2019 brachten dramatische Folgen

Dem VDW zufolge hatte die im Oktober 2019 verhängte Erhöhung der Zölle auf die in die USA exportierten Stillweine um 25 Prozent „dramatische Folgen“, insbesondere für den Weinexport aus Deutschland, Frankreich und Spanien. Europaweit sei ein Rückgang um 54 Prozent zu verzeichnen. „Beide Seiten sollten ihre Zölle unverzüglich aussetzen, während sie eine Vereinbarung aushandeln“, unterstreicht der Verbandsvorsitzende Gerhard Brauer.

Laut Spirits Europe erlitt auch die Spirituosenbranche durch die vor einem Jahr eingeführten Zölle herbe Verluste. So gingen die Exporte von Scotch Whisky um 34 Prozent zurück, Liköre verloren 28 Prozent. Ähnlich sah es auf der Gegenseite aus: Die seit Juni 2018 auf amerikanischen Whiskey erhobenen Gebühren resultierten in einem Minus der Exporte in die EU von 41 Prozent.

Nicht zuletzt fürchtet die Koalition der Verbände Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt: Weitere Strafzölle könnte Unternehmen, die durch die weltweite Pandemie bereits stark geschwächt sind, zwingen, ihre Türen zu schließen und weitere Beschäftigte zu entlassen.

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Alkoholbranche drängt auf Kurswechsel

Trotz des Machtwechsels in den USA wird die EU wegen unerlaubter Subventionen für den US-Flugzeughersteller Boeing neue Strafzölle auf US-Importe einführen. Dies verkündete EU-Handelskommissar Valdis Dombrovskis gestern. Dagegen formiert sich jetzt eine breite Front aus 20 Verbänden der Alkoholindustrie in der Europäischen Union, den Vereinigten Staaten und Großbritannien.

Konkret will die EU 25 Prozent Zoll auf Rum, Weinbrand, Wodka und Wermut aus den USA erheben. Dies werde die Spannungen rund um den Airbus-Boeing-Streit erhöhen und den einst boomenden transatlantischen Getränkehandel weiter beschädigen, warnen die Unterzeichner, wie der europäische Dachverband Spirits Europe mitteilt.

In der Corona-Krise eine zusätzliche Bürde

„Die Anwendung exzessiver und ungerechtfertigter Zölle muss enden“, fordert die Verbände-Allianz. Unter den Besteuerungen hätten Konsumenten und Gastgewerbe ebenso zu leiden wie Hersteller, Händler und Importeure von Spirituosen, Wein und Bier. Sie seien schwer von einem Streit betroffen, der mit ihrer Branche gar nichts zu tun habe. Gerade in der Corona-Pandemie seien die Zölle eine gewaltige zusätzliche Bürde.

Auf eine schnelle Beseitigung der gegenseitigen Strafzölle drängen auch deutsche und europäische Weinexporteure und fordern dazu eine Rückkehr an den Verhandlungstisch. Dies teilt der Verband Deutscher Weinexporteure (VDW) in einer aktuellen Pressemeldung mit. Dass die EU-Kommission nicht abwarten wolle, ob der künftige US-Präsident Joe Biden einen Kurswechsel in der amerikanischen Handelspolitik einleite, sehe die Branche „eher kritisch“, so der VDW, dessen Dachverband CEEV die Forderungen mit unterschrieben hat.

Zölle 2019 brachten dramatische Folgen

Dem VDW zufolge hatte die im Oktober 2019 verhängte Erhöhung der Zölle auf die in die USA exportierten Stillweine um 25 Prozent „dramatische Folgen“, insbesondere für den Weinexport aus Deutschland, Frankreich und Spanien. Europaweit sei ein Rückgang um 54 Prozent zu verzeichnen. „Beide Seiten sollten ihre Zölle unverzüglich aussetzen, während sie eine Vereinbarung aushandeln“, unterstreicht der Verbandsvorsitzende Gerhard Brauer.

Laut Spirits Europe erlitt auch die Spirituosenbranche durch die vor einem Jahr eingeführten Zölle herbe Verluste. So gingen die Exporte von Scotch Whisky um 34 Prozent zurück, Liköre verloren 28 Prozent. Ähnlich sah es auf der Gegenseite aus: Die seit Juni 2018 auf amerikanischen Whiskey erhobenen Gebühren resultierten in einem Minus der Exporte in die EU von 41 Prozent.

Nicht zuletzt fürchtet die Koalition der Verbände Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt: Weitere Strafzölle könnte Unternehmen, die durch die weltweite Pandemie bereits stark geschwächt sind, zwingen, ihre Türen zu schließen und weitere Beschäftigte zu entlassen.

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